Erste Schritte... Kurzinterviews mit den Machern von neuen, interessanten Seiten im Web.

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 Erste Schritte

Das Web bietet täglich Überaschungen beim Surfen, auch wenn man ein alter Hase ist. Neue, unbekannte Seiten mit innovativen Ideen werden jeden Tag eröffnet. Diese Rubrik soll einen kleinen Überblick geben, wie vielfältig und interessant neue Seiten sein können und wer ihre "Macher" sind.

 Eigenwerbung


 Annette Kelter ... www.wuesten.info ...

Annette Kelter, Journalistin.
1986 Abitur
1986 - 1994 Studium (Politikwissenschaft, Geschichte) an der Universität des Saarlandes
1994 Abschluß mit Magisterexamen
1994 - 1995 Praktika (u. a. bei: Saarländischer Rundfunk [Hörfunk und Fernsehen], ZDF, Saarbrücker Zeitung, Radio Salü). seit 1995 ständige freie Mitarbeit beim Saarländischen Rundfunk (Redaktion Hörfunk Politik) regelmäßig Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften, zum Beispiel für die "Süddeutsche Zeitung", die "Saarbrücker Zeitung" und das Schweizer Infomagazin "Facts".
Annette Kelter ist Gründerin und Betreiberin von www.wuesten.info

Sagmal.de:
Annette, seien wir doch ehrlich, die meisten Leute sehen Wüsten als öde, leere Gebiete der Erde, die eigentlich gar keine richtige Daseinsberechtigung haben. Zumindest denken das diejenigen, die "Die Wüste lebt", nicht mehr kennen. Wie falsch liegen diese Menschen?

Annette Kelter:
Ziemlich falsch ;-) Zugegeben: wenn man die Wüste nicht kennt, dann muss man sie zunächst für wüst und öde halten. Alleine schon die Bedeutung des Wortes „Wüste“ bedingt dies. In der Wüste wachsen keine Bäume mit saftigen Blättern, es gibt keine grünen Hügel oder blühende Wiesen. Von daher ist die Tier- und Pflanzenwelt der Wüste stark reduziert auf die Lebewesen, die unter den erschwerten Lebensbedingungen der Wüste leben können. Für uns Europäer, die wir mitten im feuchten, fruchtbaren Mittel-Europa leben, muss dies auf den ersten Blick schrecklich sein. Befasst man sich aber etwas näher und ohne Vorurteile mit der Wüste, so wird man schnell feststellen, dass sie eben gar nicht so öde, leer und leblos ist. Natürlich unter der Prämisse, dass man in der Wüste nicht die Fauna und Flora erwartet, die man von zuhause aus kennt. Für die einen bedeutet sie Trockenheit und Ödnis, für die anderen Schönheit und Freiheit. Für was man sich letztlich entscheidet, liegt einzig und alleine im Auge des Betrachters.

Sagmal.de:
Was war der Anlaß, eine solche Seite zu erstellen?

Annette Kelter:
Kurz und knapp: ich möchte den Leuten einfach nur die Schönheit der Wüsten zeigen!

Sagmal.de:
Ich hab bei deiner Vorstellung gelesen, du bist Wüstensüchtig. Wie wird man Wüstensüchtig und wie äußert sich das?

Annette Kelter:
Jedesmal, wenn ich zurückkehre aus der Wüste stört es mich enorm, dass mein Blick begrenzt ist. In der Wüste hat man freie Sicht, je nach Luft- und Wetterverhältnissen oftmals kilometerweit. Zurück in Europa, wird meist die Sicht versperrt, durch Gebäude und Bäume, durch Hügel und Berge, durch das, was wir gerne „Zivilisation“ nennen. Die Weite der Wüste fehlt und der Blick sucht ständig freien Raum. Es dauert seine Zeit, bis man sich wieder an die Sichtbegrenzung gewöhnt hat, manchmal sogar Wochen. Genau nach dieser Weite wird man süchtig, es zieht einen mit aller Macht wieder zurück. Es mag ein Klischee sein, aber diese Freiheit ist es, die einen Wüstenfreak süchtig werden lässt.

Ein weiterer Punkt ist die Gelassenheit der Wüste. Dieses Gefühl ist schwer zu erklären und man muss eigentlich erleben. Wenn morgens die Dünen bei Sonnenaufgang im ersten Licht aufglühen, dann spürt man, wie unwichtig das Weltgeschehen, das uns täglich ärgert und beschäftigt, eigentlich ist.
Die Dünen kümmern sich nicht um den Irakkrieg, um Mehrwertsteuererhöhung, um den kleinen und großen Ärger, den man im Alltag erlebt. Sie strahlen im Morgenlicht, blenden in der Mittagshitze und glühen abends im letzten Licht, egal was sonst in der Welt passiert. Besonders wenn man weiterfährt zur nächsten Dünengruppe und im zurückschauen die Dünen liegen sieht, kann man dieses Gefühl erleben. Nach zwei, drei Tagen fängt man an, die Gelassenheit der Wüste zu übernehmen.

Und natürlich wird man süchtig nach der vollkommenen Schönheit der Wüste! Dünen sind sanfte, geschwungene Kunstwerke, in fantastischen Farben und einer Fülle an Motiven!

Sagmal.de:
Hast du eine Lieblingswüste? Und wenn ja, warum?

Annette Kelter:
Es gibt mehrere Wüstenarten: Sandwüste, Steinwüste, Salzwüsten, Eiswüsten. Mich persönlich zieht es eher in die Sandwüsten wie die Sahara mit ihren Sanddünen. Warum? Der Grund dafür liegt in meinem persönlichen Geschmack, für mich strahlen Sanddünen in Form und Farbe eine perfekte Schönheit aus. Auch Stein- und Felswüsten haben ihren Reiz und können mich begeistern, etwa der Sinai auf der Arabischen Halbinsel, aber wenn ich die freie Wahl habe, dann entscheide ich mich für die Sandwüsten.

Sagmal.de:
Wie wird es mir deiner Seite weitergehen? Was ist geplant, worauf können deine Besucher sich freuen.

Annette Kelter:
Allzugroß wird die Seite nicht werden. Hinzukommen werden ein ausführliches Link- und ein Literaturverzeichnis zum Thema Wüste. Und natürlich allgemeine Informationen zu den Wüsten generell. Im Mai fliege ich nach Namibia, in die Namib, und im Oktober nach Algerien in die Sahara. Da ich mit einem der bekanntesten Wüstenfotografen, mit Dionys Moser http://www.desert-tours.ch unterwegs sein werde, hoffe ich doch, das eine oder andere gute Foto zu machen, um es anschließend in der Fotogalerie meiner Website zeigen zu können ;-)

Sagmal.de:
Annette, was bedeutet das Web für dich?

Annette Kelter:
Das Internet ist für mich der größte Wissens- und Informationspool der Welt. Zudem ein Medium, das seinen Platz im Alltag gefunden hat, genau wie Fernsehen, Radio und Zeitung, und nicht wegzudenken ist.

Sagmal.de:
Du hast das letzte Wort:

Annette Kelter:
Nochmals zurück zum eigentlichen Thema: ich kann jedem nur empfehlen, einmal die Wüste kennenzulernen. Bessere Erholung gibt es nicht!

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Das Interview wurde am 16.2.2007 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de.
Wir danken Annette Kelter für die Beantwortung unserer Fragen.
Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen


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