Interview mit Juliane Werding vom 10.10.2003
Juliane Werding
 
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Wer jeden Tag diese wahrhaft lebendige und alle menschliche Vorstellungskraft sprengende Botschaft der Liebe Gottes verkünden muss, wird schnell lahm, selbst wenn er sich große Mühe gibt. Von daher sind die Kirchen auf ganz normale Christen angewiesen, die die Botschaft wieder verständlich formulieren.

Sagen Sie mal...Sagen Sie mal, ...
... wie wäre das, wenn biblische Persönlichkeiten, die vor 2000 und mehr Jahren lebten, heute Rede und Antwort stehen würden?
Uwe Birnstein und Juliane Werding wagten das Experiment und luden Adam und Jesus, Eva, Maria und viele andere zum Interview.
In zwei Büchern, eines davon gemeinsam geschrieben, das andere von Uwe Birnstein alleine, kommen insgesamt 63 Frauen und Männer der Bibel zu Wort. Sie geben Auskunft darüber, was sie tatsächlich erlebten und glaubten, erhofften und befürchteten...

Juliane Werding,
Jahrgang 1956
Schulzeit in einem katholischen Internat.
1971 Entdeckung als Sängerin, erster Hit mit "Am Tag als Conny Kramer starb", es folgten "Tarot", "Stimmen im Wind", "Sehnsucht ist unheilbar".
In vielen ihrer selbstgetexteten Lieder behandelt sie biblische Themen: "Wofür", "Noah", "Engel".
Ausbildung zur Heilpraktikerin.
Buchveröffentlichung: "Mit ganzer Kraft gesund". Aktuelle CD: "Es gibt kein zurück" (Polydor).

Quelle: www.sagen-sie-mal.de

sagmal.de:
Juliane, "fiktive" Interviews zu führen, ist ja nicht neu. Aber jemand, der Interviews mit Personen aus der Bibel führt, war mir bisher gänzlich unbekannt. Wie kam es zu der Idee und wer von euch beiden hatte sie?

Juliane Werding:
Für eine Kirchenzeitschrift hatte Uwe nach einer ungewöhnlichen journalistischen Form gesucht, den Lesern Jesus nahe zu bringen. Ihm kam die Idee, mit Jesus ein fiktives Interview zu führen. Ich fand’s gelungen – deshalb fragte er mich, ob ich mit ihm zusammen ein ganzes Buch mit biblischen Interviews schreiben wolle. Ich wollte.

sagmal.de:
Was genau wollt Ihr mit den Interviews bezwecken? Die Leser näher zu Gott bringen? Oder war es einfach notwendig, die Interviews zu machen, so wie Judas in seinem Interview sagt: "Einer musste es tun."

Juliane Werding:
Dazu sind wir zu wenig missionarisch. Zu Gott bringen kann sich jeder nur alleine. Aber die biblischen Geschichten wieder interessanter, ja überhaupt erst verstehbar zu machen – das ist uns beiden ein Anliegen. Denn wir finden es schade, dass so ein großartiges Buch in den meisten Bücherregalen verstauben muss...

sagmal.de:
Wofür stehen die jeweiligen Personen, die Ihr interviewt? Jedes Interview stellvertretend für ein bestimmtes Thema?

Juliane Werding:
Ja. Bei Eva ist Thema die Versuchung, bei Amos sind es unsinnige Gottesdienste, bei Judas der Verrat und bei Petrus die Verleugnung... Jede dieser und der anderen Personen, die wir vors Mikro gezerrt haben, hat seine oder ihre ganz persönliche Geschichte mit Gott.

sagmal.de:
Was kann Gott im Internet bewirken? Bruder Paulus Terwitte, den ich vor einiger Zeit interviewte, sagte als Schlusssatz: "Gott ist immer online." Wie siehst du das?

Juliane Werding:
Die göttliche Energie ist immer und überall – keine Frage. Also auch im Internet. Aber natürlich nicht auf allen Seiten. Es kommt, wie überall im Leben, darauf an, was man mit Angeboten macht.

sagmal.de:
Hiob sagt in eurem Interview: "Meine Frau ist tot, meine Kinder. Und Geld hab ich auch keins mehr. Alles nur, weil Gott sich selbst beweisen wollte. Er hatte sich nicht im Griff. Hätte er Macht über seine Gefühle gehabt, hätte er sich nicht auf dieses kindische Spiel eingelassen, sondern den Teufel in die Wüste geschickt. Und da soll ich nicht an seiner Allmacht zweifeln?" Zitat Ende. Gabs darauf keine bösen Stimmen??

Juliane Werding:
Nein, es gab weder zu Hiob noch zu den anderen wirklich böse Stimmen.
Im Gegenteil ;-) . Rezensionen und andere Pressestimmen könnt ihr auf www.sagen-sie-mal.de nachlesen.

sagmal.de:
Und wer von euch kam auf die Idee, Maria sagen zu lassen, Jesus hätte eigentlich ein Mädchen werden sollen?

Co-Autor Uwe Birnstein Juliane Werding:
Ui, das weiß ich nicht mehr.
Auf jeden Fall ist es doch ein verlockendes Gedankenspiel: Was wäre gewesen, wenn da statt Jesus ein kleines Mädchen im Stall zu Bethlehem geboren worden wäre?!?
Hätte ja sein können, die Chancen standen 50 zu 50.

sagmal.de:
Beim Interview mit dem Propheten Micha verknüpft Ihr auch aktuelles wie die Irak-Krise mit dem Interview. Wie passen denn politische Themen und Religion zusammen? Oder kann man die beiden Themen gar nicht trennen?

Juliane Werding:
Gott ist alles – deswegen kann man Politik und Glaube nicht trennen. Wahrhaft religiöse Politiker handeln anders und gottgefälliger als Nichtgläubige. Allerdings besteht auch hier die Gefahr von Verirrungen.

sagmal.de:
Wenn du die Möglichkeit hättest, wirklich eine der Personen real zu interviewen, auf wen würde deine Wahl fallen und was würdest du ihn/sie fragen?

Juliane Werding:
Die Frage verstehe ich nicht.... Wir haben doch die in dem Buch versammelten Bibelfrauen und –männer real getroffen?!? Gibt’s da Zweifel, oder was?!?

sagmal.de:
Den Kirchen in Deutschland laufen immer mehr Mitglieder weg. Hat Gott keine Lobby mehr? Oder werden die Inhalte des Christentums einfach falsch vermittelt?

Juliane Werding:
Wer jeden Tag diese wahrhaft lebendige und alle menschliche Vorstellungskraft sprengende Botschaft der Liebe Gottes verkünden muss, wird schnell lahm, selbst wenn er sich große Mühe gibt. Von daher sind die Kirchen auf ganz normale Christen angewiesen, die die Botschaft wieder verständlich formulieren.

sagmal.de:
Wäre Jesus heute auf der Welt, wie stünde er zum Web? Und wie würde er es nutzen?

Juliane Werding:
Ich glaube, ab und zu würde er auch mal surfen – aber nur um zu sehen, was so abgeht auf der Welt. Eigentlich wäre ihm jedoch seine Lebenszeit zu schade für solche Späßchen. Er würde den Menschen lieber persönlich begegnen, mit ihnen sprechen von Angesicht zu Angesicht. Und würde Internetfreaks von ihrer Sucht befreien....

sagmal.de:
Als jemand vom gleichen Jahrgang, der schon deine frühen Hits, vor allem natürlich Conny Kramer, begeistert und lauthals mitgesungen hat, will ich natürlich wissen, wie es mit dir als Künstlerin weitergeht.

Juliane Werding... Juliane Werding:
Ich arbeite gerade mit großer Leidenschaft und mit meinem neuen alten Produzenten und Komponisten Harald Steinhauer an einer neuen CD. Über diese Zusammenarbeit bin ich sehr glücklich, weil wir beide durch unsere Jahre lange Erfahrung in der Branche ähnliche Vorstellungen von guter Musik haben. Wir schielen nicht mehr auf Charts. Trotzdem wird die CD der Hammer...

sagmal.de:
Wie stehst du persönlich zum World Wide Web? Wie nutzt du es?

Juliane Werding:
Ich sehe den Nutzen – vor allem zum Email-Schreiben. Ein Brief zu meiner Freundin in Sri Lanka würde Wochen dauern, so können wir uns binnen Sekunden mailen. Außerdem ziehe ich alle möglichen Infos aus dem Netz und bestelle mir Bücher und CDs.

sagmal.de:
Gibt es eine Internetseite, die dir besonders am Herzen liegt, außer deiner eigenen?

Juliane Werding:
Am Herzen liegt? Nein, soweit geht die Liebe zum Web bei mir wirklich nicht ;-)

Terminhinweis:
21.11.2003
Augsburg
Juliane Werding und Uwe Birnstein lesen aus ihrem Buch „Sagen Sie mal, Herr Jesus“
www.augustana-forum.de

Bücher:
Sagen Sie mal...Herr JesusUwe Birnstein/Juliane Werding
'Sagen Sie mal, Herr Jesus'
und andere Interviews mit Menschen der Bibel.
Preis: EUR 12,95
Sagen Sie mal...AdamUwe Birnstein
'Sagen Sie mal, Adam'
Preis: EUR 12,80

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Das Interview wurde am 10.10.2003 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de.
Wir danken Juliane Werding für die Beantwortung unserer Fragen.
Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen

 

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