Judith Betzler, 10.9.1962, gründet 1992 die Kunst Management Judith Betzler GmbH, als Schnittstelle zwischen Kunst und Wirtschaft. Sie konzipiert mit ihrem Team Corporate Culture Projekte für Unternehmen im Kunst- und Kulturbereich. Kunstevents, Workshops und Ausstellungen sowie Sponsoringkonzepte. Herausgeberin der Buchpublikationen "Kunst und Medien - Hubert Burda" (2000) und "Die Macht des Schönen - 90 Jahre Aenne Burda" (1999). Judith ist Beraterin für internationale Unternehmen und Marken. Die gebürtige Münchnerin gründete im Frühjahr 1999 das Brand Management Judith Betzler, für innovative Markenstrategien, Corporate-Design-und E-Commerce-Konzepte. Im Februar 2000 übernahm Judith Betzler die Chefredaktion von vivian.com, dem online Frauenportal der Crossmedia Marke Vivi@n aus dem Hause Hubert Burda Media.
*** Wieso sollen sich den Frauen plötzlich nicht mehr für ihre Schönheit interessieren, nur weil sie politisch auf dem laufenden und erfolgreiche Business-Frauen sind?
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| † Sowohl die Print-, als auch die Onlineausgabe von Vivi@n wurde 2000 eingestellt. Judith Betzler
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sagmal.de:
Judith, Du hast als Chefredakteurin der Onlineausgabe von vivian.com praktisch bei Null angefangen. Gibt es für die Onlineausgabe Vorgaben vom Verlag oder habt Ihr noch eine Weile eine gewisse Schonfrist?
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Judith Betzler:
Beim Online-Auftritt vivian.com haben wir praktisch bei Null angefangen. Wir hatten das crossmediale Konzept mit der Verknüpfung von Printtitel und Internetportal und natürlich die Zielgruppenvorgabe: moderne selbstbewusste Frauen, die wissen, was sie wollen. Genauso wie das gedruckte Heft sind wir jetzt ja noch in der Anfangsphase, wir entwickeln uns also permanent weiter. Geschont werden wir dabei aber nicht, ganz im Gegenteil.
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sagmal.de:
Wie wichtig ist für Euer Onlineangebot die Printausgabe?
Werden Themen übernommen, oder recherchiert Ihr alles selbst?
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Judith Betzler:
Man findet nie einen Text aus dem Printtitel eins zu eins bei vivian.com wieder. Wenn es sich anbietet, bereiten wir Themen aus dem Heft parallel so auf, dass sie genau zu unserem Medium passen. Wir wollen immer onlinespezifischen Nutzwert bieten. Als zum Beispiel bei im Heft das Thema "Wird Krebs heilbar" auf dem Titel war, hatten wir dazu ein großes Expertenforum online. Der crossmediale Ansatz von vivi@n basiert auf der Idee, das jedes Medium seine Stärken nutzt. Aber wir bieten auch eine Menge eigenen Content auf vivian.com und den recherchiert und erarbeitet unsere 25 köpfige online Redaktion. Wir haben 12 Channels von Money bis Family, von Business bis Body&Soul.....
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sagmal.de:
Ihr wollt ein neues Marktsegment besetzen. Die Angebote sollen über die traditionellen Frauenthemen hinausgehen. Dann finde ich auf Euren Seiten Inhalte wie Kosmetika, Tagesmütter, Tipps gegen Cellulite und Schwangerschaftsstreifen. Was ist denn da das besonders Neue an Vivian.com?
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Judith Betzler:
Wieso sollen sich den Frauen plötzlich nicht mehr für ihre Schönheit interessieren, nur weil sie politisch auf dem laufenden und erfolgreiche Business-Frauen sind? Das ist ja eben das besondere: Die jüngere Frauengeneration will über so viele unterschiedliche Dinge etwas wissen, salopp gesagt: von Cellulitis bis Börsentipps, von Kinderkleidung bis Innenpolitik. Wir Frauen sind hochindividuell, wir wollen ein breites inhaltliches Angebot und picken uns dann das Thema heraus was uns im Moment interessiert oder beschäftigt.
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sagmal.de:
Und was macht die "BIG VIVIAN" so den ganzen Tag als Chefredakteurin. Kannst Du uns kurz einen Abriss über einen Arbeitstag geben?
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Judith Betzler:
Schuften, schuften, schuften.....Und immer an die Userin denken...
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sagmal.de:
Ihr habt den Begriff Vivians geprägt. Vivians sind jung, gut gebildet, berufstätig und kaufkräftig. Und was ist mit den anderen? Die Nichtvivians, die nicht mehr jung sind, weniger gut gebildet, nicht berufstätig, sondern "nur" Mütter und nicht soviel Geld haben? Gehen die leer aus?
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Judith Betzler:
Natürlich soll niemand leer ausgehen. Das Heft und das Internetportal bieten, so glaube ich, jeder Frau etwas. Gerade Mütter haben ja besonders viel von den communities, die wir aufbauen. Die einzige Voraussetzung ist der Zugang zum Internet. Aber da sind wir auch in Deutschland schon relativ weit. Der zahlenmäßige Abstand zwischen Männern und Frauen im Internet wird immer kleiner.
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sagmal.de:
Seht Ihr euch als Internetpioniere? Nach dem Motto: "Wenn wir nicht die Frauen ins Internet bringen, wer dann?"
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Judith Betzler:
Ja, in gewisser Weise schon. Wir bedienen eine sehr interessante Zielgruppe mit ganz neuen Inhalten. Das haben zumindest noch nicht viele vor uns versucht.
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sagmal.de:
Wenn du eine Prognose wagen würdest, glaubst du, der Anteil der weiblichen User wird sich in Zukunft stark erhöhen?
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Judith Betzler:
Da bin ich mir sogar ziemlich sicher. Seit drei Jahren wächst der Anteil der Frauen, die regelmäßig online sind, überproportional im Vergleich zu den Männern. In den USA sind übrigens laut einer Studie von Jupiter Research schon mehr Frauen als Männer "heavy user" im Internet.
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sagmal.de:
Du hast die Kunst Management Judith Betzler GmbH 1992 gegründet, die sich als Schnittstelle zwischen Kunst und Wirtschaft sieht. Wie kommt man dann dazu, die Chefredaktion von Vivian.com zu übernehmen? Fühltest du dich nicht ausgelastet?
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Judith Betzler:
Mein Lebensziel besteht nicht darin, eine möglichst effiziente Auslastungsquote zu erreichen. Mir ist es extrem wichtig, vernetzt zu denken und zu arbeiten und Schnittstelllen zu entdecken, die anderen vielleicht nicht sofort auffallen. Außerdem kann man nie genug dazulernen.
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sagmal.de:
Und wie bringt man das zeitlich unter einen Hut? Ich nehme an, Ausstellungen, Vortragsreihen und Tagungen kosten dich auch einen Grossteil deiner Zeit?
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Judith Betzler:
Das kriege ich ganz gut hin. Alles unter einen Hut zu bringen, ist letztendlich eine reine Frage der Organisation. So gesehen bin ich eigentlich selber der Prototyp unserer Zielgruppe - eine "vivian" eben.
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sagmal.de:
Du bist eine sehr attraktive, sympathische, junge Frau. Gibt es da jemanden, der sich über zu wenig Aufmerksamkeit beschweren könnte? Bleibt dir bei der ganzen Arbeit überhaupt noch ein Privatleben? |
Judith Betzler:
Ohne Familien- und Privatleben würde ich eingehen. Meine Familie steht für mich an allererster Stelle. Wenn man weiß, was man will und die richtigen Prioritäten setzt, kann man Zeit und Aufmerksamkeit gut verteilen.
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sagmal.de:
Welche Sprungziele hast du im Internet, wenn du mal unterwegs bist?
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Judith Betzler:
Ich beschäftige mich grundsätzlich nur mit Internet-Angeboten, die mich schnell und aktuell informieren. Dann muss ich mich durch das Angebot noch leicht hindurch finden. Nichts ist schlimmer als konfuse Seiten ohne erkennbare Navigation und Struktur.
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sagmal.de:
Hast du bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
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Judith Betzler:
Ja, zum Beispiel, wie wir es schaffen, mit nur 25 Redakteuren jeden Tag ein so tolles und aktuelles Angebot für Frauen auf die Beine zu stellen.
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sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?
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Judith Betzler:
Die Zukunft
wird weiblich(er).
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