Christian Hellmann geb. 12.5.1961 Nach seinem Studium der Publizistik, Politik und Geschichte in Münster trat Christian Hellmann 1989 als Chefredakteur der Film-Zeitschrift KINO in die Verlagsgruppe Milchstrasse ein. 1990 war er Mitentwickler und Gründungs-Chefredakteur der 14-täglichen Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Seit 1995 gehörte Christian Hellmann der Geschäftsleitung der Verlagsgruppe Milchstrasse an und verantwortete die Bereiche TV Spielfilm, Fernsehen und Online. Darüber hinaus war er seit 1998 Geschäftsführer der TV Spielfilm Verlag GmbH.
Christian Hellmann ist 1.9.1999 Vorstandsvorsitzender der Tomorrow AG
*** In der letzten Zeit bin ich vielfach darauf angesprochen worden, ob das Internet aufgrund der derzeitig herrschenden "Dot.com"-Krise und negativen Stimmung an den Finanzmärkten tot sei. Danke, dass Sie sich nicht in die Reihe der Journalisten gestellt haben, die das eine mit dem anderen verwechseln.
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sagmal.de:
Herr Hellmann, Tomorrow.de, was ist das eigentlich? Nur die Onlineausgabe
einer
Zeitschrift? Ein Magazin? Ein Portal?
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Christian Hellmann:
Tomorrow.de ist der Wegweiser durch das World Wide Web und ein Teil der
TOMORROW Entertainment Networld. Nicht zuletzt auch Namensgeber für unsere
Gesellschaft, da "Tomorrow" einfach ein prägnanter, zukunftsweisender
Markenname ist. Oft wird daraus geschlossen, dass die TOMORROW Internet AG
lediglich ein Portal, nämlich www.tomorrow.de, betreiben würde. Mitnichten -
Mittlerweile erstellen wir 17 Portale aus den Bereichen Entertainment,
Wirtschaft und Immobilien: Max.de,
TVSpielfilm.de,
Amica.de,
Fitforfun.de,
Cinema.de,
Bellevue.de,
Tomorrow-Business.de, ,
Net-Business.de,
USFinance.de
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sagmal.de:
Print und Onlineausgabe gehen ja bei den Inhalten selten Hand in Hand, schon
wegen der Aktualität, bei der die Printausgabe das Nachsehen haben muss. Wie
ist das bei Tomorrow.de?
Wieviele der Inhalte kommen von der Printausgabe?
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Christian Hellmann:
Die TOMORROW Internet AG hält für sämtliche Titel der Verlagsgruppe
Milchstrasse die Rechte an den Zeitschriften-Marken, um sie und deren
Inhalte im Internet zu verwerten. Das bedeutet, dass die TOMORROW Internet
AG ebenso alle Rechte an den bisherigen und zukünftigen redaktionellen
Inhalten der Print-Magazine hält. Aber natürlich stellen wir nicht alle uns
zur Verfügung stehenden journalistischen Inhalte 1:1 ins Netz, das würde
nicht funktionieren und widerspräche dem Internet-Gedanken. Als Hausnummer
gilt, dass wir rund 5 Prozent der Inhalte aus den Print-Titeln auch in das
Internet übertragen. 95 Prozent hingegen machen die Inhalte unserer eigenen
Redakteure sowie intelligente, nutzertige Services und Datenbankanwendungen
aus.
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sagmal.de:
Wie muss ein Online-Beitrag aussehen um gut genug für Tomorrow zu sein?
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Christian Hellmann:
Er muss top-aktuell sein. Er muss auf Neuigkeiten und Events hinweisen, die
im Web auf eine große Gemeinde stossen. Er muss überraschen. Er muss
fundiert sein.
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sagmal.de:
Und ein Onlinejournalist?
Was zeichnet den aus?
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Christian Hellmann:
Es wird vielfach der Vergleich zwischen Redakteuren aus dem Print-Bereich
und Redakteuren im Online gezogen. Dieser Vergleich ist meines Erachtens
nicht ganz zutreffend. Vielmehr ist die Arbeitsweise eines
Online-Journalisten genauso unterschiedlich bzw. eigenständig wie die eines
TV- oder Radio-Kollegen. Der Online-Journalist muss sein Medium als Chance
begreifen, ihm zur Verfügung stehende Informationen schnell und in einer
Internet-affinen Weise an ein großes Publikum zu vermitteln. Ein
Online-Journalist muss genauso wie seinen Kollegen anderer Medienformen
neugierig und verantwortungsvoll sein, er muß das Gespür dafür haben, was
seine Leserinnen und Leser interessiert.
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sagmal.de:
Wie wird Ihrer Meinung nach das Internet der Zukunft aussehen?
Was kommt, was bleibt, was geht?
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Christian Hellmann:
Das Beispiel Japan zeigt, wohin die Reise gehen kann: Dort ist mehr denn je
der mobile Aspekt gefragt. Die Internet-Gemeinde ist es nach wie vor
gewohnt, (bis auf die Telefoneinheiten) kostenlos jounalistische
Online-Dienste in Anspruch nehmen zu können. Gut für die Provider und
Telekommunikationsanbieter, schlecht für die, die letztendlich das Internet
zu einem Erlebnis machen, nämlich die Content-Anbieter. Daran wird sich
leider auch zukünftig kaum etwas ändern. Das mobile Internet jedoch via
Handheld-PCs und den neuen Handy-Generationen wird da einiges ändern. Das
zeigt sich schon daran, das Netzbetreiber auf Content-Anbieter wie uns
herangehen, um sinnvolle Anwendungen entwickeln zu lassen. Dieses Geschäftwird in Zukunft von großer Bedeutung sein.
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sagmal.de:
Wird die Werbung auf kommerziellen Webseiten noch zunehmen oder müssen
andere Wege der Finanzierung gesucht werden?
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Christian Hellmann:
Online-Advertising ist nach wie vor eine starke Säule, das eigene
Web-Engagement zu finanzieren. Daneben spielt aber auch der E-Commerce eine
Rolle - wir erhalten von unseren Partnern in diesem Bereich jeweils hohe
Fixbeträge allein dafür, dass wir sie bzw. deren Shop-Angebote in unsere
Seiten integrieren. Das Provisionsaufkommen erfüllt jedoch noch nicht die
prognostizierten Erwartungen, das wird aber zeitlich versetzt eintreten. Ein
stark wachsender Markt entsteht aus der Lizenzierung von redaktionellen
Inhalten. Mittlerweile stellen wir unsere originären Inhalte aus Max.de,
Tomorrow.de, etc. rund 80 Partnern gegen Gebühr zur Verfügung, z.B. Yahoo!,
MSN, aber auch Telekommunikationsanbietern wie KPN (Planet Internet), Tele2,
E-Plus oder Sonera zed. Das bedeutet, dass man redaktionelle Inhalte von
unseren Sites auch zumindest in Teilen auf anderen Angeboten wiederfindet.
Und natürlich wie oben bereits erwähnt auf mobilen Endgeräten wie z.B. GPRS-
oder UMTS-Handys. Darüber hinaus haben wir vor kurzem mit der TOMORROW
Technologies GmbH eine 100-prozentige Tochtergesellschaft gegründet, die als
ASP sämtliche Leistungen für die technische Infrastruktur eines
Online-Dienstes inklusive eines Next Generation Content Management Systems
anbietet. Das reine Online-Adverting wird für die TOMORROW Internet AG im
Jahr 2001 ca. 58 Prozent des gesamten Umsatzes ausmachen.
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sagmal.de:
Werden Multimediapräsentationen bei der Berichterstattung in Zukunft eine
grössere Rolle spielen?
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Christian Hellmann:
Das ist zum Teil ja jetzt schon der Fall. Aktuelle Nachrichten und
Hintergründe sind natürlich weiter gefragt im Internet. Das Medium bietet
aber weit größere Möglichkeiten. Allein das Stichwort Bewegtbild zeigt,
wohin die Reise geht. Auf unserer Plattform www.networldtv.de bieten wir
schon jetzt rund 2.500 leicht konsumierbare Videos aus verschiedenen
Themenbereichen an. Monatlich werden rund 250.000 Videos abgefragt. Und auch
für die Werbungtreibenden Unternehmen wird dieser Aspekt immer
interessanter: Heute ist es kein Problem mehr, die im TV gängigen Werbespots
auch ins Internet zu übertragen. Selbst für den Fall, dass Nutzer keinen
RealPlayer installiert haben, wird durch Programmierweichen auf
Flash-Animationen oder animierte Werbebanner umgeschaltet, ohne dass der
User davon etwas bemerken oder gar längere Ladezeiten in Kauf nehmen müsste.
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sagmal.de:
Wo findet man Christian Hellmann im Internet?
Auf welchen Seiten sind Sie unterwegs?
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Christian Hellmann:
Als Kinofan findet man mich oft bei www.cinema.de. Und auch das
Nachrichtenangebot von www.spiegel.de steuere ich mindestens einmal am Tag
an.
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sagmal.de:
Haben Sie bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
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Christian Hellmann:
In der letzten Zeit bin ich vielfach darauf angesprochen worden, ob das
Internet aufgrund der derzeitig herrschenden "Dot.com"-Krise und negativen
Stimmung an den Finanzmärkten tot sei. Danke, dass Sie sich nicht in die
Reihe der Journalisten gestellt haben, die das eine mit dem anderen
verwechseln.
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sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?
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Christian Hellmann:
Get in touch .... with Tomorrow!
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Das Interview wurde am 9.4.2001 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de. Wir danken Christian Hellmann für die Beantwortung unserer Fragen. Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen |
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