*** Denn egal ob Groschenroman oder Goethe: Lesen fördert die Vorstellungskraft. Man muss sich im Kopf seine eigenen Bilder erschaffen und bekommt nichts vorgekaut. Diese Pflanze gilt es zu pflegen und nicht durch ein Klassendenken zu zertreten. Mir ist jede oder jeder lieber, der oder die einen Groschenroman liest als jemand, der sich stattdessen eine Daily-Soap im Fernsehen anschaut.
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Wolfgang Tischer,
Jahrgang 1967, geboren in Schwenningen am Neckar, spielte in zahlreichen Theaterstücken, darunter auch Beckett (»Das letzte Band«) und Albee (»Die Zoogeschichte«). Darüberhinaus trat er jahrelang mit einem eigenen Kabarettprogramm auf.
Seit einigen Jahren hat sich Tischer ganz auf die Interpretation von Texten spezialisiert. Tischer liest bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen. Zusammen mit dem Musiker Jan Dintenbusch inszenierte er auch literarisch-musikalische Veranstaltungen, wie z.B. im Planetarium Stuttgart.
Wolfgang Tischer ist Inhaber des Literatur-Cafés im Internet.
Quelle: www.vorleser.de
»Das Literatur-Café gehört zu den weltbesten Seiten im Internet«
U.a. sagten dies Dr. Florian Langenscheidt, Jean-Remy von Matt (Agentur Jung von Matt) und Kurt Siebold (Microsoft) in TOMORROW 11/2001.
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sagmal.de:
Wolfgang, beim Namen Literatur-Café muss ich an gemütliche Tische
denken, an honorige Literaturkritiker oder an erwartungsvolle Zuhörer, die
der Lesung eines Autoren lauschen.
Was davon kann dein Literatur-Café dem Besucher bieten?
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Wolfgang Tischer:
Der Name »Das Literatur-Café« und die Philosophie der Website
sind von Anfang an untrennbar miteinander verbunden. Das Café soll ein
virtueller Treffpunkt sein, wo sich Literatur-Liebhaber sehr wohl fühlen.
Dabei ist es egal, ob Sie Goethe, Mankell oder Hohlbein lesen. Und selbstverständlich
sollen sich hier auch all die Treffen, die selbst schreiben oder schreiben wollen.
Lästerzungen behaupten ja, dass der Kreis derer die schreiben, die Zahl
der Leser weit übertrifft.
Natürlich können wir den Besuchern keinen Kaffee oder Tee an den Tisch
bringen, das müssen sie leider selbst tun, aber das Lob, das wir regelmäßig
von den Besuchern und von den Medien bekommen zeigt uns, dass die Gedichte, Kurzgeschichten,
Buchbesprechungen, Interviews, Schreibtipps und Berichte im übertragenen
Sinne so etwas wie gemütliche Tische darstellen. Und auch in unserem sehr
belebten Foren können sich Leser und Autoren austauschen.
Und selbstverständlich haben wir auch einen Kritiker. Malte Bremer, so sein
Name, bespricht
Gedichte und Geschichten unserer Gäste. Jeder kann hier seine Werke
einreichen und mit etwas Glück wird sein Text dann öffentlich besprochen.
Es ist uns wichtig, hier niemanden vorzuführen, sondern an diesen Besprechungen
exemplarische Fehler aufzuzeigen, die viele Autoren machen. Als Beispiel sei
hier der unnötige Gebrauch von Adjektiven oder schlichtweg logisch Unsinniges
genannt, von dem viele Werke befreit werden müssen.
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sagmal.de:
Wie kommt ein Buchhändler aus Stuttgart dazu, einen solchen Platz im Internet anzubieten?
Wann und wo wurde das Literatur-Café aus der Taufe gehoben und wer kümmert sich im Café um die Gäste?
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Interviewter:
Ich konnte in meinem Leben eigentlich noch nie an einer Buchhandlung vorbeilaufen, ohne einmal kurz hineinzusehen. Und irgendwann wollte ich dann einfach auch mal dort arbeiten, sodass ich Buchhändler geworden bin. Und seit den 80er Jahren, als sich jeder einen Computer kaufen konnte, fand ich auch diese Geräte faszinierend. Später war ich dann in den Mailboxen unterwegs. Plötzlich konnte man innerhalb von Sekunden Leute auf der andern Seite der Erde erreichen. Dorthin wo früher meine Briefe Tage gebraucht hatten. Und bereits in den Mailboxen hatte man sich über Bücher oder Selbstgeschriebenes ausgetauscht. Als dann Mitte der 90er das Internet für jedermann zugänglich war und die ersten kommerziellen Provider den Zugang ermöglichten, da lag es für mich nahe, beide Leidenschaften zu verbinden.
Im Juni 1996 stellte ich dann eine Site ins Netz, die sich Literatur-Café nannte (obwohl Sie damals noch nicht unter der schönen Adresse www.literaturcafe.de zu finden war) und die dazu aufrief, Geschichten und Gedichte, Buchbesprechungen und andere Texte mit literarischem Bezug einzusenden. Das war der Anfang. Und bis heute sind Tausende diesem Aufruf gefolgt. Diese Entwicklung zu beobachten war faszinierend, weil wir natürlich kein Geld für Werbung hatten.
Und ab und zu - was jedoch sehr selten war - waren Leute dabei, die sich aktiv am Café beteiligen wollten. So bin ich froh darüber, dass sich Leute gemeldet haben, die in unseren Foren nach dem Rechten sehen, dass es Leute gibt, die regelmäßig Kolumnen, Buchbesprechungen oder Interviews für das Café liefern. So gibt es also mittlerweile eine kleine Kernmannschaft, die sich um das Café kümmert.
Ich sage es auch gerne in diesem Interview, dass wir für alle Ideen und kreativen Menschen offen sind. Und jeder oder jede, der oder die eine Idee hat, die zum Café passen könnte, kann diese dort realisieren. Allerdings verlangen wir Ausdauer und Professionalität und neben der Liebe zur Literatur auch Kenntnisse im Bereich HTML und Bildbearbeitung. Natürlich kann so ein Projekt wie das Café den Mitarbeitern leider kein Geld bieten, aber man kann in seinen Lebenslauf schreiben, dass man an einer der weltbesten Websites mitarbeitet (so haben die Website zumindest Experten beurteilt) und dass man täglich tausende von Leserinnen und Lesern erreicht.
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sagmal.de:
Man findet den Namen Wolfgang Tischer im Zusammenhang mit Literatur, recht häufig im Web, allerdings erfährt man dabei wenig über den Menschen Wolfgang Tischer selbst und wie er zur Literatur kam.
Erzählst du uns ein wenig über dich?
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Wolfgang Tischer:
Es ist erstaunlich und manchmal auch erschreckend, was man alles über Leute im Internet erfahren kann. Wenn man nicht gerade einen Allerweltsnamen hat und danach in den Suchmaschinen sucht, dann kann man viel über manche Menschen herausfinden. Private Homepages, Websites von Sportvereinen, Kleinanzeigen, Einträge in Gästebüchern, Foren und Newsgroups ergeben häufig ein gutes Profil eines Menschen, erzählen über seine Interessen und Vorlieben. Und auf der anderen Seite lese ich in Computerzeitschriften Tipps und Tricks, wie man im Netz anonym bleibt.
Ich bin froh, dass es auf der Welt nicht nur mich gibt, der den Namen Wolfgang Tischer trägt und daher vieles, was man im Netz findet, nicht eindeutig mir zuzuordnen ist. Außer vielleicht literarische Themen.
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sagmal.de:
Du hast 1998 bei einem Vortrag gesagt, es gäbe keine Netzliteratur, sondern nur eine »Literatur im Netz«. Hat sich das inzwischen geändert und wo liegen eigentlich die Unterschiede?
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Wolfgang Tischer:
Vieles an Geschichten und Gedichten, die man im Internet findet, nutzt das Netz zur Verbreitung. Ich kann diese Werke dann auch ausdrucken und sie verlieren dadurch nichts. Das ist die »Literatur im Netz«, die ich dort finde. Netzliteratur wiederum müsste etwas bieten, was so nur im Internet möglich ist, was es anderswo so nicht geben kann oder was so nicht realisierbar ist. Die meisten denken dann natürlich an Links, an Hypertexte. Allerdings hat auch das nichts mit dem Internet zu tun, da es Hypertexte schon vor dem WWW gab. Auch das ist also eigentlich nichts Netzspezifisches. Und wenn man an Diskussionsforen und so genannte kolaborative Schreibprojekte oder Mitmachgeschichten denkt, so hat das Internet solche Dinge zwar beschleunigt und den Kreis von Schreibern und Lesern vergrößert, aber auch in der wirklichen Welt gab es so was schon, einmal ganz davon abgesehen, dass dadurch keine neue Form der Literatur entsteht.
In meinem Vortrag habe ich damals ein paar Dinge aufgezählt, die meiner Meinung nach eine solche Literatur ausmachen könnten: weltweite Vernetzung und Verfügbarkeit, zeitnahe Veröffentlichung und Distribution, Interaktivität und direkte Feedback-Möglichkeiten und die Verbindung zwischen Realität und Fiktion. Und dann braucht solche Literatur schlichtweg auch Leser. Und hier habe ich wenig gesehen, was wirklich eine neu Form der Literatur wäre.
Allerdings hat die Frage nach Literatur im Netz und Netzliteratur für viele Germanisten den Stoff für ihre Seminar-, Magister- oder Doktorarbeiten geliefert. Es ist eine Spielwiese für Intellektuelle und erfüllt daher auch gesellschaftliche Funktionen. Zumindest in der Hochzeit der New Economy hat dies vielen Geisteswissenschaftlern Zugang zur Arbeit im Internet-Bereich als Texter oder Konzeptionierer verschafft. Aber ich glaube, ich bin jetzt hier wieder zu sarkastisch.
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sagmal.de:
Restaurants und Cafés werden ab und zu renoviert.
Wird sich das Literatur-Café in Zukunft auch verändern?
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Wolfgang Tischer:
Im Internet sind ja Renovierungen ziemlich in. Dort nennt man so was neudeutsch »Relaunch«. Alle paar Jahre werden Websites inhaltlich, funktionell und oder gestalterisch umgebaut, also »relauncht«. Ich glaube aber, dass der Relaunch hauptsächlich von den Internet-Agenturen erfunden wurde, um ab und zu mit den bestehenden Kunden wieder mal neuen Umsatz zu generieren. Im wahren Leben ist ein Relaunch eher selten. Menschen werden nie relauncht und bei Restaurants und Cafés geschieht dies meist nur dann, wenn der Besitzer gewechselt hat. Da wir vom Literatur-Café weder Geld noch einen Besitzerwechsel hatten, hat es nie einen Relaunch gegeben. Schaut man sich aber die Website des Literatur-Cafés über die Jahre hinweg an, so erhält man durchaus den Eindruck, dass wir mehrere Relaunches hinter uns hätten. Das Café, so wie es sich heute aktuell präsentiert, unterscheidet sich doch deutlich von dem vor sieben Jahren. Immer werden mit unseren bescheidenen Mitteln Änderungen vorgenommen, oder es kommen neue Rubriken hinzu. Als Inhaber setze ich hier eher auf ständige Verbesserung und Veränderung, statt auf komplette Neugestaltung.
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sagmal.de:
Was wurde aus der Idee, »Inselflucht« fortzuführen?
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Wolfgang Tischer:
Damals 1998 war Inselflucht der Versuch des Literatur-Cafés so etwas wie Netzliteratur zu machen. Wir schickten also einen Autor - in diesem Fall war es ich - auf die Nordseeinsel Langeoog und es entstand so etwas wie ein interaktiver Trivialroman. Leser konnten die Geschichte des Protagonisten verfolgen und beeinflussen. Ebenso spielten reale Begebenheiten oder Zeitungsmeldungen mit hinein.
Das Projekt war zwar sehr aufwändig, hat aber dennoch großen Spaß gemacht. Insbesondere das Spiel mit Fiktion und Realität fand ich sehr spannend. Obwohl das Café seinerzeit nur einen Bruchteil der Besucher hat, die heute zu uns kommen, war die Beteiligung der Leser enorm groß. Als Autor wusste man, dass man gelesen wird. Damals haben wir gesagt, dass wir so was unbedingt wieder machen müssen, weil es den Autoren und den Lesern riesigen Spaß gemacht hat.
Leider sollten über vier Jahre vergehen, bis wir wieder etwas Vergleichbares durchführen konnten. Diesmal sollte die Geschichte nicht auf einer Nordseeinsel spielen, sondern in Berlin. Und es ist uns sogar gelungen, eine fiktive Romanfigur bei einem realen Poetry-Slam auftreten zu lassen. Nur mussten wir leider nach den ersten Tagen feststellen, dass wir kaum Leser hatten und schlimmer noch, dass wir so gut wie keine Reaktionen von den Lesern bekamen. Auch negative Reaktionen hätten uns ja schon gefreut. Wir haben uns lange Gedanken gemacht, woran das wohl lag und sind zu dem Schluss gekommen, dass solche Projekt einfach nicht mehr interessant sind. Mit »Inselflucht« haben wir damals noch etwas weltweit einmaliges gemacht. Dann aber gab es solche Projekte an allen Enden und Ecken, privates Leben wurde immer öffentlicher und auch eine Fernsehserie wie Big Brother hat dazu beigetragen, dass es es nichts besonderes mehr ist, fiktives oder reales Leben mitzuverfolgen. Wir haben dann die Konsequenz gezogen und das Projekt rasch eingestellt, so bedauerlich dies auch für uns war. So etwas wie Inselflucht ist heute nicht mehr interessant.
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sagmal.de:
Hat auch Trivialliteratur einen Platz in deinem Café, oder ist es der hohen Literatur vorbehalten?
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Wolfgang Tischer:
Die Unterscheidung zwischen Trivialliteratur und sogenannter hoher Literatur ist eigentlich Quatsch, und ich kann es nicht immer verstehen, warum viele Leser vermeintlich besserer Literatur auf die Leser vermeintlich schlechterer Literatur herabschauen. Denn egal ob Groschenroman oder Goethe: Lesen fördert die Vorstellungskraft. Man muss sich im Kopf seine eigenen Bilder erschaffen und bekommt nichts vorgekaut. Diese Pflanze gilt es zu pflegen und nicht durch ein Klassendenken zu zertreten. Mir ist jede oder jeder lieber, der oder die einen Groschenroman liest als jemand, der sich stattdessen eine Daily-Soap im Fernsehen anschaut.
Daher hat auch im Literatur-Café alles seinen Platz. Allerdings aber nur dann, wenn es auch jemanden gibt, der diesen Platz pflegt und organisiert. Neulich z.B. wurde ich gefragt, warum man bei uns nichts oder nur sehr wenig über Fantasy findet und ob das für uns keine Literatur sei. Ich musste antworten, dass wir gerne auch mal einen Beitrag über Fantasy veröffentlichen und ob der Fragesteller nicht Lust hätte, so was mal zu schreiben. Doch Forderungen werden immer leicht gestellt. Leider höre ich nur selten wieder was von solchen Leuten. Wahrscheinlich schauen sie dann doch lieber Fernsehen.
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sagmal.de:
Du bist auch als »Der Vorleser« bekannt und hast in dieser Eigenschaft schon oft live vor Publikum gelesen. Darunter »Die Leiden des jungen Werthers« von Goethe, aber auch Gedichte und Ausschnitte aus Charles Bukowskis Roman »Hollywood«. Ganz ehrlich, was war schwieriger?
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Wolfgang Tischer:
Ich bekam damals von einem Veranstalter den Auftrag, Bukowski zu lesen. Ich finde so was immer sehr spannend, weil ich mich dann z. T. mit Autoren beschäftigen muss, von denen ich bislang nichts gelesen habe. Bukowski gehörte damals auch dazu. Doch durch die Vorurteile und das, was ich über diesen Autor gehört hatte, konnte ich mir ein klares Bild von seinen Texten machen. Texte, die viele cool oder wahnsinnig provozierend finden, weil darin so viel von Sex und Drogen die Rede ist. So dachte ich damals. Dann las ich zur Vorbereitung Hollywood und war begeistert. Dieser Autor hatte Humor und Selbstkritik. Und Hollywood dann auch vor Publikum zu lesen, hat großen Spaß gemacht. Allerdings bin ich einfach stimmlich für den Werther besser geeignet als für das Alterswerk von Bukowski. Da müsste ich selbst mehr rauchen und trinken.
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sagmal.de:
Inwiefern hat das Web dein Leben verändert?
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Wolfgang Tischer:
Das Web bestimmt mein berufliches Leben und auch privat spielt es durch das Literatur-Café eine wichtige Rolle. Aufgrund des Webs habe ich Vorträge und Seminare an der Universität gehalten. Ich habe durch das Web Menschen kennen gelernt und ungeahnte Einblicke erhalten. Daher kann und muss ich sagen, dass das Web für mein Leben, so wie ich es führe und geführt habe ein enorm wichtiger Faktor ist und war. Und ich schaue kaum noch Fernsehen :-)
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sagmal.de:
Könntest du dir ein Leben ohne das Web noch vorstellen?
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Wolfgang Tischer:
Würde es das Web nicht geben, dann würde ich es nicht vermissen. Wenn man es morgen für alle abstellt, wäre das zwar traurig, aber ich könnte mir ein Leben ohne das Netz durchaus auch vorstellen. Unvorstellbar wäre es aber, dass ich mir das Netz »abgewöhne«. Solange es das Netz gibt, kann ich mir ein Leben ohne es nicht mehr vorstellen.
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sagmal.de:
Gibt es eine Seite, außer deiner eigenen, die dir besonders am Herzen liegt?
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Wolfgang Tischer:
Obwohl ich sehr viel im Netz unterwegs bin, erwischt man mich immer eiskalt, wenn man nach meiner Lieblingsseite oder nach Surftipps fragt. So auch jetzt. Die Seiten, auf denen ich wirklich täglich vorbeischaue unterscheiden sich sicher nicht von denen der Mehrzahl der Internet-Nutzer. Meine Hauptnachrichten beziehe ich vom SPIEGEL aber auch bei Jörg Kantels Schockwellenreiter schaue ich immer wieder gerne vorbei, weil es da so manch nettes Fundstück gibt. Und ich finde es nach wie vor klasse und beachtenswert, dass sich der Heise Verlag ein Projekt wie Telepolis gönnt, dass sich inhaltlich wohltuend von anderen journalistischen Angeboten abhebt.
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sagmal.de:
Hast du bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
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Wolfgang Tischer:
Eigentlich habe ich die Frage vermisst, die uns immer gleich als erstes gestellt wird: Kann man denn mit so einer Website wie dem Literatur-Café Geld verdienen? Und wenn ich dann antworte, dass man es bedauerlicherweise nicht kann und die Website überwiegend von mir finanziert wird, schließt sich meist eine weitere Frage an, die viel von der gesellschaftlichen Grundhaltung so vieler widerspiegelt: Ja, aber warum machen Sie das denn dann?
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sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?
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Wolfgang Tischer:
In diesem Falle möchte ich als Interviewter mal sagen dürfen: Herr Herbig, ich danke Ihnen für das Interview und die guten Fragen :-)
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sagmal.de:
Dankesehr. :-)
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Das Interview wurde am 8.6.2003 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de. Wir danken Wolfgang Tischer für die Beantwortung unserer Fragen. Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen |
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