Torsten Gerhardt Geboren: 1973 in Berlin
Studium: TU Delft Technische Bestuurskunde (Verwaltungs -wissenschaften)
Spezialisierungs -richtung Umweltmanagement
Arbeit: 4 Jahre bei einer kleinen Softwarefirma (Marketing, Vertrieb, ...)
Seit kurzen: Qualitätsmanagement an der Hochschule Den Haag
Torsten ist seit April 1999 Herausgeber von www.testedich.de
*** Eigentlich gibt es nichts Negatives am Internet. Porno und Rechtsradikalismus gab es schon vorher und würden auch ohne das Internet bestehen.
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sagmal.de:
Torsten, bei deiner Seite www.testedich.de ist der Name sozusagen Programm.
Welche Art sich zu testen gibt es auf der Seite und wie kamst du auf die
Idee zu
so einem Angebot?
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Torsten Gerhardt:
Eigentlich gibt es nichts, was man nicht testen kann. Von den klassischen
Psychotests über Liebestests bis hin zu den Fan- und Wissenstests. Und wer
seine Sprachkenntnisse testen will oder mal schauen, ob der Chef genug
zahlt oder man sich nicht sicher ist, was man später werden will, ist
richtig auf testedich.de. Aber auch die Kinder werden nicht vergessen. Man
sieht testedich.de ist manchmal seriös, aber der Spaß kommt sicher nicht zu
kurz.
Wie testedich.de entstanden ist? Ich surfte so durch das Internet und fand
einen IQ-Test und machte diesen und wollte gleich einen zweiten machen.
Aber auf die schnelle konnte ich keinen finden. So begann ich systematisch
das Netz ab zu suchen und fand keine Startseite, die einem hilft, den
richtigen Test zu finden. So begann ich testedich.de aufzubauen. Sehr
schnell war an den Besucherzahlen zu sehen, dass es scheinbar mehrere
Surfer gab, die so eine Seite suchten.
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sagmal.de:
Ich habe auf testedich.de viele Auszüge aus Zeitschriften und Internetseiten
gelesen, die sich alle mit testedich.de beschäftigten. Allerdings fand ich
kaum einen Hinweis auf deine Person. Wie würdest du dich in ein paar Sätzen selbst
beschreiben?
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Torsten Gerhardt:
Einer der lieber im Hintergrund bleibt, aber zielstrebig auf ein Ziel
hinarbeitet. Nicht aggressiv auftretend, aber meine Meinungen subtil
durchsetzend. Leise, aber deutlich. Kreativ, aber analytisch.
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sagmal.de:
Wie ernst muss man die Tests auf testedich.de nehmen?
Alles nur Spaß, oder was steckt dahinter?
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Torsten Gerhardt:
Man muss sich immer einen Test genau anschauen. Die meisten Tests sind
nicht wissenschaftlich unterbaut. Also ein gesundes Misstrauen ist
angebracht. Schließlich sollte man sein Leben nicht von einem Computer
abhängig machen. Wenn man das beherzigt, kann man sehr viel über sich
lernen und viel Spaß haben. Kann es eine bessere Kombination geben?
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sagmal.de:
Der Todesuhrtest ist doch eigentlich ein Test für Masochisten, oder?
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Torsten Gerhardt:
Ja, aber gibt es etwas schöneres als das Geburtsdatum von seinen Chef einzugeben und zu sehen, dass auch seine Zeit kommen wird? Außerdem wird
einem deutlich gemacht, dass man sein Leben genießen sollte, denn leider
kommt das Ende viel zu schnell.
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sagmal.de:
Welcher der vielen Tests ist dein persönlicher Lieblingstest?
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Torsten Gerhardt:
Ein echten Lieblingstest gibt es nicht. Es sind einfach zu viele gute. Und
meistens sind die Tests auch nur einmal so richtig gut. Aber die oben
erwähnte Todesuhr und der Gänseblümchentest sind jedes
Mal wieder lustig. Vor allem der Gänseblümchentest besticht durch seine
Umweltfreundlichkeit (man braucht endlich keine Blumen mehr rausreißen) und
funktioniert auch im Winter!
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sagmal.de:
Du bist in Berlin geboren, lebst aber jetzt in Delft.
Hat das etwas mit deiner Tätigkeit bei bitbybit zu tun?
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Torsten Gerhardt:
Hey, hier wurde im Internet recherchiert. Auf testedich.de steht das nicht!
Nein, ich bin für mein Studium nach Holland gekommen und dann blieb ich
hier hängen. Inzwischen arbeite ich übrigens auch nicht mehr für Bitbybit,
sondern für die Hochschule in Den Haag. (Nicht alles, was man im Internet
findet, ist aktuell!).
Ich kann jedem raten, Delft zu besuchen. Tolle kleine alte Stadt und Den
Haag, Rotterdam sind nur 5 Minuten entfernt und Amsterdam nur eine Stunde!
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sagmal.de:
Torsten, du als Insider, wie wird sich das Internet in den nächsten Jahren
verändern?
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Torsten Gerhardt:
Wenn ich das wüsste, wäre ich in ein paar Jahren reich. Man kann nur
hoffen, dass es schneller und billiger und Benutzerfreundlicher wird.
Hoffentlich bleiben die Hobbyisten, die 90 % der Seiten entwickelt haben,
bei der Stange. Denn nur so bleibt das Internet bunt und attraktiv. Ich
plane jedenfalls noch nicht zu stoppen.
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sagmal.de:
Was ist für dich das Positive, was das Negative am Web?
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Torsten Gerhardt:
Das Positive ist, dass man in Prinzip alles im Internet findet (wenn man
weiß, wo man suchen muss). Außerdem sind viele Dinge einfacher geworden,
wie die Kommunikation oder bestimmte automatisierte Interaktionen (wie zum
Beispiel Tests, wo man die Auswertungen automatisch erhält, ohne
stundenlanges zusammenrechnen). Bei mir gehört das Internet zum täglichen
Leben.
Eigentlich gibt es nichts negatives am Internet. Porno und
Rechtsradikalismus gab es schon vorher und würden auch ohne das Internet
bestehen. Wie überall im Leben muss es Regeln geben und diese müssen auf
deren Einhaltung kontrolliert werden. Diese Regeln entstehen langsam und
hiermit wird das Internet auch mehr erwachsen.
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sagmal.de:
Welche Erfahrungen hast du bisher im Web gemacht?
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Torsten Gerhardt:
Ich haben einmal bei einen Gewinnspiel eine CD gewonnen! Hurra! Mein
einziger Gewinn in meinen Leben. Aber meine echten Erfahrungen mache ich
doch noch außerhalb des Netzes.
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sagmal.de:
Welche Seiten findet man unter deinen Favoriten im Web und warum?
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Torsten Gerhardt:
Eigentlich besuche ich meistens nur 4 Seiten im Internet. Spiegel.de und
Welt.de für die seriösen Nachrichten und Bild.de für den neusten
Klatsch. Über Bundesliga.de verfolge ich via Internetradio die Bundesliga.
Nur wenn ich konkrete Informationen nötig habe, gehe ich auf andere Seiten.
Beispiele hierfür sind Fahrpläne, Konzertinformationen, Lexikas und
Hintergrundinformationen.
Natürlich sind hunderte Testseiten in den Favoriten. Aber das ist ja auch
meine Arbeit.
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sagmal.de:
Hast du bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
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Torsten Gerhardt:
Ja. Kann man im Internet Geld verdienen? Und wenn ja, wie? (bitte schicke
mir die Antwort: info@testedich.de
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sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?
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Torsten Gerhardt:
Die Banalität bestimmt das Bewusstsein!
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Das Interview wurde am 27.September.2001 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de. Wir danken Torsten Gerhardt für die Beantwortung unserer Fragen. Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen |
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