Interview mit Birgit Rudolph vom 12.11.2003
Birgit Rudolph

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Für viele Fans hat Star Trek eine besondere Faszination aufgrund der Philosophie, die hinter der Show steht. Es geht eben nicht nur um exotisch aussehende Aliens oder dramatische Weltraumschlachten. Eigentlich geht es um die Notwendigkeit, trotz aller Unterschiede miteinander auszukommen und voneinander zu lernen. Ein lohnenswertes Credo, finde ich.



Birgit Rudolph
Jahrgang 1974, geboren in der Nähe von Berlin, 1998 Tiermedizin-Studium abgeschlossen, momentan mal wieder Berlinerin, internetsüchtig, verheiratet, hatte mit 14 Jahren Erstkontakt mit der Welt von Star Trek, ist in mehreren Star-Trek-Fanclubs aktiv und seit November 2001 mit der Föderationsdatenbank online.
 
Am 8. September 1966 sahen die Zuschauer in den U.S.A. zum ersten Mal im Fernsehen eine neue Science Fiction-Serie, wie sie noch nie dagewesen war: STAR TREK. Mit der Episode "the man trap" begann die NBC die Ausstrahlung einer Serie, die viele Jahre später ungeahnte Erfolge feiern sollte.
Doch zunächst mußte Star Trek in einer Fernsehlandschaft, die schon damals mehr von Quoten als von Qualität regiert wurde, ums Überleben kämpfen. Die Fans waren maßgeblich daran beteiligt, Star Trek über drei Jahre hinweg "am Leben" zu erhalten, doch am Ende waren auch deren Proteste zu wenig, um weitere Episoden zu sichern. Dabei hatte die NBC durch Ignoranz und schlechte Planung ihr Eigenes dazugetan, um die Einschaltquoten absinken lassen.
www.foederationsdatenbank.de So wurde die Serie zunächst Donnerstag abends um 20 Uhr 30 (jeweils Ostküstenzeit) landesweit gesendet. An der Westküste ist es zu diesen Zeiten aber gerade noch früher Nachmittag! Die zweite Saison wurde dann freitags um 20 Uhr 30 und die dritte Saison Freitags um 22 Uhr gesendet, also zu immer schlechteren Zeiten. Erst später stellte sich in den U.S.A. ein wirklich riesiger Erfolg für STAR TREK ein, als die Serie an lokale Fernsehsender vermarktet wurde, die die Serie zu besser gewählten Zeiten sendeten, sodaß insgesamt viel mehr Zuschauer erreicht wurden, als zur Zeit der Erstausstrahlung auf NBC!
 

sagmal.de:
Birgit, Science Fiction ist doch eigentlich, zumindest war ich bisher der Meinung, eher Männersache. Wie kommt eine junge Frau wie du auf die Idee, so eine Seite mit so einer riesigen Datenbank zu erstellen?

Birgit Rudolph:
>>schmunzel<< Das liegt an den Männern... Nee, mal im Ernst, der größte Teil der Science Fiction - sei es Buch oder Film - wird immer noch von Männern gemacht. Daher ist dieses Genre stark technik-orientiert. Mich schreckt das nicht besonders. Aber viele Frauen haben mit Technik noch immer Probleme. Ich kenne allerdings auch etliche weibliche Science-Fiction-Fans. Warum die Seite so riesig ist? Das Star-Trek-Universum ist nach fünf Realfilm-Serien, einer Trickfilmserie und zehn Kinofilmen ziemlich groß geworden. Im Grunde ist die Datenbank noch viel zu klein. Immer wieder bekomme ich Anfragen wegen fehlender Informationen. Die meisten Fans sind auf bestimmte Themen spezialisiert: einzelne Völker, Schiffe oder Personen. Ich wollte möglichst jedem etwas bieten.

sagmal.de:
Woher hast du all die Informationen? Ich habe mich beim Durchstöbern immer wieder ertappt, wie mit bestimmten Namen die Erinnerung an verschiedene Episoden zurückkam. Allerdings hab ich mir die nie so gemerkt, dass ich darüber eine Datenbank machen könnte.

Birgit Rudolph:
Na ja, ich kann mir viele Details auch nicht merken. Daher kam ja die Idee mit der Datenbank. In erster Linie brauchte ich etwas, wo ich schnell nachschlagen konnte, wenn ich eine Information suchte. Und am Rechner ist eine Recherche nun mal am schnellsten. Meine Hauptquelle sind die "Star Trek Fakten und Infos". Das ist eine Sammelzeitschrift, die es nur in der Druckversion gibt. Der Gesamtumfang dürfte sich auf etwa 9000 Seiten belaufen. Das ist ziemlich viel zu lesen... Eine bestimmte Information zu finden, ist in dieser Form nicht ganz einfach.

sagmal.de:
Machst du dir die ganze Arbeit alleine, oder hattest du Hilfe?

Birgit Rudolph:
Die Datenbank war zunächst von einem Fan namens Reiner Keller angefangen worden, aber er hatte sie vor ca. drei Jahren einfach aufgegeben. Ich habe dann eine komplette Überarbeitung vorgenommen und den Datenumfang inzwischen mehr als verdreifacht. Seitdem arbeite ich allein daran.

sagmal.de:
Welche Pläne hast du für die Zukunft der Seite?

Birgit Rudolph:
Solange ich keine Probleme mit dem Copyright bekomme: Ich werde die Seite erweitern, bis es nichts Neues mehr gibt. Aber das wird - hoffentlich - noch dauern. Mit jeder neu gedrehten Folge kommen Informationen dazu, mir dürfte die Arbeit also so schnell nicht ausgehen.

sagmal.de:
Was ist deiner Meinung nach das faszinierende an Science Fiction?

Birgit Rudolph:
Die Frage nach dem: Was wäre, wenn... ? Wie könnte Leben auf anderen Planeten aussehen und welche Kulturen könnten sich dort entwickelt haben? Was, wenn unsere Geschichte an diesem oder jenem Punkt einen anderen Weg eingeschlagen hätte? Für viele Fans hat Star Trek eine besondere Faszination aufgrund der Philosophie, die hinter der Show steht. Es geht eben nicht nur um exotisch aussehende Aliens oder dramatische Weltraumschlachten. Eigentlich geht es um die Notwendigkeit, trotz aller Unterschiede miteinander auszukommen und voneinander zu lernen. Ein lohnenswertes Credo, finde ich.

sagmal.de:
Wann begann deine Liebe zu Star Trek?

Birgit Rudolph:
Vor 15 Jahren. Als Teenager sah ich das erste Mal eine Folge der Original-Serie. Danach kam ich nicht mehr davon los. Einer der wenigen Fälle, in denen sich meine Eltern irrten, als sie sagten, dass wäre nur eine Phase...

sagmal.de:
Wer ist dein Liebingscharakter und warum?

Birgit Rudolph:
Den gibt es nicht. Jeder Charakter hat seine besonderen Eigenschaften, wirklich interessant wird es erst im Zusammenspiel der verschiedenen Personen. Aber ich habe eine Lieblingsserie im Star-Trek-Universum: "The Next Generation". Die Ansammlung von richtig guten Stories ist dort am größten.

sagmal.de:
Ganz ehrlich Birgit, gibt es Leben da draußen?

Birgit Rudolph:
Keine Ahnung! Aber jeder Science-Fiction-Fan lebt von der Hoffnung, dass es Leben da draussen gibt. Mir geht´s da nicht anders. Und um mit einem Genre-Film zu sprechen: "Wenn wir allein im Universum wären, wäre das eine ziemliche Platzverschwendung."

sagmal.de:
Könntest du wählen unter den Lebewesen des Star Trek Universums, welcher Rasse würdest du am liebsten angehören und warum?

Birgit Rudolph:
Bei den meisten Clubaktivitäten mime ich eine Vulkanierin. Das ist eine Spezies, die auf der Basis von Logik und Vernunft lebt. Vulkanier unterdrücken ihre Emotionen zum größten Teil und sind daher kaum emotional verletzbar. Eine Eigenschaft, die mir mal über eine schlimme Zeit geholfen hat... Allerdings sind Vulkanier-Partys furchtbar langweilig, da halte ich mich doch lieber an die Klingonen. Die wissen, wie man sich amüsiert!

sagmal.de:
Was machst du, wenn du nicht gerade fremde Rassen und Galaxien katalogisierst?

Birgit Rudolph:
Beruflich? Ich sitze am Rechner und arbeite an einer Datenbank für Zoo- und Wildtierpathologie. Ist wirklich wahr... Ansonsten bin ich mit einem Star-Trek-Fan verheiratet, der ein begeisterter Handwerker und Kulissenbauer ist. Wir sind praktisch ständig am Basteln.

sagmal.de:
Was wird aus der Welt der Zukunft werden? Werden wir die Science Fiction irgendwann einholen?

Birgit Rudolph:
Na bestimmt! Der technische Fortschritt macht immer größere Sprünge, da wird es nicht mehr lange dauern, bis so mancher Science-Fiction-Film antiquiert aussieht. Der Physiker Stephen Hawking soll mal gesagt haben: " Warp-Antrieb? Wir arbeiten daran..." Was die Entwicklung der menschlichen Toleranz und Vernunft betrifft: Ich hoffe es. Aber in diesem Punkt sind wir von der Fiktion einer friedlich zusammenlebenden globalen Gesellschaft noch Lichtjahre entfernt.

sagmal.de:
Gibt es eine Seite, die dir besonders am Herzen liegt, außer deiner eigenen?

Birgit Rudolph:
Mein absoluter Favorit ist www.google.de. Wenn es für eine Frage irgendwo im Web die Antwort gibt: Google findet sie!

sagmal.de:
Hast du bei meinen Fragen eine Frage vermisst?

Birgit Rudolph:
Nö.

sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?

Birgit Rudolph:
Gelegentliche Abstecher in fiktive Welten erweitern die persönliche Perspektive ungemein. Versucht´s mal!

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Das Interview wurde am 12.11.2003 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de.
Wir danken Birgit Rudolph für die Beantwortung unserer Fragen.
Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen

 

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