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Und sie sind meist auf ein ganz spezielles Thema bezogen, wegen dessen man den Interviewpartner interviewed hat.

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 ... Quellcoder!

Die Quellcoder
von Engelbert Schinkel.

Darf ich Sie was fragen ?

Haben Sie Ambitionen, einen Menschen, den Sie zum ersten Mal sehen und den Sie näher kennen lernen wollen, zuerst medizinisch auf Herz und Nieren untersuchen zu wollen ? Ob die Nieren regelgerecht aussehen und kein Stück Darm zuviel ist. Ob nicht irgendwo eine Zyste oder Schlimmeres ist ? Der Untersuchende hat bei der Prozedur zu schweigen, denn es ist unwichtig, was er zu sagen hat.

Wenn ja, dann scheinen Sie Arzt zu sein ... oder Wissenschaftler ... und der Mensch besteht bei Ihnen aus Darm, Niere, Blase, Leber und Co. Das Gehirn ist zweitrangig, zuerst muss die Biopsie stimmen.

Jetzt werden Sie mich fragen, was das denn mit dem Internet zu tun hat.

Nun, es gibt Menschen, die schauen sich zuerst den Quelltext auf einer Seite an. Steht dort Frontpage, Dreamweaver oder Schlimmeres, bedeutet dies, dass der Mensch eine bösartige Krankheit hat, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Metastasen auf anderen Seiten bildet.

Diese Menschen sind aber keine Mediziner. Sonst würden sie ja helfen. Oder haben Sie schon mal einen Arzt gesehen, der sagt "mein Gott, Sie haben Krebs, mit ihnen will aber gar nix zu tun haben. Ich gebe ihnen jetzt eine Spritze ins Kreuz rechts oben und dann bin ich Sie los".

Diese Menschen scheinen auch keine Pathologen zu sein. Denn die arbeiten ja am toten Objekt. Natürlich gibt es auch tote Seiten im Netz, aber dem Quelltextvoyeur ist das erst mal egal, er sucht nicht nach Leben.

Diese Menschen scheinen Wissenschaftler zu sein. Fachrichtung Quellcoder. Spezialisiert auf den Quellcode des virtuellen Lebens. Sprudelt dieser Quell nicht so, wie das ein guter Quell tut, dann ist das Wasser nichts wert. Da kann nur in der Nähe eine kranke Fabrik sein. Die diesen Quell mit allerhand überflüssigem Abfall verunreinigt. Ist aber auch eine Schande, was heutzutage so an Font-Tags in die Gewässer geleitet wird.

Man muss natürlich den Wissenschaftlern zugute halten, dass ohne sie der Fortschritt nicht möglich gewesen wäre. Doch im Internet ist diese Spezies leider zum Teil mutiert. Sie forschen nicht nur, um einer Sache auf den Grund zu gehen oder von unentdeckten Welten zu lernen.

Nein, sie stellen Schilder an die Ufer. "Passt", "ist sauber" oder "passt nicht" "bitte trocken legen". Forschung ist nicht in ihrem Sinne, denn sie wissen ja schon alles. Hauptsächlich wissen sie, was falsch ist. Und das ist ja so verdammt viel. Der PH-Wert des virtuellen Wassers macht sie sauer.

Dass im Wasser Fische leben, ist ihnen egal, weil sie dort noch nie welche gesehen haben.

"Seien sie doch mal tolerant" könnten man jetzt zu den Herren sagen. Da würden diese dann mal schnell dieses Fremdwort bei wissen.de eingeben. Und dort erstmal in den Quelltext schauen und schon vergessen haben, warum sie eigentlich auf die Seite gekommen sind.

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Engelbert SchinkelEngelbert Schinkel,
geboren 18.4.59 in Landstuhl. Verheiratet, keine Kinder. Wohnhaft in Bruchmühlbach (25 km westlich von Kaiserslautern). Mittlere Reife, Ausbildung zum Bürokaufmann. Seit August 2000 der Mensch hinter der Homepage www.seelenfarben.de
 

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