Stefan Rippler, geb 18.02.1985
1992 Herausgeber einer lokalen Jugendzeitschrift,
1998 - 2001 Redakteur und Initiator der Jugendseite bei "good morning", einer Regionalzeitschrift
1999 schreibt er für denLokalteil der Tageszeitungen "Traunsteiner Tagblatt" und "Chiemgau-Zeitung"
Seit 2000 Leiter des "Arbeitskreises Schülerzeitung am staatlichen Landschulheim Marquartstein Im Jahr 2000 der erste Artikel bei FOCUS Online.
August 2000 Praktikum bei Netguide GmbH (FOCUS digital AG). Seither freier Mitarbeiter.
Aus einer Idee der Praktikantenbetreuerin der Netguide GmbH entstand im September 2000 das Informationsportal "Planet-Praktika", das Stefan eröffnete, um "Gleichgesinnten" eine Einstiegsmöglichkeit in den Journalismus zu bieten. Für dieses Projekt erhielt er den Cool-Spot von WEB.DE und war mit seinen Seiten Tagestipp bei einigen großen Portalen, wie yahoo.de oder heute.org.
*** Ein Journalist muss sein Interesse auf Politik und Menschen, bzw. Regionen/Branchen richten, die Probleme haben, oder welche bekommen werden und dem Leser seine Sicht/seine Erkenntnisse bzw. die Situation anschaulich und verständlich "präsentieren" . Er muss verantwortungsbewusst, etwas hartnäckig und neugierig sein. Wichtig ist vor allem, dass er sich nichts vormachen lässt. Dann ist das der schönste Beruf der Welt ;-))
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sagmal.de:
Stefan, du bist 16 Jahre alt und betreibst das Portal Planet-Praktika, das
Interessierten beim Einstieg in den Journalismus helfen soll.
Wie startete das Projekt?
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Stefan Rippler:
Nun, das Ganze begann mit einem Praktikum bei der Findmaschine "Netguide" aus dem Hause Burda. Während des Praktikums sprach mich meine Praktikantenbetreuerin, Simone Edelberg, auf ein Projekt an, das
jungen Journalistik-Interessenten den Einstieg in die Branche erleichtern
soll. Die anderen Praktikanten und ich waren sofort begeistert, sodass ein paar
Tage später ein erstes Treffen stattfand. Dort entstand der Name
"Planet-Praktika" und ein genaueres Konzept. Da die anderen Praktikanten zum
Teil übernommen wurden bzw. ihre Stelle wechselten, stand ich schnell mit
meiner ehemaligen Betreuerin alleine da. Ich entschloss mich, das Projekt
privat weiterzuführen. (mit Beratung durch Simone Edelberg)
Durch meine Mitgliedschaft bei der Jungen Presse Bayer e.V. hatte ich schon
den ersten Kooperationspartner und das Projekt konnte starten!
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sagmal.de:
Wem nutzt deine Seite und wie kann man sie nutzen?
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Stefan Rippler:
Planetpraktika.de wird hauptsächlich von Studenten oder
Nachwuchsjournalisten, einer relativ jungen Zielgruppe (16- 29 Jahre),
genutzt. Die Seiten bieten einen hohen Nutzwert. Beispielsweise kann man
viele Eindrücke gewinnen, wie es im Journalismus zugeht. Weiter gibt es
viele Tipps von erfahrenen Journalisten, die einem beim Einstieg in die
Branche sehr helfen. Eines unserer meistgenutzten Services ist die
Praktikumsbörse, die wir seit Neuestem in Kooperation mit dem
Pre-Karriere-Portal "praktika.de" anbieten. Diese Praktikumsbörse wird demnächst noch ausgebaut, da wir uns momentan erst in
der ersten Stufe unserer Kooperation befinden. Ein weiteres Feature, das
hilfreich ist, wäre das Adressverzeichnis von Radio/TV/Print- Redaktionen in
Deutschland und einigen europäischen Ländern. In Arbeit befindet sich gerade
ein Community- Bereich für die User unserer Seite. Ein großes Ziel für die
Zukunft ist der Austausch von journalistischen Erfahrungen unter den Usern.
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sagmal.de:
Seit wann interessierst du dich für Journalismus?
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Stefan Rippler:
Für den Journalismus interessiere ich mich bereits seit meinem zwölften
Lebensjahr. Mit diesem zarten Alter begann ich, eine kleine, lokale Zeitung
herauszugeben, deren Auflage anfangs 20 Stück und nach zwei Jahren schon 200
Stück betrug. Mit vierzehn begann ich, einige Artikel für die regionale
Tageszeitung zu verfassen. Mit fünfzehn initiierte ich bei einer
Regionalzeitung (Auflage: 28.000) eine Jugendseite, die ich weitgehend
selbst gestalten durfte. Ein Jahr darauf wurde mein erster Artikel bei Focus Online veröffentlicht. Durch diesen Kontakt zu Focus
Online war es mir möglich, im August 2000 ein Praktikum bei netguide.de zu
absolvieren.
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sagmal.de:
Wer unterstützt dich bei Planet-Praktika und wie?
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Stefan Rippler:
Freut mich, dass du diese Frage stellst! Oft werde ich gefragt, wer hinter
Planet-Praktika steht. Wenn ich dann antworte, dass ich das ganze Portal mit
einer Person, welche mich berät, betreibe, glauben es viele erst nicht. Es
ist so: Planetpraktika.de wurde bisher von Bertelsmann mit einer einmaligen
Spende unterstützt. Natürlich ist dies schon ein kleiner Erfolg, doch leider
ist es so, dass die Kosten, die durch die Onlinegebühren etc. anfallen
dadurch nicht gedeckt werden. Wir sind also momentan auf der Suche nach
einem Sponsor. Leider argumentieren die meisten großen Firmen so, dass sie
private Projekte von haus aus nicht unterstützen. Das finde ich sehr schade,
denn planetpraktika.de möchte vielen jungen Leuten helfen, in die
Medienbranche einzusteigen und einen Job zu finden. Dass viele Firmen dies
nicht unterstützen wollen finde ich sehr, sehr schade!
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sagmal.de:
Was macht einen guten Journalisten aus?
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Stefan Rippler:
Journalisten sollen das, was in ihrer Umgebung stattfindet, sensibler
wahrnehmen als alle anderen Menschen. Es muss ihnen wichtig sein, was in
ihrem Land, ihrer Region, ihrer Stadt, ihrer Umgebung passiert. Ein
Journalist muss sein Interesse auf Politik und Menschen, bzw.
Regionen/Branchen richten, die Probleme haben, oder welche bekommen werden
und dem Leser seine Sicht/seine Erkenntnisse bzw. die Situation anschaulich
und verständlich "präsentieren" . Er muss verantwortungsbewusst, etwas
hartnäckig und neugierig sein. Wichtig ist vor allem, dass er sich nichts
vormachen lässt. Dann ist das der schönste Beruf der Welt ;-))
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sagmal.de:
Welche Unterschiede bestehen deiner Meinung nach zwischen Printjournalismus
und Online-Journalismus? Gibt's überhaupt Unterschiede? |
Stefan Rippler:
Eine beliebte Frage, die ich schon oft hörte. Nun, ich möchte hier einmal
einen Satz loswerden, den sicher schon viele benutzt, oder gehört haben: A
story is a story is a story. Vor einiger Zeit hatte ich das Vergnügen, ein
Gespräch mit Herrn Ohligschläger, Chefredakteur der com!online, zu führen.
Auch dieses Thema wurde von uns ausgiebig diskutiert. Grundsätzlich bin ich
der Meinung, dass das Internet, neben der Zeitung, dem Fernseher oder dem
Radio ein weiteres Publikationsmedium ist. Natürlich gibt es Unterschiede im
"Handwerk".
Da ich ja in der Online- sowie in der Printbranche gearbeitet habe, kenne
ich die Unterschiede ganz gut. Der Onlinejournalismus lässt sich
weitgehendst mit dem Agenturjournalismus vergleichen (natürlich gibt es auch
da einige, große Unterschiede). Das Motto lautet "In der Kürze liegt die
Würze". Lange Reportagen, wie sie im Focus, Spiegel oder Stern zu finden
sind, kann es im Onlinejournalismus aus mehreren Gründen nicht geben. Da
wäre zum einen die Bebilderung, die im Internet nicht so möglich ist, wie in
einem Magazin. Zum anderen wären die großen Ladezeiten, die entstehen
würden, wenn man eine mehrseitige Reportage in's Netz stellen würde. Des
Weiteren kann man hier auch erwähnen, dass das Lesen der langen Texte am
Monitor den Augen schaden würde.
Eine gute Auseinandersetzung mit dem Thema der Frage findet man unter
http://www.onlinejournalismus.de
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sagmal.de:
Und in welche Richtung zieht es dich? Steht das schon fest? |
Stefan Rippler:
Leider steht das noch nicht fest. Wenn ich es nur schon wüsste ;-)) Nach
meiner Erfahrung bei Netguide möchte ich jedoch wieder in den Printbereich,
am besten zu einer Computerzeitschrift, um mehr Erfahrungen in dem Bereich
zu erlangen. Eigentlich liegt mir der Schreibstil für Printmedien besser, da
ich kurze Sätze nicht sehr gerne mag. Durch meine Umstellung im Schreibstil
bei netguide merkte ich, dass mir das Schreiben für eine Zeitung besser
liegt, andererseits ist meiner Meinung nach die Stimmung und das Klima im
Onlinebereich besser bzw. lockerer. Ich finde also Gefallen an beiden
Branchen, wobei es mich momentan eher in Richtung Print zieht. Aber wie ich
mich nun letztendlich entscheiden werde, wird sich wohl erst in einigen
Jahren herausstellen.
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sagmal.de:
Wird das journalistische Onlineangebot irgendwann die Print und
Fernsehangebote einholen oder gar überholen? |
Stefan Rippler:
Ich denke nicht, dass das Internet in nächster Zukunft das Medium Zeitung
ersetzen wird. Wenn man die momentane, schlechte Situation im Netz
betrachtet (viele Pleiten), kann man sich nicht vorstellen dass es die
Zeitung bald nicht mehr gibt.
Das Internet ist natürlich ein Medium über das immer mehr Leute ihre
Informationen beziehen, aber viele lesen zusätzlich noch Zeitung. Das
Zeitungslesen wird meiner Meinung nach nicht vom Internet "überholt".
Eingeholt hat das Medium Internet die Zeitung allerdings schon, zum ersetzen
der Zeitungen wird es sicher nicht kommen. Zumindest nicht in näherer
Zukunft.
Bei den Fernsehangeboten bin ich etwas anderer Meinung. Da denke ich, dass
es momentan aufgrund der Technik nicht möglich ist, dass das Internet die
TV-Angebote überholt. Momentan ist die Technik in der Entwicklungsphase
(siehe DSL und CO.). Außerdem sind die Gebühren für DSL zur Zeit noch zu
teuer, sodass DSL nicht für jedermann erschwinglich ist. Wenn es dass aber
ist, wird sich einiges ändern, da kann es auch sehr gut sein, dass
journalistische Onlineangebot das Fernsehangebot überholen wird.
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sagmal.de:
Bedeutet Journalismus für dich auch eine gewisse Macht auf die Leser
auszuüben? Ist das vielleicht auch mit ein Faktor, der dich bewogen hat, Journalist zu
werden? |
Stefan Rippler:
Für mich ist es das Hauptziel, Leute über bestimmte Themen, die sehr wichtig
sind, zu informieren, sodass eine Meinungsbildung möglich ist. Natürlich
können die Medien Leute in ihrer Meinungsbildung gewaltig beeinflussen.
Ich möchte jedoch, wenn ich mich mit einem Thema auseinandersetze, beide
Seiten ausführlich beleuchten und ergründen. Diese Ergebnisse möchte ich dem
Leser/ der Leserin präsentieren, so dass er/sie sich eine eigene Meinung
bilden kann. Die gewisse Macht, die man ausüben kann, wenn man es möchte,
war also kein Faktor für mich, der mich bewogen hat, Journalist zu werden!
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sagmal.de:
Erwartest du noch große Veränderungen im Internet und wenn ja, wie könnten
diese aussehen? |
Stefan Rippler:
Ich denke, dass wir uns momentan in einer Umbruchsphase befinden, was das
Internet angeht. Viele Unternehmen, denen es vor ein, zwei Jahren sehr gut
ging, melden Konkurs an (siehe Canbox, Tanto, etc.). In Zukunft werden die
kostenpflichtigen Dienste im Internet auf jeden Fall zunehmen. Da wird dann
für Content (Inhalt), der einen hohen Nutzwert bietet gezahlt. Wie man am
Beispiel GMX sehr gut sehen kann, beginnen manche Firmen schon damit,
kostenlose Dienste abzubauen, indem sie Kunden anhand von "wertvollen
Inhalten locken, einen kostenpflichtigen Premiumdienst zu "abonnieren"!
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sagmal.de:
Wenn du im Internet unterwegs bist, wo findet man dich?
Verrätst du uns einige deiner Surftipps? |
Stefan Rippler:
Als Medieninteressierter bin ich häufig auf den Seiten von
newsroom.de und
www.wuv.de zu finden. Meine favorisierte Suchmaschine im Netz ist
netguide.de.
Als Betreuer der "YoJo-Liste", einer Community für Nachwuchsjournalisten, findet man mich oft auf deren Seiten.
Die alltäglichen News lese ich meist bei
focus.de. Seiten, die ich auch ganz gerne besuche: jungejournalisten.de,
autsch.de,
onlinejournalismus.de,
ipro.de. Als Webmaster von Planet-Praktika.de bin ich natürlich oft auf den
Partnerseiten zu finden ;-))
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sagmal.de:
Hast du bei meinen Fragen eine Frage vermisst? |
Stefan Rippler:
Ja: Wie ist es, neben der Schule planetpraktika.de und yojo zu betreuen und
zusätzlich noch für einige Zeitungen zu schreiben? Sehr stressig, aber es
macht mir sehr viel Spaß ;-))
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sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz? |
Stefan Rippler:
Vielleicht zum Abschluss einen Satz zum Nachdenken ;-)
"Man gebrauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge."
(von Arthur Schopenhauer).
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Das Interview wurde am 19.7.2001 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de. Wir danken Stefan Rippler für die Beantwortung unserer Fragen. Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen |
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