[Thilo Salmon], 1971 geboren, startete Januar 1998 das Angebot www.billiger-telefonieren.de. Von einer überwältigenden Resonanz zum Weitermachen animiert, gründete er 1998 zusammen mit Tim Mois die [netzquadrat] GmbH. Diese Gesellschaft begleitet er auch heute noch als Geschäftsführer. Bei seiner Arbeit fällt er immer durch beständiges Lesen von Userfriendly, The Önion und /. auf.
[Tim Mois],
Jahrgang 1974, hat seine Kindheit in Ennepetal verbracht. Seine schulische Ausbildung hat er am Reichenbach-Gymnasium erhalten. Nach einem Zivi-Zwischenspiel hat er dann sein Studium an der Heinrich-Heine-Uni in Düsseldorf begonnen. Dort hat er im Januar 1998 Thilo kennengelernt, mit dem zusammen er [netzquadrat] gründete. Wenn er gerade nicht arbeitet, ist er auf den Seiten vom Spiegel oder beim Dustpuppy zuhause.
*** Mit ein wenig Bescheidenheit kann man sicherlich
weit kommen, wenn man sich von der Vorstellung verabschiedet, die Weltherrschaft
in bestimmten Maerkten zu übernehmen. Der Erfolg steht und fällt aber mit
der Idee.
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sagmal.de:
Thilo, Tim, Ihr habt damals mit www.billiger-telefonieren.de ohne Fremdfinanzierung
angefangen und seid auch zu Recht stolz darauf. Wäre solch eine Entwicklung heute überhaupt noch möglich? |
Thilo:
Das ist eine Frage des Angebotes. Abhängig vom Geschaeftsmodell und den
dafür nötigen Investitionskosten gibt es sicherlich auch heute noch Nischen.
Die hat es immer gegeben und ich wuesste keinen Grund, warum sie aussterben
sollten.
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sagmal.de:
Wie kann dann so eine Entwicklung aussehen?
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Tim:
Werbefinanzierte Produkte, die derzeit unser
Hauptgeschäft darstellen, können über Mund-zu-Mund-Propaganda hervorragend
funktionieren, wenn Sie interessant genug sind und eine ausreichende Menge
Nutzer interessieren. Das gleiche gilt prinzipiell auch für E-Commerce-Ideen,
die interessant genug sind. Mit ein wenig Bescheidenheit kann man sicherlich
weit kommen, wenn man sich von der Vorstellung verabschiedet, die Weltherrschaft
in bestimmten Maerkten zu übernehmen. Der Erfolg steht und fällt aber mit
der Idee.
Thilo:
Mich begeistern beispielsweise Angebote wie Sox-in-a-Box. Dort gibt es ausschliesslich schwarze Socken -
die aber im Abo. Praktischer geht es kaum.
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sagmal.de:
Fühlst Ihr Euch als typische Vertreter der Start-up Szene?.
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Thilo:
Nein
Tim:
Nein
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sagmal.de:
Ihr habt bei Euren Projekten das Wort "billig" auf die Fahne geschrieben.
Billiger telefonieren, billiger surfen, billiger Strom, billiger fliegen und
billiger Bücher kaufen. SMS kann man gar kostenlos verschicken. Was kommt als nächstes?
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Thilo:
Wir bereiten gerade einige neue Dinge vor. Allerdings möchte
ich noch nicht verraten, wohin die Reise geht. Neben Preisvergleichen werden wir aber noch
weitere Dienste wie SMS anbieten, die für Nutzer kostenlos sind.
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sagmal.de:
Woher bekommt Ihr all eure Informationen?
Euer Angebot ist ja ziemlich weit gefächert. |
Tim:
In allen Bereichen arbeiten wir sehr eng mit den Anbietern der
verglichenen
Produkte zusammen. Letztendlich haben die meisten Firmen ein Interesse daran,
Neuigkeiten zu verbreiten. Unsere Leistung besteht vielmehr darin, den Überblick zu behalten
und die Angebote aus Verbrauchersicht zu beurteilen.
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sagmal.de:
Ihr habt auf dem spanischen und französischen Markt Fuss gefasst.
Kommt irgendwann der Schritt über den grossen Teich? |
Thilo:
Zumindest kurzfristig peilen wir diesen Schritt nicht an.
Wie auch schon innerhalb Europas richten wir uns auf Kooperationen und mittels
Technologietransfer auf Beteiligungen ein. Wir wollen durch diese Strategie
unser Kerngeschäft nicht aus den Augen verlieren.
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sagmal.de:
Seit Frühjahr 99 gab es billiger Telefonieren auch als Print Ausgabe.
Was hat euch bewogen, mit einer Printausgabe auf den Markt zu gehen? |
Tim:
In der Hauptsache der Spass am Probieren. Der Spass ist auch geblieben.
Der Umsatz leider nicht. Daher werden wir die Printausgabe in diesem Jahr
leider nicht mehr anbieten.
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sagmal.de:
War die Printausgabe als Unterstützung des Önlineangebots gedacht, oder als
Ergänzung? |
Thilo:
Sowohl als auch. Zum einen wollten wir Nutzer erreichen, die keinen
Zugang zum Internet haben. Zum anderen wollten wir ausprobieren wie zwei
grundverschiedene Medien zusammenspielen koennen.
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sagmal.de:
Habt Ihr eigentlich noch Zeit und Muße, Euer Studium zu beenden? |
Tim:
Nein, aber das macht nichts. Eigentlich habe ich immer studiert, um
irgendwann einen Job zu bekommen, der mir Spass macht. Den habe ich jetzt.
Was wollte ich mehr? |
sagmal.de:
Wo findet man Euch, wenn Ihr privat surft? |
Thilo:
Mein Tag beginnt eigentlich immer mit den aktuellen Strip von
Userfriendly. Danach geht es dann
meistens zu ./ und "The Register". Wenn ich lachen möchte, schaue ich meistens bei Puds
"Fucked Company" oder
"The Önion" vorbei.
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sagmal.de:
Habt Ihr bei meinen Fragen eine Frage vermisst? |
Thilo und Tim:
Nein.
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sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz:
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Thilo und Tim:
Nein
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Das Interview wurde am 8.3.2001 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de. Wir danken Thilo Salmon und Tim Mois für die Beantwortung unserer Fragen. |
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