*** Aber warum soll ich auf die Heimat meiner Vorfahren nicht genauso stolz sein, wie ein Westfale oder Sachse auf die seine? Und warum sollte es "anzüglich" sein, über die Menschenrechte der Ostpreußen zu sprechen, während Debatten über Menschenrechtsverletzungen an Tibetern, Kosovaren oder Tschetschenen als völlig normal gelten?
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Walter Mogk, 29 Jahre, Studium der Politikwissenschaft in Bamberg, Pressereferent der Heimatkreisgemeinschaft Gerdauen e.V. und einer der Moderatoren des "Diskussionsforums Ostpreußen (DFO)" im Internet und nach eigenen Angaben "Eroberer aus Neugierde". Hobbys: Vor allem alles, was mit Ostpreußen zusammenhängt. Außerdem "brennend" interessiert am aktuellen politischen Geschehen sowie leidenschaftlicher Fußballfan.
Lieblingsmannschaft: Bayern München! Privat: Noch auf der Suche.
Walters Hauptinteressensgebiet ist Ostpreußen. Da ein Großteil seiner Vorfahren aus diesem wunderschönen Land kommt, begann er sich nach der "Wende" mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Ostpreußens zu beschäftigen. Seine Großmutter und ihre gesamten Vorfahren väterlicherseits stammen aus dem kleinen Städtchen Nordenburg im Kreis Gerdauen.
Quelle: www.walter-mogk.de
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sagmal.de:
Walter, seit wann widmest du dich dem "ungewöhnlichen" Thema Ostpreußen
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Walter Mogk:
Wenn du Ostpreußen als "außergewöhnliches Thema" ansiehst, so beschäftige ich mich etwa seit 1987 damit. Meine Großmutter erzählte mir damals sehr viel von ihrer Heimatstadt Nordenburg und ihrem Leben in Ostpreußen, das sie 1945 für immer verlassen musste. Auf den Fotos in ihrem Album konnte ich sehen, wie schön das "Land der dunklen Wälder und kristall'nen Seen" damals war.
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sagmal.de:
Nun ja, außergewöhnlich in dem Sinne, dass sich ein so relativ junger Mensch, mal abgesehen von einer angeborenen, menschlichen Neugier, mit dem Thema auseinandersetzt.
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Walter Mogk:
Leider war es vor dem Fall der Mauer nicht möglich, nähere Informationen über dieses wundersame Land im Osten, das so unerreichbar weit weg lag und deshalb eine besondere Faszination auf mich ausübte, zu erhalten. Alles was mit den deutschen Ostgebieten oder der Vertreibung der dort seit Jahrhunderten ansässigen
deutschen Bevölkerung zusammenhing, war im SED-Staat mit einem Tabu belegt. Erst mit der so genannten "Wende" 1989 konnte ich meinen Wissensdurst befriedigen und schließlich die Heimat meiner Vorfahren auch besuchen.
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sagmal.de:
Na gut, aber ganz befriedigt hast du diesen Wissensdurst doch offensichtlich noch nicht. Erkläre mir mal, wie man(n) dazu kommt, sich diesem Thema mit solcher Intensivität zu verschreiben?
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Walter Mogk:
Wie gesagt, zunächst war es die Faszination des Unerreichbaren, das Entdecken eines verwunschenen Landstriches, in dem Generationen meiner Vorfahren lebten und arbeiteten. Je mehr ich aber an Informationen über das Leben in Ostpreußen, die Geschichte dieses Landes und das grauenhafte Schicksal seiner Bewohner 1944 ff. zusammentrug, desto klarer wurde mir: Dies darf nicht in Vergessenheit
geraten! Und so begann ich, mich für Ostpreußen und seine Menschen - die Vertriebenen und diejenigen, die nach 1945 dort eine neue Heimat gefunden haben - zu engagieren.
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sagmal.de:
Mal ganz bewusst suggestiv gefragt: Ist es nicht doch ein wenig anzüglich, sich mit 29 als bekennender Ostpreuße zu outen?
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Walter Mogk:
Das finde ich ganz und gar nicht. Sicherlich bekommt man heute ziemlich schnell das Etikett "Ewiggestriger" oder "Revanchist" umgehängt, wenn man als junger Mensch von Ostpreußen redet und an das Unrecht der Vertreibung erinnert. Aber warum soll ich auf die Heimat meiner Vorfahren nicht genauso stolz sein, wie ein Westfale oder Sachse auf die seine? Und warum sollte es "anzüglich" sein, über die Menschenrechte der Ostpreußen zu sprechen, während Debatten über Menschenrechtsverletzungen an Tibetern, Kosovaren oder Tschetschenen als völlig normal gelten? Ich finde, da gibt es keinen Unterschied.
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sagmal.de:
Gemessen an den E-Mails, die Du wöchentlich in alle Welt schickst (Stichwort Mailingliste), muss Dein täglicher Aufwand zur Recherche schon erheblich sein?
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Walter Mogk:
Etwas übertrieben ist das schon, da ich SO viele Mails nun auch nicht
verschicke. Als einer der Moderatoren des "Diskussionsforums Ostpreußen (DFO)" im Internet versorge ich die ca. 500 Teilnehmer aus aller Welt mit aktuellen Presseberichten zum Thema, weise auf Veranstaltungen und neue Bücher hin und erstelle einmal wöchentlich eine Fernsehübersicht.
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sagmal.de:
Das beansprucht doch aber Zeit…
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Walter Mogk:
Der Rechercheaufwand hält sich in Grenzen, da ich mit maßgeschneiderten Suchprofilen arbeite, die ich für die einzelnen Quellen erstellt habe. Die Ergebnisse werden mir quasi frei Haus geliefert und ich brauche diese nur noch an die Liste weiterzuleiten.
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sagmal.de:
Also betreibst du auch noch etwas anders außer Internet?
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Walter Mogk:
Na klar. Ich bin dabei, eine Datenbank aller ehemaligen Einwohner des ostpreußischen Kreises Gerdauen zu erstellen, die später als wichtige Informationsquelle auch für die Familienforschung dienen kann. Diese Arbeit ist wesentlich zeitaufwendiger als mein Engagement für das Ostpreußen-Forum.
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sagmal.de:
Du bietest eine Vielzahl von (Online)-Quellen an, die Du zu Ostpreußen recherchierst. Welche Strategie hast Du für Dich entwickelt, um an täglich neue "Erkenntnisse" heran zu kommen?
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Walter Mogk:
Wie schon erwähnt, helfen mir die erstellten Suchprofile bei der Recherche nach neuen Artikeln über Ostpreußen. So frage ich täglich die Zeitungssuchmaschinen Paperball und Paperazzi nach deutschsprachigen Beiträgen und worldnews.com nach ausländischen Texten über Ostpreußen ab. Eine wichtige Quelle sind auch die Beiträge aus polnischen, litauischen und russischen Zeitungen zum Thema, die ich
mir sowohl in Übersetzung (z.B. von der Deutschen Welle) als auch im Original von den verschiedensten Internet-Diensten der jeweiligen Länder hole.
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sagmal.de:
Apropos Quellen - es gibt sozusagen eine alternative Liste zum gleichen Thema. Warum unterscheiden sich die Quellen, die dort angeboten werden, von deinen? Soll auch heißen: Steckt eine Strategie der Quellenauswahl dahinter?
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Walter Mogk:
Die "alternative Liste", die Du sicherlich meinst, hat sich vor etwa zwei Jahren vom "Diskussionsforum Ostpreußen" abgespalten. Man glaubte, an das Thema Ostpreußen anders herangehen und eine kritischere Position zu den Vertriebenen und ihren Verbänden einnehmen zu müssen, als dies die "große" Ostpreußenliste tun würde.
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sagmal.de:
Ist das ehrenrührig an sich?
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Walter Mogk:
Nein, aber, um diesen Anspruch zu untermauern, hilft man sich mit Artikeln aus dem linksextremen Umfeld, wie der Ex-FDJ-Postille "Junge Welt" oder der vom Verfassungsschutz als "linksextremistisch" eingestuften "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten", die die Vertriebenen als rachgierige Monster auf Beutezug im polnischen bzw. tschechischen Nachbarland darstellen, weiter.
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sagmal.de:
Ist das nicht ein wenig überspitzt formuliert?
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Walter Mogk:
Sicherlich, aber die Tendenz dieser Artikel ist leider so. Das geht bis zu der wirklich absurden Behauptung, die rot-grüne Bundesregierung (!) stecke mit den Vertriebenenverbänden unter einer Decke und betreibe mittels wirtschaftlicher Einflussnahme das „Heim-ins-Reich-Holen“ der verlorenen Ostgebiete.
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sagmal.de:
Wir waren bei dem Stichwort Strategie…?
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Walter Mogk:
Bis auf die vorgenannten Tatsachen unterscheiden sich die Quellen
ansonsten nicht von denen, die im "Diskussionsforum Ostpreußen" verwendet werden. Wenn hinter "unserer" Quellenauswahl eine Strategie steht, dann die, möglichst objektiv und umfassend über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Ostpreußens zu informieren und dabei extremistischen Positionen, ob von links oder rechts, keine Chance zu geben. Im übrigen hält sich der Erfolg der "alternativen Ostpreußen-Liste" doch arg in Grenzen: Gerade mal 50 Personen sind dort eingetragen und eine lebendige Diskussion ist nicht mal in Ansätzen zu verzeichnen.
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sagmal.de:
Nun kann man aber auch kritisch hinterfragen, was die Beschäftigung mit Ostpreußen in der heutigen Zeit noch soll? Ist das eine neue Spielart von "Heim ins Reich"?
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Walter Mogk:
Es geht nicht um "Heim ins Reich", sondern um die Bewahrung des
reichhaltigen ostpreußischen Kulturerbes, der Geschichte und Traditionen - sowohl im Bewusstsein des deutschen Volkes, als auch der Menschen, die jetzt in Ostpreußen leben. Gerade die jüngere Generation von Polen, Russen und Litauern in Ostpreußen fragt doch heute immer öfter nach der deutschen Vergangenheit ihrer Städte und Dörfer. Natürlich gehört zu dieser Geschichte auch das tragische Kapitel der Vertreibung von über 2 Millionen Ostpreußen aus ihrer seit Jahrhunderten angestammten Heimat. Auch darüber muss man reden. Bis heute ist dieses Verbrechen, das auch damals schon gegen das Völkerrecht verstieß, nicht geheilt bzw. angemessen aufgearbeitet worden.
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sagmal.de:
Redet ihr aber auch von den Millionen Opfern, die deutscher Terror in den osteuropäischen Ländern forderte?
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Walter Mogk:
Das wird selbstverständlich auch angesprochen, da es ebenfalls zur ostpreußischen Geschichte gehört. Ein weißer Fleck ist zum Beispiel das Schicksal der ostpreußischen Juden in der Nazizeit, das leider bisher in Literatur und Forschung vernachlässigt wurde. An diesem Thema bin ich, was den Kreis Gerdauen betrifft, dran.
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sagmal.de:
Erläutere uns doch einmal die Ziele, die ihr als "Ostpreußenforscher" mit Eurer Arbeit verbindet.
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Walter Mogk:
Wir möchten die Erinnerung an Ostpreußen wach halten und besonders die
Angehörigen der mittleren und jüngeren Generation, die oftmals in der Schule nichts über Ostpreußen und seine wechselhafte Geschichte gelernt haben und vielfach mit Königsberg, Insterburg, Memel und Allenstein nichts anfangen können, erreichen. Aus diesen Altersgruppen kommt auch der meiste Zulauf zu unserem Forum.
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sagmal.de:
Ich provoziere einmal: Ist diese Klientel nicht eben darum ausgewähltes Ziel eurer "Begierde", um damit "Ansprüche" anmelden zu können?
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Walter Mogk:
Ausdrücklich, nein! Die Leute beschäftigen sich mit der Geschichte ihrer Familie, stoßen dabei auf ostpreußische Wurzeln und wollen mehr darüber wissen, wie ihre Vorfahren gelebt haben und wie es jetzt dort aussieht. Da wir auch viele Mitglieder in unseren Reihen haben, die Ostpreußen noch aus eigenem Erleben kennen, können sie natürlich von deren Wissens- und Erfahrungsschatz profitieren.
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sagmal.de:
Mal ehrlich, wie viele sind das wirklich, die Ostpreußen noch kennen?
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Walter Mogk:
Das kann ich für unser Forum schlecht sagen, da mir keine Altersstatistik vorliegt. Wichtig ist uns aber auch, die jetzt in Ostpreußen lebenden Menschen in unsere Arbeit einzubeziehen - so haben wir bereits einige polnische, russische und litauische Teilnehmer im Forum, die mit ihren ganz eigenen Erfahrungen und ihren Kenntnissen der Lage vor Ort die Diskussionen im Forum enorm bereichern. Wir schlagen also mit unserem Projekt eine Brücke über Völker und Altersgruppen hinweg, um ostpreußische Geschichte und Kultur zu vermitteln und dazu beizutragen, dass basierend auf diesem reichhaltigen Schatz der Vergangenheit eine bessere Zukunft für alle in Ostpreußen lebenden Menschen erwächst.
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sagmal.de:
Oder vielleicht auch anders: Wie siehst Du Deinen Anteil als Ostpreußen-Forscher, -Bewahrer, -Eroberer, wie auch immer Du das interpretierst?
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Walter Mogk:
"Eroberer" passt vielleicht ganz gut, wenn man auf die wissensmäßige
Inbesitznahme dieser einzigartigen Kulturlandschaft abzielt. Ich bin mit der Zeit regelrecht süchtig nach allen Informationen über Ostpreußen geworden, sei es aus Büchern (für die mein Platz langsam knapp wird), alten Archivalien, Filmen oder durch Aufenthalte vor Ort. Und wie das bei allen Interessensgebieten so ist: Man lernt nie aus und kann seinen Wissenstand immer noch erweitern. Insofern bleibe ich auch in Zukunft auf einem "Eroberungsfeldzug" und stelle meine "Beute" den anderen 500 Forumsteilnehmern natürlich zur Verfügung.
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sagmal.de:
Du fühlst Dich offenbar zur Gemeinschaft der Ostpreußen in aller Welt zugehörig. Welchem "Flügel" rechnest Du Dich zu, wenn man einmal davon ausgehen kann, dass die Standpunkte zum Thema Ostpreußen eine breite, oft kontroverse Diskussion erzeugen?
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Walter Mogk:
Natürlich gibt es auch unter den Ostpreußen kontroverse Diskussionen, besonders wenn es um die jüngere Geschichte (Stichworte Zweiter Weltkrieg, Flucht und Vertreibung) und die Zukunft des dreigeteilten Ostpreußens geht. Da gehen die Meinungen manchmal schon sehr weit auseinander und nicht immer kann ich mich in den Ansichten wiederfinden. Wenn etwa - von einigen wenigen - das abstruse
Wunschbild vertreten wird, man müsse Ostpreußen 1:1 wieder so herstellen wie vor 1945 - als Teil Deutschlands und mit ausschließlich deutscher Bevölkerung - so ist das meiner Meinung nach nicht nur hirnverbrannt, sondern auch gefährlich.
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sagmal.de:
Warum?
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Walter Mogk:
Das bedeutet nämlich, dass die dort jetzt lebenden Menschen, die zumeist auch nicht freiwillig gekommen waren und inzwischen in Ostpreußen eine Heimat gefunden haben, wieder aus dem Land gejagt werden. Das ist für mich absolut unvorstellbar und nicht akzeptabel. Meine Vision ist eher, dass Deutsche, Polen, Russen und Litauer dieses geschundene Land gemeinsam wieder aufbauen und friedlich dort zusammenleben. Das impliziert natürlich auch, dass den vertriebenen Ostpreußen und ihren Nachkommen die Rückkehr in ihre Heimat mit allen damit verbundenen Rechten ermöglicht wird.
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sagmal.de:
Reflektiert der letzte Satz nicht eine bestimmte "Stoßrichtung"?
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Walter Mogk:
Sicherlich, die Durchsetzung der Menschenrechte, zu denen auch das Recht gehört, aus seiner Heimat nicht vertrieben zu werden, gehört zu den grundlegenden Zielen. Aber seien wir doch ehrlich: Das Szenario, von den Hunderttausend Vertriebenen, die sich zurück in ihre alte Heimat machen, ist völlig realitätsfern. Nur die Möglichkeit muss man ihnen geben! Das ist auch eine Art von Heilung des Unrechts der Vertreibung.
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sagmal.de:
Nochmals zum Internet: Welche Möglichkeiten hat es, um die Quellen zu erkennen, zu sichern und zu systematisieren?
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Walter Mogk:
Das Internet bietet ungeheure Möglichkeiten, an Informationen heranzukommen, die ansonsten unerreichbar sind. Wenn man bedenkt, dass heute nahezu jede Stadt, jede Institution und jede Zeitung oder Nachrichtenagentur eine eigene Internetseite betreibt, so stürmt - gerade auch beim Thema Ostpreußen - eine wahre Flut an Informationen auf einen ein. Da sind gute Suchmaschinen schon sehr hilfreich, um für das Forum relevante News herauszufiltern.
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sagmal.de:
Also internetmäßig wunschlos glücklich?
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Walter Mogk:
Nicht ganz: Was ich mir wünschen würde, wären noch ausgereiftere Internet-Übersetzungsprogramme, um auch die
vielen neuen polnischen, russischen und litauischen Webseiten und Nachrichten besser auswerten und für das Forum nutzen zu können. Zwar profitiere ich noch ein wenig von meinen acht Jahren Schulrussisch, aber bei komplexen Texten muss ich dann doch kapitulieren - ganz zu schweigen von polnischen oder litauischen Texten.
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sagmal.de:
Und welche Gefahren birgt es aus deiner Sicht - auch mit dem Bezug zum Thema Ostpreußen?
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Walter Mogk:
Gefahren sehe ich eigentlich keine. Je vielfältiger die Informations-, Themen- und Meinungspalette im Internet - und damit auch im Ostpreußen-Forum - ist, desto besser. Selbstverständlich gibt es auch in unserem Forum gewisse Regeln, die in einem eigenen Grundsatzprogramm festgelegt sind und die jeder Teilnehmer
bei der Anmeldung akzeptiert. So sind "diskriminierende und volksverhetzende Äußerungen gegen eine Person oder Personengruppe" sowie das "Verteilen von Propaganda-Material für oder gegen Politiker oder Parteien" untersagt und werden mit Sanktionen bis hin zum Ausschluss geahndet. In der Vergangenheit mussten wir
auch bereits mehrmals von diesem Mittel Gebrauch machen, da sowohl der extrem rechte wie extrem linke Rand des politischen Spektrums den Versuch unternahm, das Forum für ihre Parolen zu missbrauchen. Das lassen wir auch in Zukunft nicht zu.
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sagmal.de:
Vermisst Du eine Frage…?
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Walter Mogk:
Wenn ich es mir recht überlege, eigentlich nicht.
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sagmal.de:
Ein Satz zum Schluss, der auch Dein Motto ist/sein könnte...
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Walter Mogk:
Otto von Bismarck: "Leisten wir uns den Luxus, eine eigene Meinung zu haben."
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Das Interview wurde am 21.2.2003 Mail geführt. Die Fragen stellte Michael H. Ragwitz, freier Mitarbeiter von sagmal.de. Wir danken Walter Mogk für die Beantwortung unserer Fragen. Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen |
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