*** ...solche Angebote wie LizzyNet bringen Farbe ins Spiel und Qualität, die von Mädchen und jungen Frauen geschätzt wird. Wenn gute, vielseitige Angebote da sind, gehen Frauen und Mädchen auch ins Netz!
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Rosi
Alter:41 Jahre
Ich mag: Theater spielen, Joggen, Kung Fu, Kino, Essen gehen, in der Sonne liegen - und - meine Freundinnen..
Ich mag nicht: Techno, Nieselregen, Krieg, nachtragende Menschen...
Mein größter Wunsch: Dass nach dem Herbst sofort wieder Frühling wird
Astrid
Alter: 31 Jahre
Ich mag: Ins Kino gehen (sehr!), Konzerte besuchen, Musik hören, lesen, chatten, spazieren gehen, Neues ausprobieren...
Ich mag nicht: Grau-graues Nieselwetter, Bosheiten und Intrigen, Müdigkeit...
Mein größter Wunsch: 2 Jahre faulenzen :-)
Sabine
Alter: 31 Jahre
Ich mag: Lesen, spielen (Brett + Computer), Urlaub, Essen!
Ich mag nicht: Verregnete Sommer, Besserwisser, Fenster putzen *gg*
Mein größter Wunsch: Dass ich wunschlos glücklich bin.
Rosi, Astrid und Sabine beantworten die Fragen stellvertretend für die Redaktion von www.LizzyNet.de, der Community für Mädchen und junge Frauen von Schulen ans Netz e.V. Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert und ist nicht kommerziell.
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sagmal.de:
Auf LizzyNet.de steht: LizzyNet ist das Online-Angebot für Mädchen
und junge Frauen von Schulen ans Netz e.V. Was genau führte zu dem Projekt und was beinhaltet es?
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LizzyNet:
Die Entstehungsgeschichte war eigentlich die, dass ein Online-Angebot für
Mädchen und junge Frauen geschaffen werden sollte, damit mehr von ihnen sich
für die IT-Berufe interessieren. Daraus wurde nun ein ziemlich großes
Netzwerk, das eben nicht nur die berufliche Seite anspricht, sondern Mädchen
in ihrer *ganzen* Lebenswelt sieht. Deswegen gibt es drei Bereiche auf
LizzyNet: 1. Das Magazin, wo es um Themen wie Politik, Kultur, Forschen und
Wissen, Körper und Geist, aber auch um Schule, Ausbildung und Beruf geht. 2.
Die Community, wo sich Mädchen in Foren unterhalten, im Chat treffen,
ihre Homepages bauen, und gemeinsame Clubs zu speziellen Themen haben und
3. den KnowHow-Bereich, in dem es Kurse und Materialen zum Lernen gibt (HTML, Bildbearbeitung, Recherche-Kurs,
Referate-Special etc..)
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sagmal.de:
Welche Vorgaben gibt es?
Welche Ergebnisse müsst Ihr erreichen, damit LizzyNet ein
richtiger Erfolg ist?
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LizzyNet:
LizzyNet IST schon ein richtiger Erfolg *gg*. Bei fast 18.000 Mitgliedern,
100 Neuanmeldungen am Tag und einer Zugriffszahl von 9.200 Anwendersitzungen
mit einer Durchschnittsdauer von 24 Minuten am Tag. Es gibt nicht viele
Vorgaben von Seiten des Auftraggebers. Unser Erfolg richtet sich in erster
Linie danach, wieviele Mädchen täglich "reinschneien", ihre Spuren in den
Foren hinterlassen, bei den Aktionen wie Buch- oder CD-Rezensionen mitmachen
und gerne täglich wiederkommen, um ihre Freundinnen hier zu treffen. Eine
der Lizzys hat es mal ganz treffend so formuliert: "LizzyNet ist wie eine
große WG. Das praktische ist, dass hier niemand aufräumen muss.."
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sagmal.de:
Die Aufmachung von LizzyNet erinnert mich ein wenig an
Mädchenzeitschriften wie Bravo Girl oder andere. Absicht? Zufall?
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LizzyNet:
Das sehen wir anders! Das Einzige, was sich eventuell ähnelt, ist die
Farbzusammenstellung auf der Startseite, aber sonst ist es doch ein
gewaltiger Unterschied, oder? Nur weil eine Seite informativ ist, muss sie
doch nicht farblos sein und orange und gelb sind nun mal frische
Farben, die junge Frauen und Mädchen ansprechen...
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sagmal.de:
Eure Redaktion besteht nur aus Frauen.
Können Männer mit den Themen junger Mädchen nicht umgehen?
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LizzyNet:
Das kann ich nicht beurteilen, ich weiss nur, dass Männer eher andere
Erfahrungen in ihrer Jugend gemacht haben als Frauen. Ich weiss
nicht, ob sie sich so gut hineinversetzen können in die Psyche einer
14-jährigen und ob sie bereit wären, sich auf ihre Themen einzulassen, ohne
sich darüber lustig zu machen oder sie abzuwerten. Außerdem finden wir es
wichtig, dass die Mädchen Internet-MacherINNEN kennenlernen, weil wir für
sie auch ein Art Vorbildfunktion erfüllen. Wir können ihnen nicht nur bei
ihren Pubertätsschwierigkeiten helfen, sondern auch über Technik und
Berufswahl Auskunft geben. Wenn sie wüssten, dass die Redaktion aus Männern
besteht, würden sie sich sicherlich anders verhalten und nicht so offen über
alles reden...
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sagmal.de:
Und wie kümmert sich Schulen ans Netz e.V. um junge,
heranwachsende Männer und ihre Fragen?
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Rosi::
Haben die Fragen, die wissen doch immer alles??? :-D. Ok, ok, es gibt
kein Angebot für heranwachsende Männer von Schulen ans Netz, weil es keinen
Bedarf gab, Jungen zu einer vermehrten Teilnahme an Online-Angeboten zu
motivieren, denn sie stellten bisher immer den größeren Anteil an
Internet-Erfahrenen. Da fast alle Angebote für Jugendliche im Netz beiden
Geschlechtern offenstehen und meistens von Jungen und jungen Männern
dominiert werden, ist meiner Meinung nach auch kein Bedarf vorhanden,
speziell was für die Jungen anzubieten. Es steht natürlich jedem frei, so
ein Angebot zu schaffen :-)
Astrid: Ehrlich gesagt: Ich wäre sehr froh, wenn es endlich eine Plattform
speziell für Jungs gäbe. Zum einen wäre das sicher sinnvoll, zum anderen
könnte man die neidischen und z.T. aggressiven Frager, die die Idee eines
Mädchennetzwerkes anfeinden, auf dieses verweisen. Dann bliebe nur noch die
Frage nach dem Sinn einer Geschlechtertrennung. Und ich denke, die Ausdauer
sollte jeder Kritiker haben, abzuwarten, wie sich z.B. eben ein reines
Mädchennetzwerk entwickelt. (Bisher sind ja unsere Erfahrungen sehr gut und
alle Studien zu diesen Themen haben ergeben, dass spezifische Angebote, ob
zu bestimmten Themen oder für eine bestimmte Zielgruppe in der Regel besser
ankommen als allgemeine Seiten). Um es eindeutig zu sagen: LizzyNet ist nur,
weil es nur für Mädchen ist, nicht gegen Jungs.
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sagmal.de:
Frauen sind im Internet immer noch die Minderheit.
Warum eigentlich?
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LizzyNet:
Bei Frauen mag das noch stimmen, bei Mädchen inzwischen nicht mehr,
zumindest was die Quantität betrifft. Gerade hat die JIM-Studie 2002
bestätigt, dass Mädchen und junge Frauen stark aufgeholt haben und
erstmals mit Jungen und jungen Männern gleichauf liegen, was die Zahl der
Internet-Erfahrenen betrifft. "Insgesamt schöpfen aber männliche und ältere Onliner aber die
Bandbreite möglicher Online-Aktivitäten mehr aus als weibliche und
jüngere Nutzer," schränkt die Studie ein. Und da genau liegt meines
Erachtens der Knackpunkt: die "Bandbreite möglicher Online-Aktivitäten"
richtete sich bislang auch eher an den Interessen männlicher User aus, als
da wären Software- und Hardware-Tipps, Downloads von Spielen und Programmen
und nicht zuletzt eine Sprache, die zum Teil Frauen ausschließt oder sie
schlimmerenfalls auch noch beleidigt. Bestes Beispiel war der Artikel über
die erste Mädchen-LAN-Party, die von Schulen-ans-Netz veranstaltet wurde.
Zitat "Nach Autofahren, arbeiten gehen und im Stehen pinkeln soll die letzte
Männerdomäne fallen: im Netzwerk Computer spielen." Dazu werden 2 als Frauen
verkleidete Männer serviert mit der Bildunterschrift "Keine Chance Männer!
Die beiden Schönheiten sind lesbisch." Hinzu kam, dass in vielen Haushalten
bisher nur ein Computer vorhanden war und dieser, wie Studien ergeben haben,
dann eher den Männern "gehört".
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sagmal.de:
Und wie kann man das ändern?
Reicht es aus, einfach eine Community wie LizzyNet anzubieten?
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LizzyNet:
EINE Community reicht ganz sicher nicht ;-). Aber solche Angebote wie
LizzyNet bringen Farbe ins Spiel und Qualität, die von Mädchen und jungen
Frauen geschätzt wird. Wenn gute, vielseitige Angebote da sind, gehen Frauen
und Mädchen auch ins Netz!
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sagmal.de:
Was wird eurer Meinung nach sich im Internet in den nächsten
Jahren ändern, was sollte sich auf jeden Fall ändern?
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LizzyNet:
Ich denke, dass das Internet mehr zur Information, denn zum Vergnügen
genutzt werden wird. Die Jugendlichen -besonders die in ländlichen Gebieten-
werden es auch noch als Kommunikationsmittel benutzen und das Internet wird
auch eine stärkere Beratungsfunktion bekommen. Diese Chance müssen die
öffentlichen Stellen wie Rathäuser, Beratungsinstitutionen und die
Jugendarbeit sehen und sich auf die Bedürfnisse einstellen. Das Internet
sollte -damit auch mehr alte Menschen daran teilnehmen können- nicht nur
über den PC zu erreichen sein. Es muss genauso ein einfaches Endgerät wie
das Telefon her, damit keineR ausgeschlossen wird.
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sagmal.de:
Habt Ihr bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
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LizzyNet:
Eher nicht... ich kann schon jetzt nicht mehr *gg*
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Das Interview wurde am 21.11.2002 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de. Wir danken dem Team von LizzyNet für die Beantwortung unserer Fragen. Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen |
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