Interview mit der Redaktion von LizzyNet vom 21.11.2002
Lizzynet

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...solche Angebote wie LizzyNet bringen Farbe ins Spiel und Qualität, die von Mädchen und jungen Frauen geschätzt wird. Wenn gute, vielseitige Angebote da sind, gehen Frauen und Mädchen auch ins Netz!

Rosi StolzRosi
Alter:41 Jahre
Ich mag: Theater spielen, Joggen, Kung Fu, Kino, Essen gehen, in der Sonne liegen - und - meine Freundinnen..
Ich mag nicht: Techno, Nieselregen, Krieg, nachtragende Menschen...
Mein größter Wunsch: Dass nach dem Herbst sofort wieder Frühling wird

Astrid ReinbergerAstrid
Alter: 31 Jahre
Ich mag: Ins Kino gehen (sehr!), Konzerte besuchen, Musik hören, lesen, chatten, spazieren gehen, Neues ausprobieren...
Ich mag nicht: Grau-graues Nieselwetter, Bosheiten und Intrigen, Müdigkeit...
Mein größter Wunsch: 2 Jahre faulenzen :-)

Sabine MelchiorSabine
Alter: 31 Jahre
Ich mag: Lesen, spielen (Brett + Computer), Urlaub, Essen!
Ich mag nicht: Verregnete Sommer, Besserwisser, Fenster putzen *gg*
Mein größter Wunsch: Dass ich wunschlos glücklich bin.
Rosi, Astrid und Sabine beantworten die Fragen stellvertretend für die Redaktion von
www.LizzyNet.de, der Community für Mädchen und junge Frauen von Schulen ans Netz e.V. Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert und ist nicht kommerziell.

sagmal.de:
Auf LizzyNet.de steht: LizzyNet ist das Online-Angebot für Mädchen und junge Frauen von Schulen ans Netz e.V. Was genau führte zu dem Projekt und was beinhaltet es?

LizzyNet:
Die Entstehungsgeschichte war eigentlich die, dass ein Online-Angebot für Mädchen und junge Frauen geschaffen werden sollte, damit mehr von ihnen sich für die IT-Berufe interessieren. Daraus wurde nun ein ziemlich großes Netzwerk, das eben nicht nur die berufliche Seite anspricht, sondern Mädchen in ihrer *ganzen* Lebenswelt sieht. Deswegen gibt es drei Bereiche auf LizzyNet: 1. Das Magazin, wo es um Themen wie Politik, Kultur, Forschen und Wissen, Körper und Geist, aber auch um Schule, Ausbildung und Beruf geht. 2. Die Community, wo sich Mädchen in Foren unterhalten, im Chat treffen, ihre Homepages bauen, und gemeinsame Clubs zu speziellen Themen haben und 3. den KnowHow-Bereich, in dem es Kurse und Materialen zum Lernen gibt (HTML, Bildbearbeitung, Recherche-Kurs, Referate-Special etc..)

sagmal.de:
Welche Vorgaben gibt es? Welche Ergebnisse müsst Ihr erreichen, damit LizzyNet ein richtiger Erfolg ist?

LizzyNet:
LizzyNet IST schon ein richtiger Erfolg *gg*. Bei fast 18.000 Mitgliedern, 100 Neuanmeldungen am Tag und einer Zugriffszahl von 9.200 Anwendersitzungen mit einer Durchschnittsdauer von 24 Minuten am Tag. Es gibt nicht viele Vorgaben von Seiten des Auftraggebers. Unser Erfolg richtet sich in erster Linie danach, wieviele Mädchen täglich "reinschneien", ihre Spuren in den Foren hinterlassen, bei den Aktionen wie Buch- oder CD-Rezensionen mitmachen und gerne täglich wiederkommen, um ihre Freundinnen hier zu treffen. Eine der Lizzys hat es mal ganz treffend so formuliert: "LizzyNet ist wie eine große WG. Das praktische ist, dass hier niemand aufräumen muss.."

sagmal.de:
Die Aufmachung von LizzyNet erinnert mich ein wenig an Mädchenzeitschriften wie Bravo Girl oder andere. Absicht? Zufall?

LizzyNet:
Das sehen wir anders! Das Einzige, was sich eventuell ähnelt, ist die Farbzusammenstellung auf der Startseite, aber sonst ist es doch ein gewaltiger Unterschied, oder? Nur weil eine Seite informativ ist, muss sie doch nicht farblos sein und orange und gelb sind nun mal frische Farben, die junge Frauen und Mädchen ansprechen...

sagmal.de:
Eure Redaktion besteht nur aus Frauen. Können Männer mit den Themen junger Mädchen nicht umgehen?

LizzyNet:
Das kann ich nicht beurteilen, ich weiss nur, dass Männer eher andere Erfahrungen in ihrer Jugend gemacht haben als Frauen. Ich weiss nicht, ob sie sich so gut hineinversetzen können in die Psyche einer 14-jährigen und ob sie bereit wären, sich auf ihre Themen einzulassen, ohne sich darüber lustig zu machen oder sie abzuwerten. Außerdem finden wir es wichtig, dass die Mädchen Internet-MacherINNEN kennenlernen, weil wir für sie auch ein Art Vorbildfunktion erfüllen. Wir können ihnen nicht nur bei ihren Pubertätsschwierigkeiten helfen, sondern auch über Technik und Berufswahl Auskunft geben. Wenn sie wüssten, dass die Redaktion aus Männern besteht, würden sie sich sicherlich anders verhalten und nicht so offen über alles reden...

sagmal.de:
Und wie kümmert sich Schulen ans Netz e.V. um junge, heranwachsende Männer und ihre Fragen?

Rosi::
Haben die Fragen, die wissen doch immer alles??? :-D. Ok, ok, es gibt kein Angebot für heranwachsende Männer von Schulen ans Netz, weil es keinen Bedarf gab, Jungen zu einer vermehrten Teilnahme an Online-Angeboten zu motivieren, denn sie stellten bisher immer den größeren Anteil an Internet-Erfahrenen. Da fast alle Angebote für Jugendliche im Netz beiden Geschlechtern offenstehen und meistens von Jungen und jungen Männern dominiert werden, ist meiner Meinung nach auch kein Bedarf vorhanden, speziell was für die Jungen anzubieten. Es steht natürlich jedem frei, so ein Angebot zu schaffen :-)

Astrid:
Ehrlich gesagt: Ich wäre sehr froh, wenn es endlich eine Plattform speziell für Jungs gäbe. Zum einen wäre das sicher sinnvoll, zum anderen könnte man die neidischen und z.T. aggressiven Frager, die die Idee eines Mädchennetzwerkes anfeinden, auf dieses verweisen. Dann bliebe nur noch die Frage nach dem Sinn einer Geschlechtertrennung. Und ich denke, die Ausdauer sollte jeder Kritiker haben, abzuwarten, wie sich z.B. eben ein reines Mädchennetzwerk entwickelt. (Bisher sind ja unsere Erfahrungen sehr gut und alle Studien zu diesen Themen haben ergeben, dass spezifische Angebote, ob zu bestimmten Themen oder für eine bestimmte Zielgruppe in der Regel besser ankommen als allgemeine Seiten). Um es eindeutig zu sagen: LizzyNet ist nur, weil es nur für Mädchen ist, nicht gegen Jungs.

sagmal.de:
Frauen sind im Internet immer noch die Minderheit. Warum eigentlich?

Lizzynet.de LizzyNet:
Bei Frauen mag das noch stimmen, bei Mädchen inzwischen nicht mehr, zumindest was die Quantität betrifft. Gerade hat die JIM-Studie 2002 bestätigt, dass Mädchen und junge Frauen stark aufgeholt haben und erstmals mit Jungen und jungen Männern gleichauf liegen, was die Zahl der Internet-Erfahrenen betrifft. "Insgesamt schöpfen aber männliche und ältere Onliner aber die Bandbreite möglicher Online-Aktivitäten mehr aus als weibliche und jüngere Nutzer," schränkt die Studie ein. Und da genau liegt meines Erachtens der Knackpunkt: die "Bandbreite möglicher Online-Aktivitäten" richtete sich bislang auch eher an den Interessen männlicher User aus, als da wären Software- und Hardware-Tipps, Downloads von Spielen und Programmen und nicht zuletzt eine Sprache, die zum Teil Frauen ausschließt oder sie schlimmerenfalls auch noch beleidigt. Bestes Beispiel war der Artikel über die erste Mädchen-LAN-Party, die von Schulen-ans-Netz veranstaltet wurde. Zitat "Nach Autofahren, arbeiten gehen und im Stehen pinkeln soll die letzte Männerdomäne fallen: im Netzwerk Computer spielen." Dazu werden 2 als Frauen verkleidete Männer serviert mit der Bildunterschrift "Keine Chance Männer! Die beiden Schönheiten sind lesbisch." Hinzu kam, dass in vielen Haushalten bisher nur ein Computer vorhanden war und dieser, wie Studien ergeben haben, dann eher den Männern "gehört".

sagmal.de:
Und wie kann man das ändern? Reicht es aus, einfach eine Community wie LizzyNet anzubieten?

LizzyNet:
EINE Community reicht ganz sicher nicht ;-). Aber solche Angebote wie LizzyNet bringen Farbe ins Spiel und Qualität, die von Mädchen und jungen Frauen geschätzt wird. Wenn gute, vielseitige Angebote da sind, gehen Frauen und Mädchen auch ins Netz!

sagmal.de:
Was wird eurer Meinung nach sich im Internet in den nächsten Jahren ändern, was sollte sich auf jeden Fall ändern?

LizzyNet:
Ich denke, dass das Internet mehr zur Information, denn zum Vergnügen genutzt werden wird. Die Jugendlichen -besonders die in ländlichen Gebieten- werden es auch noch als Kommunikationsmittel benutzen und das Internet wird auch eine stärkere Beratungsfunktion bekommen. Diese Chance müssen die öffentlichen Stellen wie Rathäuser, Beratungsinstitutionen und die Jugendarbeit sehen und sich auf die Bedürfnisse einstellen. Das Internet sollte -damit auch mehr alte Menschen daran teilnehmen können- nicht nur über den PC zu erreichen sein. Es muss genauso ein einfaches Endgerät wie das Telefon her, damit keineR ausgeschlossen wird.

sagmal.de:
Wenn man euch Gelegenheit gibt, privat zu surfen, auf welchen Seiten treibt Ihr euch so rum?

Rosi:
Meine Lieblingsseite ist z.B. http://diestandard.at

Astrid:
http://www.perlentaucher.de oder http://www.frl-zapf.de oder http://www.sportsfreundin.de

sagmal.de:
Habt Ihr bei meinen Fragen eine Frage vermisst?

LizzyNet:
Eher nicht... ich kann schon jetzt nicht mehr *gg*

sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?

LizzyNet:
Hmmm... LizzyNet macht voll Spaß!! *hihi*

LizzyNet.de
Schulen ans Netz e.V.

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Das Interview wurde am 21.11.2002 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de.
Wir danken dem Team von LizzyNet für die Beantwortung unserer Fragen.
Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen


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