Interview mit Hans Günther Hinz vom 26.10.2000
Hans Günther Hinz Hans-Günter Hinz,
geb. 13.3.55.
1974 humanistisches Abitur, 1974-1979 Studium, Germanistik und Philosophie, 1980 Gründung der Behindertenzeitschrift Pro-Integration, 1980-1983 Chef vom Dienst und Chefred. Pro Integration, ab 1983 freier Journalist in Print und Funk (Ärzte-Zeitung, Auto-Zeitung, Regie von ca. 10 Filmen beim WDR, diverse Tagespresse), Regie und Produktion eines Werbefilms für Henninger, Buchautor, langjähriger Referent von Presseseminaren beim Bundesverband junger Unternehmer, 10 Jahre Pressearbeit für Wirtschaftswoche und diverse andere Magazine, Inhaber von "H&K Journalistenbüro, Schwerpunkt Hörfunk-PR,
Gründer und Chefred. von LiebeLiebeLiebe.de

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Wenn man sich die Seitenabrufe anschaut, so rangiert das Thema Sex und Erotik erst an fünfter Stelle. Auf Platz 1 steht die Rubrik Love & Tools (Gedichte, Sprüche, Liebeshoroskop)

sagmal.de:
Herr Hinz, wie kommt man auf die Idee, ein Angebot zu machen, das sich nur mit dem Thema Liebe beschäftigt?

Liebeliebeliebe.de Logo Hans Günther Hinz:
Es gibt eigentlich nur drei wichtige Themen, die Menschen brennend interessieren. Das ist das Thema "Job/Geld", das Thema "Fitness/Gesundheit" und das Thema "Liebe". Als ich dann durchs Internet gesurft bin, habe ich festgestellt, dass sich die Seiten zum Thema "Liebe" zumeist nur mit Schmuddelsex beschäftigen oder einschlägige Produkte anbieten.

Und so kam ich auf die Idee, einen redaktionellen Ratgeber zum Thema Liebe zu machen, der eine echte Lebenshilfe und darüber hinaus natürlich auch. viel Spass bietet - vom täglichen Liebeshoroskop über Liebesgedichte bis hin zum erotischen Menue. Punkt 2: Jedem, dem ich von der Idee erzählte, zeigte sich begeistert. Ich sah, dass es hier einen echten Bedarf gibt. Last not least: Ich bin seit 15 Jahren journalistisch tätig und habe auch Erfahrungen als "Blattmacher". Da passten die Idee für LiebeLiebeLiebe und das Know-How, das man zur Realisierung braucht, gut zusammen.

sagmal.de:
Wieviele Besucher suchen denn im Schnitt Liebe auf Ihren Seiten?

Hans Günther Hinz:
Hier die aktuellen Zahlen vom August 2000:

1.288.483 Seitenabrufe (41.563 pro Tag)
113.764 Besuche (3.669 pro Tag)
39.034 unterschiedliche Besucher
47.582 Homepage
8,3 GB Datentransfer

sagmal.de:
Und was erwartet den Besucher auf liebeliebeliebe.de?

Hans Günther Hinz:
Zum einen ist LiebeLiebeLiebe.de ein seriöses, journalistisch gemachtes Magazin zu allen Fragen der Partnerschaft. Wir orientieren uns dabei an den drei Phasen der Partnerschaft: Sich kennenlernen/verlieben, gemeinsam miteinander leben/heiraten, sich trennen/scheiden. Hinzu kommt jede Menge Spass, also zum Beispiel Gedichte, Witze, Anmachsprüche, das tägliche Liebeshoroskop, Chat usw. und eine gehörige Portion Nutzwert: Kontaktanzeigenbörse, Postkartenservice, Geschenkeshops und vieles mehr.

sagmal.de:
Was macht Sie und Ihre Mitarbeiter eigentlich zu Fachleuten in Sachen Liebe?

Hans Günther Hinz:
Zum einen sind wir journalistische Profis und das heisst: Wir können auch komplexe Sachverhalte in informativ-unterhaltende Texte umsetzen. Zum anderen ist da die eigene Lebenserfahrung, also bei mir zum Beispiel: 45 Jahre, 2 Ehen, vier Kinder.

sagmal.de:
Testen Sie selbst auch all die Tipps die Sie geben? Zum Beispiel bei Flirten und verlieben? Oder Erotik & Co?

Hans Günther Hinz:
Alle mit Sicherheit nicht. Aber viele Tipps sind nicht allein theoretischer Natur, sondern entstammen der Lebenserfahrung der Redakteure oder beruhen auf Gesprächen mit Fachleuten wie Psychologen, Buchautoren, Medizinern.

sagmal.de:
Sind Sie gerade verliebt?

Hans Günther Hinz:
ja, seit neun Jahren immer wieder neu - und immer wieder in die gleiche Frau ... Die heisst übrigens Anja Reitz, ist Redakteurin bei LLL und hat eine wunderschöne Kolumne zu diesem Thema geschrieben (Rubrik Alltagskram & Beziehungskiste, rechter Frame, klicken Sie auf: Alles Gute Kommt wieder!).

sagmal.de:
Thema Sex und Erotik. Wie wichtig ist das Thema Sex bei liebeliebeliebe.de?

Hans Günther Hinz:
Wenn man sich die Seitenabrufe anschaut, so rangiert das Thema Sex und Erotik erst an fünfter Stelle. Auf Platz 1 steht die Rubrik Love & Tools (Gedichte, Sprüche, Liebeshoroskop), dann kommt das Forum, gefolgt von den Kontaktanzeigen und den Flirttips.

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sagmal.de:
Das Wort Liebe hat im Internet immer einen seltsamen Beigeschmack. Kommen viele Besucher nicht mit falschen Vorstellungen auf Ihre Seiten?


Hans Günther Hinz:
Das müsste man die Besucher fragen :-) Nein, im Ernst: Die meisten Besucher kommen zu uns, weil sie entweder einen Tipp im Netz erhalten oder irgendwo in der Presse über uns gelesen haben. Und da heisst es meistens: Endlich einmal eine seriös gemachte Seite zum Thema - ohne den üblichen Schmuddelkram.
HerzenAndererseits stellen wir auch fest, dass die Sex-Werbebanner unserer Anzeigenkunden sehr stark frequentiert werden. Kommt ein Autoversicherungs-Banner auf eine Klickrate von 1 Prozent, so sind es bei einem Sex-Banner locker 17 Prozent.

sagmal.de:
Gibt es Grenzen, die Sie beim Thema Sex oder Erotik nicht überschreiten würden?

Hans Günther Hinz:
Bei den Anzeigen können wir auf Sex-Banner nicht verzichten - die Finanzierung von einem Internetstartup wie unserem ist ohnehin kritisch genug. Und die Gestaltung dieser Banner liegt natürlich im Belieben und in der Verantwortung der Anzeigenkunden. Für den redaktionellen Part gilt jedoch: Es wird auf LiebeLiebeLiebe.de keinen Schmuddelsex geben - weder in optischer noch in sprachlicher Form. Das heisst nun nicht, dass wir den Bereich Sex ausklammern wollen oder uns gegenüber guten erotischen Storys prüde zeigen.

Aber der Ton macht die Musik. Und das heisst: Wir arbeiten diese Themen redaktionell auf: gut recherchiert und stilvoll getextet. Nehmen Sie zum Beispiel die Story: Wovon Eva träumt... Sex bei der Frau: Wie´s bei ihr abläuft, was sie antörnt, was sie mag und was ihr gegen den Strich geht. Dies ist eine amüsante und gut geschriebene Story, die Sie aber auch ohne weiteres ihrer 14jährigen Tochter in die Hand drücken können. Denn sie ist weder peinlich noch sexistisch,noch ein Schlag unter die Gürtellinie.

Wer sachlich bleibt und stilsicher, kann auch über Themen wie die Missionarsstellung schreiben, ohne ins Schmuddelige abzurutschen. Schliesslich wird auch aus dem "stern" oder aus "Focus" kein Pornomagazin, nur weil dort vielleicht über - sagen wir einmal - Telefonsex geschrieben wird. Was die erotischen Storys betrifft, so haben wir die Nachwuchsautorin Alexandra Niggemann für LiebeLiebeLiebe.de entdeckt. Drei ihrer hübschen= und erregenden Storys gibt es auf unseren Seiten bereits zu lesen, weitere werden folgen. Machen Sie sich selbst einen Eindruck.

sagmal.de:
Wie oft wird Ihr Angebot aktualisiert?

Hans Günther Hinz:
Täglich

sagmal.de:
Überwiegt Ihrer Meinung nach das positive oder das negative im Internet?

Hans Günther Hinz:
Eindeutig das Positive.

sagmal.de:
Was erwarten Sie an Änderungen im Internet?

Hans Günther Hinz:
Wünschenswert wären zwei Dinge: Die Ent-Anonymisierung der Surfer und die Einführung von Cyber-Euros. Ent-Anonymisierung, damit Surfer für das, was sie im Net tun, verantwortlich gemacht werden können. Zum Beispiel hat irgendein Idiot meiner zwölfjährigen Tochter kürzlich im Chat eine Morddrohung zukommen lassen. So etwas darf nicht geschehen, ohne dass man denjenigen dingfest machen und zur Verantwortung ziehen kann. Zur Einführung von Cyber-Dollars: Viele Seiten, auch unsere, kranken daran, dass Content im net durchweg kostenlos angeboten wird und Banner-Werbung sowie E-Commere etc. zur Finanzierung nicht ausreichen. Gut gemachte Internet-Seiten mit hohem Content-Anteil werden sich daher auf die Dauer nur die grossen Firmen leisten können. Das wäre schade, ist jedoch vermeidbar. Wenn z.B. jeder Surfer nur dreissig Pfennig für seinen Besuch bei LiebeLiebeLiebe.de zahl= en würde, wäre die Finanzierung umgehend gesichert. Mit Bezahlung per Kreditkarte, Bankeinzug u.ä. funktioniert das jedoch nicht. Das müsste so schnell und einfach möglich sein wie der Brötchenkauf beim Bäcker.

sagmal.de:
Wo sind Sie selbst im Internet unterwegs? Nur auf artverwandten Seiten?

Hans Günther Hinz:
Nein, ganz im Gegenteil. Ich nutze das Net sehr selektiv und eigentlich immer nur für das, was mich gerade interessiert. Beispiel: Ich habe seit sechs Wochen einen bildhübschen Golden-Retriever-Welpen und surfe seitdem oft zu den Seiten von Hundeclubs, Züchtern und Tierhandlungen, besuche entsprechende News-Groups und Foren.

sagmal.de:
Haben Sie bei unseren Fragen eine Frage vermisst?

Hans Günther Hinz:
Ja, die nach dem Namen. Warum heisst die Seite LiebeLiebeLiebe.de? Hier meine Antwort:

Der pragmatische Grund: Liebe.de gab´s schon. Das ist ein kostenloses Kontaktanzeigenangebot, dem ich viel Erfolg wünsche. Der inhaltliche Grund:
Liebe findet zumeist in drei Phasen statt:

Phase 1: Man flirtet, lernt sich kennen, man verliebt sich.
Phase 2: Man zieht zusammen, heiratet vielleicht, lebt zusammen.
Phase 3: Man streitet sich, trennt sich, und/oder lässt sich scheiden.
Unser Name "LiebeLiebeLiebe.de" reflektiert diese drei Phasen menschlicher Liebe - und das redaktionelle Angebot unserer Seiten folgt dem Punkt für Punkt.

sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?

Tip Hans Günther Hinz:
Mit LiebeLiebeLiebe.de hoffe ich dazu beizutragen, das Leben & Liebesleben hierzulande etwas unkomplizierter, unverkrampfter und erfolgreicher zu gestalten. In unserer Zeit mit ihrer ständigen Acceleration und der permanenten Veränderung aller Lebensvariablen ist LiebeLiebeLiebe und ein Stück Herz mehr als angesagt. Finden Sie nicht?

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Das Interview wurde am 26. 10. 2000 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de.
Wir danken Hans Günther Hinz für die Beantwortung unserer Fragen.


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