Interview mit Matthias Kröner vom 28.8.2000
Matthias Kröner Matthias Kröner
Jahrgang 1965, verheiratet, Diplombetriebs - wirt, Vorstand der Direkt Anlage Bank AG (Privatkunden - geschäft/ Marketing) Abitur in München, Hotellehre, Assistent Back of House Manager im Hyde Park Hotel London, Center of Professional Development der Cornell University, Ithaca, New York. Traineezeit Bankhaus Maffei KGaA München, Assistent der Geschäftsführung. Jüngster Vorstand einer deutschen Direktbank. Mai 1994 Leiter des Privatkundengeschäfts, mit darauffolgender Prokura 1995 und Ernennung zum Generalbevollmächtigten in 1996. Seitdem bereits Mitglied der Direktion, wurde er zum 1.September 1997 zum Geschäftsführer ernannt. Seit Umwandlung der Direkt Anlage Bank in eine AG (Okt. 97) ist Matthias Kröner Mitglied des Vorstands..

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...die Kunden sind die Experten und auch diejenigen, die die Entscheidungen treffen, ganz nach dem Motto: die Bank sind Sie.

sagmal.de:
Herr Kröner, als ich im zarten Kindesalter mein erstes Sparbuch eröffnete, gab es von der Sparkasse ein Sparschwein gratis dazu. Das ist schon über 35 Jahre her. Was bekommt der Kunde heute bei der Direkt Anlage Bank? Eine Aktie?
 
DAB Logo Matthias Kröner:
Ich denke nicht, dass es die DAB notwendig hat etwas zu verschenken, um Kunden anzulocken. Natürlich ist dies bei einem Sparbuch anders.

sagmal.de:
Sie sind der, der sich in der Fernsehwerbung immer über die Anlageberater der eingesessenen Banken lustig macht. Nach dem Motto: Wenn die wirklich was könnten, warum arbeiten die dann noch? Bei der DAB arbeiten doch auch Brokerprofis. Die sind dann ja wohl alle Millionäre?

Matthias Kröner:
Nein, wir sind Profis im Verständnis der Kundenwünsche. wir sind keine Berater, sondern Dienstleister. Darüber hinaus sind die Kunden die Experten und auch diejenigen, die die Entscheidungen treffen, ganz nach dem Motto: Die Bank sind sie.

sagmal.de:
Mit der Note 1.68 hatte die DAB das beste Ergebnis im Brokerage Komplettangebot Test der Zeitschrift DM. Was machen Sie anders als andere?

Matthias Kröner:
Dies bestätigt meine vorangehende Antwort eindrucksvoll. Nochmal: Ich denke, es ist wichtiger dass wir uns als Dienstleister sehen, denn dann haben wir auch einen Vorteil gegenüber allen anderen Banken.

sagmal.de:
Was versprechen Sie sich konkret vom Internet der Zukunft. Wird das Internet zum Standard? Aktienkauf wie einkaufen bei Bäcker?

Matthias Kröner:
Ich verspreche mir vom Internet der Zukunft, dass es bei einer maximalen Verfügbarkeit zu einem vollkommen unspektakulären Medium wird, das bei allen Prozessschritten einer Wertschöpfung Berücksichtigung findet und integriert ist. Heute sind wir davon meilenweit entfernt, wobei dies mehr für den Bäcker als die Bank gilt.

sagmal.de:
Auf Fotos machen Sie immer den Eindruck des schelmischen, jungen, dynamischen Erfolgsmenschen. Gar nicht so das, was man von einem Bankenvorstand erwartet. Muss man umdenken?

Bankgebäude Matthias Kröner:
Tja, wenn man die Fotos so interpretiert, dann muss man wohl umdenken. Ich sehe auf jeden Fall keine Notwendigkeit, mich in Sack und Asche zu werfen und dementsprechend langweilig und profil-los darzustellen, nur weil ich jetzt "Vorstand" einer Bank bin. Wichtiger ist doch das Ergebnis unserer Arbeit, denn nur darüber kann man ein nachhaltiges Profil erreichen.

sagmal.de:
Muß sich die Bankenstruktur in Deutschland ändern? Wird sie sich ändern?

Matthias Kröner:
Wir befinden uns derzeit schon in einer sehr starken und vor allen Dingen schnellen Umbruchphase. Die Veränderungen sind mannigfaltig. Ungleich zu früheren Marktphasen wird es so sein, dass es nicht mehr nur eine "richtige" und "falsche" Strategie geben wird. Die Entscheidungen werden komplexer, was für den einen richtig ist, kann für den anderen tödlich sein.

sagmal.de:
Die Konkurrenz wird auch in Ihrem Geschäft immer stärker. Wird es irgendwann auch bei den Discountbrokerbanken Fusionen geben? Vielleicht bei der Diraba?

Matthias Kröner:
Ich denke schon, dass sich unser Markt sehr schnell konsolidieren wird. Schneller als wir das vielleicht ursprünglich vor ein paar Jahren noch dachten. Bezgl. der DAB Strategie kann ich nur sagen, dass wir denke ich mal eine durchaus sehr gute Ausgangspostion für eine derartige Phase haben.

sagmal.de:
Nehmen wir an, Sie hätten die Chefs der Firmatex, Citibank, 1822direkt, und der Diba an einem Tisch sitzen. Was würden Sie denen raten?

Matthias Kröner:
Es passiert schon ab und zu, daß sich Karl M. Schmidt, Bernd Weber und MK treffen. Wir haben dann viel Spaß miteinander und nehmen uns gehörig auf den Arm, weil natürlich jeder von uns der Beste ist. Die Bosse der oben genannten Banken treffe ich eigentlich fast garnicht. Was würde ich denen raten? Ich denke nicht, dass ich in der Position bin, den Herren und Damen etwas raten zu können. Ich kümmere mich darüber hinaus vorzugsweise um meine Themen.

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sagmal.de:
Wie ist die Zielgruppe der Diraba? Alles zwischen 18 und 35? Oder trauen Sie sich auch an ältere Semester heran?

Callcenter Matthias Kröner:
Wir trauen uns auch an "ältere Semester" ran, weil wir der Meinung sind, dass wir vor allen Dingen diesen Kundengruppen einen sehr großen Nutzen bieten können. Welche Bank bietet schon einen "Auszahlplan", in den man meinetwegen die Lebensversicherungssumme investieren kann?

sagmal.de:
Im Internet ist die Aufteilung klar, Männer sind immer noch stärker vertreten als Frauen. Bei Ihnen wird dies wohl ähnlich sein. Stimmt hier wie dort das Angebot nicht?

Matthias Kröner:
Ich denke nicht, dass dies eine Frage des Internet ist. Es ist vielmehr wieder einmal ein Beweis, warum es Bücher gibt mit Titeln wie "Männer sind anders, Frauen auch." Geld war traditionell ein männliches Thema. Und Männer sind auch wegen ihres "Spieltriebs" im Netz die ersten gewesen. Frauen ziehen nach, sobald sie die Ernsthaftigkeit eines Themas respektieren.

sagmal.de:
Wie sind Sie im Internet unterwegs? Lassen Sie mich mal raten. Ihre Bookmarksammlung ist voll von Seiten über Golf, Segeln, Fallschirmsspringen und allen Extremsportarten?

Matthias Kröner:
Leider vollkommen falsch. Ich verbringe selbst immer weniger Zeit im Internet und mache neben meinen eigenen kleineren Bankgeschäften wie beispielsweise Überweisungen eigentlich nur meine Mails über dieses Medium. Natürlich nütze ich aber auch unsere Kursabfrage regelmäßig, um den Kurs der DAB zu verfolgen.

sagmal.de:
Welche Vorteile und Nachteile bietet für Sie das Internet?

Matthias Kröner:
Die Prozesse erhalten eine noch nie dagewesene Transparenz und fordern jeden Teilnehmer zu maximaler Leistung. Dies ist Vorteil und Nachteil zugleich.

sagmal.de:
Angenommen, ich habe 5.000 DM zur Verfügung. Was soll ich damit machen? Aktien kaufen? Oder doch lieber wieder aufs Sparbuch?

Matthias Kröner:
Weder - noch. Sparbuch bietet nichts, Aktien direkt zu kaufen bei diesem Betrag kann sehr risikoreich sein. Ich würde einen der Investor-World Dachfonds empfehlen, denn damit erhalten Sie auch faktisch eine sehr professionelle Vermögensverwaltung.

sagmal.de:
Noch einen Schlußsatz?
 

Matthias
Kröner:

Carpe Diem.

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Das Interview wurde am 28. August 2000 geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de.
Wir danken Matthias Kröner für die Beantwortung unserer Fragen.


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