Michael Köhn, * in Berlin; z.Zt. noch lebend.
Ich schreibe über Beziehungen, deswegen, weil ich die anderen angetan habe.
Ich schreibe über Leben und Tod, weil ich gelernt habe, beide zu akzeptieren.
Ich schreibe über die Liebe, weil sie zu allem gehört, das Menschen ausmacht.
Im Detail: 1995 ging ich in den persönlichen Abstand, fing an aufzuschreiben was und wie ich schon lange wollte, - berichte authentisch über Persönlichkeiten, die ich im 'Dazwischenleben' kennen gelernt habe ...
Motto: Wer kann - macht, auch dazwischen.
PrintVeröffentlichungen 2003:
Federwelt 36/2003 - Prosa;
Asphaltspuren 0/2003 - Lyrik;
LEseSTOFF 7/2003 - Prosa;
Federwelt 42/2003 - Prosa.
Asphaltspuren, 1/2003 - Prosa.
Sagmal.de:
Michy, deine Geschichten fallen ein klein wenig aus dem Rahmen "normaler" Literatur.
Inwieweit beeinflusste dein früheres und dein heutiges Leben dein Schreiben?
Michael Köhn:
Meine früheste Beziehung zum Schreiben war Lesen. Ich las, was da war. Da waren ’die Russen’ Tolstoi, Dostojewski, ’die Franzosen’ Flaubert, Zola, waren Zweig, Mann, Stendhal, Ganghofer, usw.; - fast alles ’Verbotene’ und über den Krieg von meiner Mutter gerettet. Die Werke dieser Schriftsteller prägten mich, vor Allem aber das ’Verbotene’. Wer Verbotenes liest, kann Unerlaubtes tun. Auch hieße es leugnen, wenn ich meine intimen Schuldbeziehungen zu Gestern, Heute und Morgen schreibend ’und sowieso’ nicht zuließe.
Allerdings, mit Schreiben begann ich erst, als ich etwas ’über Verbotenes und Unerlaubtes’ zu erzählen hatte. Etwas über das Leben, das ganz unten, das in der Mitte, - über mich.
Sagmal.de:
Was willst du deinen Lesern vermitteln?
Michael Köhn:
Ich habe keine Sendung. Schreibend erzähle ich über das Leben, wie ich es kenne.
Mir macht die Moral zu schaffen, die Moralisten; diese Welt voller Heuchler, Lügner und Janosköpfe. Wenn heute etwas ehrlich ist, dann ist es die Lüge als Wahrheit getarnt.
Ich schreibe über Menschen, die der ehrlichen Lüge zugetan sind, und die wegen ihres Wahrheitsanspruches im Knast sitzen, - oder sonst wo in der Scheiße.
Sagmal.de:
Welche Pläne hast du für die Zukunft?
Michael Köhn:
Ich werde schreiben - nichts weiter.
Sagmal.de:
Welchen Stellenwert hat das Web für dich?
Michael Köhn:
Das Web hilft mir meine Vergreisung besser zu tarnen. Ich weiß über Dinge, die ich, in Büchern nachschlagend, nie gewusst hätte.
Sagmal.de:
Nimmst du uns mit auf einer Reise durch dein persönliches Web?
Michael Köhn:
Man hinterlässt Spuren im Web, las ich. Bei mir müssen es eher Schleifspuren sein; wenn ich google, erstaunt es mich, wo ich schon überall war. Ja, ich habe vieles probiert, im Web wie im Leben, manches schmeckte, oft habe ich gekotzt.
Im Web sesshaft geworden bin ich in „zugetextet“ und zugetan natürlich meiner Homepage, auch, weil die so professionell ’neu’gestaltet wurde.
Sagmal.de:
Deine Mailadresse für Rückfragen unserer Leser?
Michael Köhn:
M.Koehn@literatalibre.de
Sagmal.de:
Du hast das letzte Wort.
Michael Köhn:
Nach Patrick Henry : Give me liberty or give me death
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