Interview mit
den Erfindern
der
Kn@rr Familie,
Anke,
Gabi,
Carsten und
Thorsten, die
im Namen dieser
wirrtuellen
Familie E-Mails
mit seltsamen
Inhalten
verschicken
und die
Antworten
dann auf ihrer
Homepage
veröffentlichen.
*** ...natürlich wollen wir auch die Welt verbessern - und das geht am Besten mit einem Augenzwinkern ;-) ***
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sagmal.de:
Carsten, die Kn@rr Familie, was muß man sich darunter vorstellen. Vater,
Mutter, Sohn und Tochter, die ganz normale Durchschnittfamilie ?
Carsten: Vergiß Opa Friedrich, den alten Schwerenöter nicht! ;o)
Die Kn@rrs sind genauso durchschnittlich wie jede Fernsehwerbungsfamilie die glücklich ihre "Diese-Suppe-heilt-alle-Wunden"-Mahlzeiten futtert. Man lacht, staunt und lebt mit ihnen aber um Gottes Willen - man möchte nicht dazugehören. Jedes Klischee wird voll ausgelebt, jedes Fettnäpfchen voll ausgeschöpft und jede Suppe auch voll ausgelöffelt. Eine Miracoli-Mutter, die ihre Hände im Geschirrspülmittel badet aber niemals wirklich saubere Gläser hat, ein biovitaler, doppelbeherzter Knoblauchpillen-Opa gehören ebenso wie ein dank Clearasil entpickelter Fruchtzwerg dazu.
Die Kn@rrs sind liebenswert, sehr naiv, tolpatschig, direkt, wirr, unlogisch logisch, verrückt und etwas abstrus wenn sie Firmenmitarbeiter und Prominente auf ihre ganz eigene Art mit ihrem haareraufendem Charme quälen.
Im Namen dieser "wirrtuellen Familie verschicken wir Emails und hoffen auf lustige Antworten, die wir dann mit Genehmigung der Angeschriebenen auf unserer Website "Vorsicht eMail! Die wirrtuelle Kn@rr-Famile" veröffentlichen.
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sagmal.de: Vielleicht stellt sich jedes Mitglied der Familie kurz vor ?
Carsten:
Nur um von vornherein Mißverständnisse auszuschließen: Wir werden häufig gefragt: "Wer von euch ist denn Hubert, wer Inge, wer Martin?" usw. Eine derartige Zuordnung gibt es nicht. Jeder schreibt mal für den einen, mal für den anderen Knarr.
Was die Kn@rr-Crew angeht:
Anke: Das Licht der kleinen Welt erblickte ich vor knapp 30 Jahren in Sachsen-Anhalt, nahe des überaus sehenswerten Städtchens Bitterfeld. Nicht nur deswegen, sondern weil ich einige Jahre als "Zeissianer" dort verbrachte, ernannte ich Thüringen zu meiner Wahlheimat. Derzeit jedoch lebe ich bei Frankfurt/Main und gehe der ehrenwerten Beschäftigung einer Webdesignerin nach. Auf der Suche nach der großen Welt entdeckte ich Mitte der 90er Jahre das Internet. Interessant und aufregend erschien es mir und durchaus wert, sich näher mit Inhalten, Programmierung und Gestaltung zu befassen - was zunächst zu der üblichen Homepage und letztendlich zu einer beruflichen Beschäftigung führte. So ist das Internet inzwischen mehr Arbeits- als Unterhaltungsmedium für mich, die persönliche Homepage existiert nicht mehr und das private Engagement reduziert sich aus Zeitmangel auf die Knarr Familie.
Gabi:
Geboren 1968 als Frankfurterin lebe ich auch in dieser Stadt die verdammt schöne Ecken hat (wenn man sie findet). Das Internet habe ich Mitte der Neunziger entdeckt. Meine erste Leidenschaft galt dem Chatten und so mischte ich als Hera die Chatgemeinden auf . Weil mir das nicht gereicht hat, habe ich angefangen, HTML zu lernen und nach kurzer Zeit gab es den Olymp. Ich arbeite derzeit als System-, Netzwerk- und Anwenderbetreuerin - letzteres manchmal mit lautem Stöhnen. Die Geschichten die man im Netz über DAUs und Kaffeetassenhalter liest sind alle wahr. Ich kümmere mich auch um den Webauftritt (allerdings gefesselt und geknebelt wie das im öff. Dienst nunmal so üblich ist) und halte Schulungen. Ich habe meine HTML-Kenntnisse vertieft und mit Danae mehrere Mitmachprojekte (z. B. Schwein gehabt) ins Netz gestellt. Nebenbei habe ich eine Einfrauminifirma und versuche grade den Absprung zu einer Agentur. Da ist Daumendrücken angesagt.
Carsten:
Mitten im Herzen des Ruhrgebiets erblickte ich 1967 das Licht der Welt. Ich liebe die Gegend und die direkte Art der Leute, die hier leben und wohl deshalb bin ich bis heute hier geblieben. In meinem Job als Elektroingenieur entwickle ich Halbleiterchips für die Telekommunikation. Zum Internet kam ich 1994 mit dem Auftrag einen Webserver für einen Unilehrstuhl einzurichten. Irgendwie dachte ich, müßte sich doch mit diesem Medium mehr anstellen lassen als das irgendwer irgendwo irgendwelche Informationen "ins Web stellt" und irgendwer anders sich da hindurch klickt. Was ich wollte war "Interaktivität". Bei mir hieß es HaiTsungs Installationen - absolut unnütze Projekte zum Mitmachen und war mein erster Versuch einer privaten Homepage der etwas anderen Art. Aus heutiger Sicht ist die Website vielleicht teilweise ein bißchen zu kindisch und durcheinander geraten, aber ich bin nach wie vor überwältigt von der Resonanz, die ich bekam und die mich zu weiteren Webaktivitäten ermunterte.
Thorsten:
Mein werter Name ist "Pandur". Im 'normalen' Leben werde ich aber auch Thorsten genannt. Ich bewege mich im Gegensatz zu den anderen dreien stark auf die magische 30 zu, anstatt sie zu erreichen *scnr* Ich lebe derzeit in HangOver und arbeite hier inzwischen als Berater für Netzwerke in einem kleinen aber gut konstituierten Unternehmen für Netzwerk- und Systemlösungen. Bei diesem Job liegt es irgendwie natürlich nahe, daß ich auch privat mit Computern zu tun habe und vor allem auch mit dem Internet. Meine ersten Gehversuche im Internet sind schon etwas her, was vielleicht auch erklärt, warum die gute alte TELEKOM mich nicht als Kunden verlieren möchte ;o) Wie es bei jedem war, hatte meine erste HP einen unglaublichen Nutzen für das Internet *fg* und derzeit habe ich durch starkes Arbeitsaufkommen auch leider viel zu wenig Zeit für meine Seiten und leider auch für die Kn@rr-Familie, was aber wohl ein allgemeines Problem bei uns allen ist derzeit. Das ist aber lange kein Grund für uns, die Sache ad acta zu legen! Im Gegenteil !Wir planen und recherchieren unsere Aktionen eben noch gründlicher, weil ja doch immer mal wieder jemand Zeit hat. Und wir wachsen schließlich alle mit unseren Aufgaben. Und wer noch gerne etwas zu meinen Interessen lesen möchte, darf sich in meiner virtuellen Tyrell Corp. umschauen
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sagmal.de:
Wer kam auf die Idee mit den Mails und wer war euer erstes Opfer ?
Carsten:
Die Idee zur Kn@rr-Familie trug ich eine ganze Zeit mit mir herum, da mir der Aufwand so etwas zu realisieren zu groß erschien. Erst als ich daran dachte, daß man so etwas viel effektiver und mit noch mehr Spaß als Gemeinschaftsprojekt angehen kann, begann das Projekt Formen anzunehmen.
Ich fragte u. a. Anke, Gabi und Thorsten und die waren, nachdem ich es geschafft hatte zu erklären, was ich eigentlich machen wollte, begeistert. Anfangs stand das ganze Konzept noch auf ziemlich wackligen Füßen. Erst im Laufe unzähliger IRC-Diskussionen und Mails entwickelten sich die einzelnen Charaktere und der Aufbau der Website. Anke war es schließlich, die mit ihren herrlichen Aquarellzeichnungen den Kn@rrs auch ein Gesicht gab.
Wir sind ein ideales Team geworden. Jeder hat seine Stärken, die er in das Projekt einbringt und so ergänzen wir uns und haben jede Menge Spaß. An dieser Stelle sei erwähnt, daß mehr als ein Jahr verging, bis wir uns das erste Mal überhaupt gesehen hatten.
Die allererste Mailaktion war eigentlich nur ein Versuchsballon, den ich gestartet hatte um zu testen, ob so etwas überhaupt über das Internet funktionieren kann. Es war die Mail an Dr. Oetker zum Thema "Fliesenkleben mit Vanillepudding". Die erste "richtige" Mailaktion (es gab noch eine weitere dazwischen, die ich hier mal besser verschweige...) der Kn@rrs war Huberts Anfrage über Spannungsabfall bei Elektrizitätswerken. Bis heute ist dies eine unserer Lieblingsaktionen, da einige Elektrizitätswerke wirklich umwerfend reagiert haben.
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sagmal.de:
Gibt es Favoriten, Leute, die Ihr liebend gerne zu euren Opfern zählen würdet
Carsten:
Man könnte vermuten, daß Prominente unsere liebsten Opfer sind. Natürlich macht es Spaß, einen solchen ins Postfach zu bekommen, wenn man es denn geschafft hat, überhaupt eine Mailadresse zu finden, die nicht nur einer PR-Agentur gehört. Leider haben wir die Erfahrung gemacht, daß Prominente sich selten die Zeit nehmen zu antworten und wenn, sind die Antworten meist sehr enttäuschend. Ausnahmen bestätigen die Regel und so haben wir uns z.B. sehr über die Antworten von Guildo Horn und Lucilectric gefreut.
Ansonsten haben wir keine Favoriten. Wir freuen uns über all jene, die sich in ihren Antworten humorvoll und geistreich darbieten und solche findet man überall, egal ob nun unter den Prominenten oder unter den Mitarbeitern in Firmen, Vereinen und Organisationen.
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sagmal.de:
Gibt es Antworten, die euch wirklich enttäuscht oder überrascht haben, im
Positiven, wie im Negativen Sinn ?
Carsten:
Die Antworten zum Spannungsabfall und zur Umfallversicherung - da sind wir uns alle einig - waren im positiven Sinn sehr überraschend. Kaum jemand hat soviel Humor bewiesen wie die Mitarbeiter dieser Unternehmen.
Reaktionen von Prominenten sind häufig enttäuschend, da sie nicht selten etwas arrogant sind, wenn sie denn überhaupt kommen. Ein Beispiel ist die Aktion "Rap" die kaum Antworten hervorgebracht hat, obwohl wir uns mit dem Komponieren des Songs sehr viel Mühe gegeben haben ;-).
Schade ist es, wenn wir wirklich lustige Antworten bekommen, die Angeschriebenen dann aber im Nachhinein mit der Veröffentlichung nicht einverstanden sind (beispielsweise bei der Mailaktion an die Kirchen ist das einige Male passiert), das ist aber eher die Ausnahme.
Enttäuschend ist auch das Unverständnis oder der fehlende Humor mancher Menschen.
Positiv überrascht hat z.B. die Reaktion von Sibilla Drews von der PDS bei einer Aktion "Gedanken zum europäischen Straßenverkehr" unserer cleveren Christine mit politischen Parteien, auf die die meisten Politiker gewohnt stoffelig reagiert haben. Übrigens wurde diese Mailaktion sogar im Zeit-Magazin lobend erwähnt - und das hat uns wirklich überrascht.
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sagmal.de:
Das Ganze ist ja nicht neu. Karl Dall war schon mit Telefonanrufen im Fernsehen unterwegs, regional wird so was in verschiedenen Radiostationen auch mit Erfolg gemacht. Seht Ihr eure Aktionen nur als Unterhaltung oder hat das Ganze einen tieferen Sinn ?
Carsten:
Diese Idee gibt es, in weniger komplexer Form, bestimmt schon seit dem Mittelalter und wie einige vor uns, z. B. Winfried Bornemann oder Jürgen Sprenzinger, haben auch wir uns diesem Thema angenommen. Im Gegensatz zu den anderen, die jeweils mit einer Idee immer nur eine Firma anschreiben, schreiben wir viele Adressaten an. Man bekommt dadurch einen direkten Vergleich und kann die doch sehr unterschiedlichen Reaktionen darstellen, was oft sehr überraschend ist. Zudem ist das Internet das ideale Mittel um mit möglichst geringem Aufwand viele Personen zu erreichen.
Unsere Aktionen sollen den Lesern Freude bereiten und zeigen, daß hinter Behörden, Promis, Institutionen und Organisationen Menschen sitzen. Der tiefere Sinn liegt einfach darin, daß wir Kurzweil bescheren wollen und natürlich wollen wir auch die Welt verbessern - und das geht am Besten mit einem Augenzwinkern ;-)
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