Interview mit
Markus Klietmann Chefredakteur des Internetmagazins
FirstSurf.de
*** Es geht bei FirstSurf in erster Linie um das Netz und seine Nutzer.
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sagmal.de:
Markus, First Surf ging im April 1996 online, mittlerweile habt Ihr nach eigenen Angaben 110.000 Besucher monatlich. Was finden die Besucher bei
First Surf ?
Markus Klietmann:
FirstSurf ist ein wöchentlich erscheinendes E-Zine,
also ein Onlinemagazin, zu dem es kein Printheft gibt. Die FirstSurf-Redaktion, ein junges Team von Verlagsleuten, will den Besuchern zeigen, was sich
im Internet alles ereignet. Es geht also bei FirstSurf in erster Linie um das Netz und seine Nutzer. |
sagmal.de:
Sie haben ausser mit First Surf ja zusätzlich noch mit symposion.de, verkauf-aktuell.de, innovation-aktuell.de und flexible-unternehmen.de zu
tun. Welches Projekt ist Ihr persönliches Lieblingskind, und warum ?
Markus Klietmann:
Oh, von allen Internetdiensten ist mir FirstSurf schon ziemlich ans Herz gewachsen. Schließlich machen wir FirstSurf seit 1996 - das ist eine für
das Internet beeindruckend lange Zeit. Unser Unternehmen wird in Kürze umziehen, beim Durchforsten meiner Ordner ist mir eine Startseite von Oktober 96
in die Hände gefallen. Rührend !
Obwohl kein großes Budget vorhanden ist, haben wir mit einem guten Team schon ganz ordentlich etwas auf die Beine gestellt.
Inhaltlich ist FirstSurf aber auch der unterhaltsamste Arbeitsbereich, hier gibt es immer mal wieder Spiele, wie zum Beispiel das Geldkoffer-
sammelspiel, das wir anlässlich des 70. Geburtstag unseres Ex-Bundeskanzlers durchgeführt haben.
Die anderen Dienste sind Fachdienste, auf denen wir Inhalte der Bücher unseres Verlags publizieren und zusätzlichen Content anbieten, wenn
man so will elektronische Fachzeitungen zu Managementthemen.
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sagmal.de:
Sie haben selbst schon einige interessante Interviews geführt. Darunter zum Beispiel mit Dieter Degler (Spiegel-online), Albert Warnecke (Yahoo Deutschland),Jörg Bueroße (Focus-Online)und Mirko Müller (kostenlos.de). An welches Ihrer Interviews erinnern Sie sich am liebsten ?
Markus Klietmann:
Alle Interviews waren auf ihre Weise interessant, ich möchte mich da eigentlich nicht entscheiden.
Sehr diplomatisch !
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sagmal.de:
Und wer war Ihr schwierigster Interviewpartner ?
Markus Klietmann:
Die Umstände des Spiegel-Interviews mit Dieter Degler waren nicht ganz so prickelnd, wir trafen uns auf der Frankfurter Buchmesse und es war ziemlich laut und turbulent. Ich hatte eigentlich die ganze Zeit das ungute Gefühl, dass ich auf meinem Band nur die Nebengeräusche des Nachbarstands aufnehmen würde. Am Ende waren diese Sorgen aber grundlos. |
sagmal.de:
Gibt es einen Wunschpartner für ein Interview und warum ?
Markus Klietmann:
Ich würde gerne mal ein Interview mit dem Musiker Sting machen, weil ich seine Musik mag und mich seine Arbeit begeistert. |
sagmal.de:
Der von Ihnen auch interviewte damalige Zukunftsminister Jürgen Rüttgers trat ja mit seiner "Kinder statt Inder" Kampagne voll ins Fettnäpfchen. Können Sie seine Beweggründe als ehemaliger Zukunftsminister für diese Kampagne verstehen ?
Markus Klietmann:
Ja, natürlich kann ich seine Beweggründe verstehen. Es ist Wahlkampf und da greift man offenbar schon mal in ganz schmierige Schubladen.
Vielleicht hat Rüttgers sich das Beispiel Hessen zu eigen machen wollen, Koch hat ja mit seiner Postkartenaktion auch nicht gerade einen Höhepunkt der Politikgeschichte geschrieben, war aber erfolgreich. Das ist traurig.
Mich amüsiert allerdings die Reaktion aus Indien. Denn die ganze Debatte scheint mir von uns Deutschen viel zu hochnäsig geführt zu werden, dass zeigen die selbstbewussten Statements.
Mal ehrlich:
Wenn Sie ein hochbegabter, oxford-englischsprechender Softwarespezialist aus Bangalor wären - wofür würden Sie sich entscheiden: San Francisco oder 5 Jahre Siegburg?

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sagmal.de:
Haben wir denn überhaupt eine Chance, die Rückstände im Computerbereich in Deutschland aufzuholen ? Braucht es da nur ein paar indische Mitarbeiter mit Green Card?
Markus Klietmann:
Selbstverständlich können ausländische Spezialisten nicht sämtliche Lücken schließen. Die Computerbranche ist hochinnovativ und extrem dynamisch. Die Defizite struktureller Natur, das bedeutet: Es muss viel mehr für die Bildung getan werden. Das Lehrpersonal an
unseren Schulen ist überaltert - Bremen hat, wenn ich mich richtig erinnere, einen Altersdurchschnitt seiner Lehrer, der bei 54 Jahren liegt. Auch die akademischen Ausbildungswege sind zu bürokratisch und schwerfällig. Möglicherweise brauchen wir viel mehr kleinere und kürzere Ausbildungs einheiten. Aber die Wirtschaft darf sich nicht hinter dem Staat verstecken.
sagmal.de:
Was fasziniert Sie am Internet ?
Markus Klietmann:
Neulich habe ich nach meinem 1941 in Griechenland gefallenen Onkel recherchiert. Ich fand Informationen über ihn auf der Web-Site des Volksbund der Kriegsgräberfürsorge. Solche "Begegnungen" sind enorm. |
sagmal.de:
Was war Ihrer Meinung nach das Beste, was dem Internet in den letzten Jahren passiert ist ?
Markus Klietmann:
Na, FirstSurf, was denn sonst? Kleiner Scherz ;-)
sagmal.de:
Hat Markus Klietmann Vorbilder unter den "Webworkern" ?
Markus Klietmann:
Bedaure, nein. |
sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz ?
Markus Klietmann:
Danke, nein.
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Das Interview wurde im April 2000 in Form eines E-Mail Interviews geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de.
Wir danken Markus Klietmann für die Beantwortung unserer Fragen.
Die bei diesem Interview verwendeten Bilder unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den Seiten des Internetmagazins
FirstSurf.de entnommen. |
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