Interview mit Sven Häwel und Michael Böttger vom 6.5.2003
Mamas Klassiker

***
Das Internet ist ein weiterer Informations- und Kommunikationskanal. Er wird seinen festen Platz neben Print, TV, Radio einnehmen. Ich denke, dass in den nächsten Jahren das Internet im Bereich Kommunikation noch wichtiger wird.

Sven Häwel links, Michael Böttger rechts Sven Häwel und Michael Böttger, beide Karlsruher, haben sich in der Schule kennengelernt und machten sich nach dem Studium gemeinsam als Multimedia- Dienstleister selbständig. In dieser Zeit entstand die Idee zu Mamas Klassiker. Anfänglich zur Belustigung des Bekanntenkreises ins Internet gestellt, wurde die Website www.mamas-klassiker.de zu einem Renner. Millionen Seitenbesuche sowie unzählige Presseerwähnungen bewogen die beiden dazu, ihre Enzyklopädie der Welt nun auch in Buchform zur Verfügung zu stellen.
Die beiden unzertrennlichen Mama-Sprüche-Spezialisten sind inzwischen bei Web.de in leitender Position tätig.

Mamas Klassiker

sagmal.de:
Sven, Michael, wenn ich richtig gelesen habe, dann sitzen zwei junge Männer 1999 in ihrem Büro und stellen fest, das beide die gleichen Sprüche von ihren Müttern gehört haben. Und das war schon alles?

Sven Häwel und Michael Böttger:
Nein, natürlich nicht. Das war erst der Beginn. Nachdem wir uns jeder zwei Wochen lang alle möglichen Mama-Sprüche um die Ohren gehauen haben, fingen wir einfach mal an, die Sprüche aufzuschreiben. Und dann bedachten wir unsere lieben Freunde mit den Sprüchen. Alle lachten sich schlapp und fingen an, uns ihre Mama-Sprüche zu mailen. Nach einigen Monaten hatten wir schon über 100 Zitate zusammen. Und kein abendliches Biergarten-Treffen konnte ab da mehr stattfinden ohne "Sitz gerade, rülps nicht, iss manierl ich, Ellenbogen vom Tisch" usw.

sagmal.de:
Wen sprecht Ihr mit eurer Seite an? Nostalgiker? Ewig gestrige? :-)

Mamas Klassiker Sven Häwel und Michael Böttger:
Das Feedback der Leute zeigt, dass von der 13-Jährigen bis zum rüstigen Rentner die ganze Nation mitlacht. Wir haben zum Weihnachtsfest auch das Buch "Mamas Klassiker - Die 1000 besten Mama Sprüche" geschrieben und sehen aus den verkauften Exemplaren, dass das Buch eigentlich jeden fasziniert und zum lachen bringt.

sagmal.de:
Wie kommt Ihr zu den Sprüchen? Ihr könnt doch nicht alle aus dem Gedächtnis aufschreiben? Und wie habt Ihr drei Millionen Dollar zusammen gebracht und was musstet Ihr tun, damit die UN und die CIA euch bei der Hilfe nach den Sprüchen halfen? :-)

Sven Häwel und Michael Böttger:
Doch, doch. Alles Sprüche sind aus dem Gedächtnis. Erst von uns beiden, dann von unseren Freunden. Nachdem wir die Website http://www.mamas-klassiker.de live hatten, überschütteten uns gut gelaunte Leute aus der ganzen Welt mit ihren Sprüchen. Wir haben bis heute mehrere Tausend Feedback Mails mit tollen Sprüchen erhalten, sogar aus Amerika und Südafrika!

sagmal.de:
Eure Pläne für die Zukunft? Wird es irgendwann auch Papas Klassiker geben?

Sven Häwel und Michael Böttger:
Wir werden als nächstes Grußkarten bauen, die wir dann auf großen Internetportalen (z.B. WEB.DE) zum Verschicken anbieten, danach schwebt uns ein Bildband vor, der die besten Sprüche, wie z.B. "Ich könnte dich auf den Mond schießen" amüsant illustriert. Und was danach kommt, bleibt noch ein kleines Geheimnis. Nur so viel: unsere Köpfe sind voll von neuen Ideen...

sagmal.de:
Was macht Ihr beide, wenn Ihr nicht gerade Sprüche sammelt?

Sven Häwel und Michael Böttger:
Wir sind mittlerweile bei WEB.DE gelandet. Wir haben unsere kleine Agentur von damals "verkauft" und haben hier jetzt sehr interessante Jobs. Und wir haben unseren Humor immer noch nicht verloren...

sagmal.de:
Welchen Stellenwert hat eurer Meinung nach das Medium Internet heute?

Mamas Klassiker Sven Häwel und Michael Böttger:
Das Internet ist ein weiterer Informations- und Kommunikationskanal. Er wird seinen festen Platz neben Print, TV, Radio einnehmen. Ich denke, dass in den nächsten Jahren das Internet im Bereich Kommunikation noch wichtiger wird. Es wird sich als fantastischer Wissenspool etablieren. Und es werden Produkte verkauft werden, die für dieses digitale Medium geeignet sind.

sagmal.de:
Ihr verzichtet auf eurer Seite völlig auf hippe Spielereien, kein Flash, keine Musikuntermalung. Ist das noch zeitgemäß? Muss man heute nicht auffallen um jeden Preis?

Sven Häwel und Michael Böttger:
Heute fällt man durch schlichte Grafik und eindeutiges Design auf, das auf den Punkt kommt. Das Ziel ist es doch, unseren Besuchern eine klar verständliche und sympathische Website zu bieten, auf der es Spaß macht, zu flanieren. Animierte Buttons, starke Kontraste, unklares Seitenlayout verunsichern da nur. Die Tagesschau und die FAZ sehen auch jeden Tag in punkto Layout gleich aus. Der Besucher fühlt sich wohl und kann sich auf die Inhalte konzentrieren.

sagmal.de:
Wenn Ihr die Möglichkeit hättet, in die Zukunft des Webs einzugreifen, was würdet Ihr euch an Änderungen wünschen?

Sven Häwel und Michael Böttger:
Eine der großen Aufgaben des Webs wird die Simplifizierung sein. Heute brauch ich drei Minuten, bis mein PC hochgefahren ist. Dann muss ich mich umständlich einwählen, dann den Browser öffnen, URL eingeben, warten etc. Das macht überhaupt keinen Spaß. Das Web von morgen muss sein wie eine Zeitschrift oder ein TV heute schon. Einfach bedienbar, immer verfügbar, beherrschbar ohne technische Kenntnisse. Anschalten - los geht´s.

sagmal.de:
Was habt Ihr gedacht, als ich euch um ein Interview bat?

Sven Häwel und Michael Böttger:
Wir sind natürlich sehr stolz über jede Anfrage, obgleich wir mittlerweile schon ein kleines bißchen Übung haben. Unsere Website hat über 1 Million Seitenbesuche im Jahr und das hat schon für ein wenig Rummel gesorgt im Medienwald. Wir durften schon zu Gast sein auf den großen Websites (yahoo, Lycos, Computerbild etc.) und in den großen Radiosendern (Radio NRJ, Radio FFH etc.) und diversen Tageszeitungen Deutschlands.

sagmal.de:
Gibt es eine Seite, die euch besonders am Herzen liegen?

Mamas Klassiker Sven Häwel und Michael Böttger:
Oh je, schwierige Frage. Wir kennen natürlich alles Nützliche und Unnützliche im Web. Eine Best-of-Liste wäre ellenlang. Immer wieder gerne surfe ich natürlich auf unsere kleine Spaßwebsite www.walfreiheit.de vorbei. Ansonsten surf ich alles mal an, was gerade so hipp ist.

sagmal.de:
Habt Ihr bei meinen Fragen eine Frage vermißt?

Sven Häwel und Michael Böttger:
Klar. Die Frage, ob wir eine glückliche Kindheit hatten, oder aber unseren alten Frust mit dem Thema verarbeiten wollen. Die Antwort: Wir hatten eine glückliche Kindheit und wir sind einfach nur große Kinder geblieben, die sich gerne mal ein verstrahlte Idee in den Kopf setzen.

sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?

Sven Häwel und Michael Böttger:
Liebt eure Mama. All die Sprüche, die euch als Kinder zur Weißglut gebracht haben, werdet ihr als Eltern selber bringen und als Großmama vermissen. Ach und noch eins: Schaut euch mal unser Buch an und kauft fleißig - ihr werdet Tränen lachen. Versprochen!

Zurück zur Übersicht Zur Übersicht Interviews Nach oben

Das Interview wurde am 6.5.2003 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de.
Wir danken Sven Häwel und Michael Böttger für die Beantwortung unserer Fragen.
Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen


Wollen sie diesen Beitrag kommentieren?

Bisherige Kommentare

Sagmal.de ist ein Angebot von
Compuexe deSign Webdesign