
Knut Karsten Eicke
geb. 1941 Schon als Baby den Entschluss gefasst, nicht zu arbeiten und nicht zu heiraten, um den Duft der grossen, weiten Welt zu schnuppern. Deshalb schon während der Schulzeit Börsianer geworden und danach nach Amerika gegangen. So hat dann alles geklappt mit dem Müssiggang und dem Geldverdienen. Dann jedoch den törichten Entschluss gefasst, eigene Versicherungsgesellschaft zu gründen. Müssiggang futsch. Stress. Aber, schöner Beruf und lustige Leute.
Knut ist Gründer und Besitzer der Sir Huckleberry Versicherungsgesellschaft.
*** Eine alte Dame bemühte sich darum, ihren ihr ans Herz gewachsenen, altersschwachen Drahthaardackel klonen zu lassen. Sie bat um Versicherungsschutz dagegen, dass aus dem Dackel eine andere Hunderasse entstehen würde.
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sagmal.de:
Knut, Normalerweise sind Versicherungen ein leidiges Übel. Meist sind sie
teuer und zahlen im Schadensfall nur sehr ungern.
Was ist an Sir Huckleberry anders? |
Knut Eicke:
Du hast Recht. Versicherungen sind weltweit unbeliebt. Gerade deshalb hat
Sir Huckleberry sich vorgenommen, dem herkömmlichen Versicherungswesen
einen fröhlichen Kontrapunkt gegenüber zu stellen. Wenn in Zukunft von
Versicherungsgesellschaften die Rede ist, soll man nicht nur mit der Stirne
runzeln, sondern mit Verweis auf Sir Huckleberry auch ein bisschen
schmunzeln können. Zu diesem Konzept gehört es, preiswert und ehrlich zu
sein, ehrlich auf Seiten der Versicherungsgesellschaft. Bewusst deshalb
haben wir Versicherungsinhalte geschaffen, die nicht manipuliert werden
können. Dieses erlaubt uns, im Schadensfalle unverzüglich und gerne zu
zahlen. |
sagmal.de:
Wie kamst du auf die Idee, solch eine Versicherung zu gründen?
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Knut Eicke:
Ich selber war mal wieder auf der verzweifelten Suche nach einem passenden
Geschenk. In einer halben Stunde sollte die Party bei einem verliebten
jungen Paar beginnen, und ich hatte überhaupt keine Gelegenheit, auf der
Suche nach einem Geschenk schnell noch durch die Stadt zu hetzen. Grübelnd
sass ich am Schreibtisch -und ertappte mich plötzlich dabei, dass meine
Hand mit Buntstiften auf einem DIN A4 Blatt fast unbewusst eine fröhliche
Police entwarf: eine Police dagegen, dass das junge Paar mit Zwillingen
gesegnet sein und sich mit unerwartet hohen Kosten konfrontiert sehen
würde. Verlegen überreichte ich mein selbstgemaltes Geschenk -und war
verblüfft: es war das Geschenk des Abends, und alle Gäste fragten nach
weiteren ähnlichen Ideen. Die VeryVery Huckleberry-Verschenkpolice war
geboren.
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sagmal.de:
Was ist der Unterschied zwischen Sir Huckleberry und grossen Versicherungen
wie Allianz, Colonia, etc.?
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Knut Eicke:
a) Die Grossen möchten gerne so geliebt werden, wie Sir Huckleberry.
b) Unsere Grössenordnung entspricht dem Klopapier-Etat der Allianz.
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sagmal.de:
Wer trägt das ganze finanzielle Risiko?
Oder ist Sir Huckleberry auch rückversichert?
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Knut Eicke:
Rückversicherer für diese Policen gibt es nicht. Sir Huckleberry trägt
das finanzielle Risiko selber.
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sagmal.de:
Wer kann sich alles versichern lassen?
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Knut Eicke:
Jeder.
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sagmal.de:
Was würdest du auf keinen Fall versichern?
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Knut Eicke:
Extreme politische oder pornographische Inhalte, sowie Inhalte, die
manipulierbar sind oder mit hoher mathematischer Wahrscheinlichkeit
eintreffen.
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sagmal.de:
Und welche besonderen Policen hast du schon ausgestellt?
Was ist der absolute Renner unter deinen Policen?
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Knut Eicke:
Unsere Bestseller sind:
Benzinwucher,
Alien-Kidnapping und neurdings
Kreisssaalpolicen.
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sagmal.de:
Und was war die bisher ungewöhnlichste Anfrage?
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Knut Eicke:
Eine alte Dame bemühte sich darum, ihren ihr ans Herz gewachsenen,
altersschwachen Drahthaardackel klonen zu lassen. Sie bat um
Versicherungsschutz dagegen, dass aus dem Dackel eine andere Hunderasse
entstehen würde.
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sagmal.de:
Warum kam von den etablierten Versicherungen noch niemand auf die Idee,
solche Policen anzubieten?
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Knut Eicke:
Ich glaube, der Markt für diese Art von Policen ist so klein, dass es sich
für die Grossen einfach nicht lohnt.
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sagmal.de:
Wird es irgendwann auch Aussendienstmitarbeiter geben, die von Haus zu Haus
gehen, um deine Policen zu verkaufen?
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Knut Eicke:
Nein
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sagmal.de:
Würdest du dich, wie es auch viele Pressevertreter tun, selbst als Lausbub
bezeichnen?
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Knut Eicke:
Da ich mit Sir Huckleberry den gleichen strengen gesetzlichen und
behördlichen Anforderungen unterliege wie die herkömmlichen
Versicherungsgesellschaften, empfinde ich mich als gezähmten Lausbube.
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sagmal.de:
Stört es dich, wenn man im Zusammenhang mit deinen Policen immer von
"Spasspolicen" spricht?
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Knut Eicke:
Ja, denn die kitschigen, unästhetischen und plebejanischen Auswüchse der
Spassgesellschaft hasse ich. Hinter den Sir Huckleberry-Angeboten steht ja
echter Versicherungsinhalt, wenn auch einer, der Freude, manchmal auch
Schadensfreude bereitet.
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sagmal.de:
Was ist das Internet für dich?
Spielwiese, Arbeitsmarkt? Oder mehr?
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Knut Eicke:
Ich lebe vom Internet, somit ist das Internet mein Beruf und Gott sei Dank
auch -und das ist das Schöne an Sir Huckleberry- Spielwiese.
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sagmal.de:
Was findest du positiv am Web, was negativ?
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Knut Eicke:
Da haben schon soviel schlauere Leute als ich schlaue und dumme Antworten
gegeben, da will ich nicht auch noch den einemillionsten Kommentar zu
machen. Ich liebe das Internet, weil es mir Sir Huckleberry ermöglicht.
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sagmal.de:
Und wo im Web bist du selbst unterwegs?
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Knut Eicke:
Querbeetfeldein, da es ja auch Anregungen für neue Policen bietet.
Ausserdem trifft man ja auch intelligente und unterhaltsame Leute wie Dich
und Deine Seite.
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sagmal.de:
Was würdest du heute tun, wenn es das Web nicht gäbe?
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Knut Eicke:
Mich auf eine Luftmatraze in einem Swimmingpool legen und solange warten,
bis es das Web gibt.
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sagmal.de:
Hast du bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
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Knut Eicke:
Ja, wer sind Deine Kunden?
Antwort: Neben den Privatpersonen, die über das Internet buchen, sind es
auch mittelständische Unternehmer, die die Sir Huckleberry-Policen als
Werbe- und Kundenbindungsmittel nutzen; wie z.B. der Autohändler, der jedem
seiner Kunden eine Police gegen Benzinpreiserhöhung schenkt.
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sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?
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Knut Eicke:
Ich wünsche Dir mit der Interview-Idee
genau so viel Freude, wie wir sie mit
Sir Huckleberry haben.
Herzlichen Glückwunsch zu Deiner guten Idee.
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Das Interview wurde am 17.9.2001 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de. Wir danken Knut Eicke für die Beantwortung unserer Fragen. Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen |
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