Interview mit Peter Gric vom 27.3.2006

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Wenn man eine wirklich geniale Idee hat, dann wird sie sofort kopiert und unter Umständen hat man dann selbst gar nichts mehr davon.
 
Peter Gric

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Peter GricPeter Gric wurde 1968 in Brünn in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren. 1980 entschlossen sich die Eltern zur Emigration und die Familie kam über Jugoslawien nach Österreich.
Von 1988 bis 1993 studierte er Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Bereits während des Studiums nahm er an zahlreichen Ausstellungen teil und verkaufte seine ersten Bilder. Peter Gric lebt mit seiner Familie als freischaffender Maler in Wien. Seine Werke sind in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten.

www.gric.at

sagmal.de:
WWW steht für World Wide Web. Was ist deine Interpretation?

Peter Gric:
WeltWeiterWurmbefall

sagmal.de:
Was machst du im Internet, was planst du?

Peter Gric:
Ich betreibe meine Webseite www.gric.at auf der ich meine Malerei präsentiere. Ich plane schon seit Jahren ein spektakuläres Update der Seite, komme aber leider nicht dazu es zu realisieren. Ich fürchte, mein Interesse am Webdesign ist mir abhanden gekommen. Die Updates begrenzen sich nur auf die Bildergalerie, das dafür aber regelmäßig.

Metropolis sagmal.de:
Wie beeinflußt das Netz deine künstlerischen Ideen?

Peter Gric:
Das Internet ermöglicht einen umfassenden Austausch an Kreativität und Inspiration. Es ist wunderbar zu sehen, wie dieses Medium das Diktat der konformistischen Kunst- und Medienwelt untergräbt. Man findet fantastische Künstler übers Internet von denen man sonst nie etwas erfahren würde – in keinem Kunstmagazin, auf keiner Kunstmesse und schon gar nicht in österreichischen Galerien.

sagmal.de:
Wo siehst du Chancen und Risiken für Kunstschaffende im Netz?

Peter Gric:
Vor allem in der Möglichkeit die eigene Arbeit einem (potentiell) breiten Publikum zugänglich zu machen, aber natürlich auch in den umfassenden Recherchemöglichkeiten und im oben beschriebenen Kreativitätsaustausch. Aber hier liegt auch das Problem: Wenn man eine wirklich geniale Idee hat, dann wird sie sofort kopiert und unter Umständen hat man dann selbst gar nichts mehr davon. Was die ganze Tauschbörsenproblematik betrifft denke ich, dass sich die Musiker irgendwann der Produktionsfirmen (so wie sie jetzt funktionieren) entledigen werden.

sagmal.de:
Wie lebst du außerhalb der virtuellen Welt?

Peter Gric:
Unauffällig. Ich lebe in Wien zusammen mit meiner wunderbaren Frau Lenka und unseren beiden niedlichen Töchterchen Emilia und Natalia.

Artefakt 9 sagmal.de:
Wie entstehen deine Bilder?

Peter Gric:
Die Bilder selbst male ich mit Acryl und Ölfarben auf Leinwand oder Hartfaserplatte. Bevor ich aber zu malen beginne verbringe ich oft viel Zeit am Computer. Viele Bildkompositionen entstehen zunächst im Photoshop oder in einem 3D-Visualisierungsprogramm (3ds Max).

sagmal.de:
Welche Rolle spielt für dich Kreativität?

Peter Gric:
Die Hauptrolle.

sagmal.de:
Quo vadis, Kunstmarkt?

Peter Gric:
Ich weiß es nicht. Ich beschäftige mich nicht wirklich damit. Ja, die etablierte, zeitgenössische Kunst fordert den Konsumenten intellektuell schon sehr. Man muss sich aktiv damit befassen und darin eintauchen, man muss es verstehen und akzeptieren wollen, man muss den Mut aufbringen sich für dumm verkaufen zu lassen. Aber ich bin eben noch nicht soweit und deshalb hat für mich das Angebot der heimischen "Contemporary"-Galerien den Unterhaltungswert einer Darmgrippe – im Grossen und Ganzen.

sagmal.de:
Wer wärst du gern mal für ein Wochenende?

Peter Gric:
Keine Ahnung. Vielleicht ein dreijähriges Kind oder ein Yogi in tiefer Trance.

sagmal.de:
Die Internet-Fee schenkt dir die Erfüllung dreier Wünsche. Was wünschst du dir?

Peter Gric:
Wer oder was ist die Internet-Fee? Ist die mit dem grossen Server verwandt? Ich wünsche mir Weisheit, Gelassenheit und Erleuchtung. Aber dafür ist die nicht zuständig, oder?

Artefakt 5 sagmal.de:
Wo würdest du gern leben?

Peter Gric:
Das größte Manko von Immobilien ist ihre Eigenschaft immobil zu sein. Daher würde ich gerne in einer komfortabel eingerichteten fliegenden Untertasse mit 200-300 m² Wohnfläche leben. Das Ding sollte eine absolut autarke Freie-Energieversorgung haben und weltraumtauglich sein. Sollte mir aber die Internet-Fee meine oben genannten Wünsche erfüllen, dann würde ich gerne auf die Untertasse verzichten.

sagmal.de:
Was sollte auf deinem Grabstein stehen oder welche andere Botschaft möchtest du der Welt hinterlassen?

Peter Gric:
Ich lege keinen Wert auf einen Grabstein. Die Botschaft, die ich gerne weitergeben möchte, weiß ich noch nicht (siehe meine Wünsche an die Internet-Fee).

sagmal.de:
Welche Frage fehlt dir?

Peter Gric:
Mir fehlt keine Frage, aber diese hier war eindeutig überflüssig!

sagmal.de:
Was möchtest du abschließend sagen?

Peter Gric:
Gepriesen sei der große Server!
Gepriesen sei die Internet-Fee!

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Das Interview wurde am 27.3.2006 per Mail geführt. Die Fragen stellte Lu Court, freier Mitarbeiter von sagmal.de.
Wir danken Peter Gric für die Beantwortung unserer Fragen.
Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen


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