Andreas Biel geb. 12. Oktober 1960
1986-1992: Diverse leitende Positionen in Marketing und Vertrieb bei Konsumgüter -herstellern wie Tchibo AG, Hans Schwarzkopf GmbH, Rothmans Cigaretten GmbH
1992-1996: Unterschiedliche Führungspositionen in Key Account Management, Trade Marketing und Brandmanagement MARLBORO bei Philip Morris GmbH, München.
1997-1998: Prokurist und Marketing Direktor Privatkunden der BfG Bank, Frankfurt
1998-2000: Marketing Direktor Antenne Bayern Hörfunkanbieter GmbH, München
2000: Deutschlandchef und Marketing Direktor eToys.com München/London
ab Januar 2001: Vorstand Marketing und Vertrieb der GMX AG
*** Auch wenn GMX ein webbasiertes Unternehmen ist, suche ich in der firmeninternen Kommunikation lieber das persönliche Gespräch, es sind letztlich Menschen die GMX erfolgreich machen.
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sagmal.de:
Herr Biel, Sie haben im Januar 2001 den Vorstandssessel bei GMX übernommen.
Wird sich künftig etwas ändern bei GMX? Neue Besen kehren bekanntlich gut.
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Andreas Biel:
Im Januar 2001 habe ich den Vorstandsbereich Marketing und Vertrieb bei GMX übernommen. Als übergeordnetes Ziel sehe ich, GMX als Marke im Internet zukünftig noch besser zu positionieren und die Werbeplattform GMX auszubauen. Wir werden verstärkt auf qualitativ hochwertige Werbeformen setzen und E-Commerce- sowie Contentangebote einbinden. GMX wird Kooperationspartnern dann die Möglichkeit geben, Produkte und Inhalte anzubieten. Daraus erwarten wir uns zusätzliche Erlösquellen. Weitere Umsätze werden wie bisher durch "klassische" Werbefinanzierung, sprich Bannering, generiert.
Aber auch im Produktbereich werden wir uns natürlich im Jahr 2001 weiterentwickeln. Es wird dabei darauf ankommen, noch stärker auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen User-Typen einzugehen.
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sagmal.de:
Sie hatten mehrere führende Positionen inne, darunter Rothmans, Philip Morris und eToys.com. Was war für Sie der Reiz, als Vorstand für Marketing und Vertrieb zu GMX zu gehen?
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Andreas Biel:
Die New Economy war generell eine Herausforderung für mich. Wir befinden uns mitten in einer neuen Phase der Internet-Entwicklung: Die jungen Unternehmen müssen profitabel werden und beweisen, dass Ihre Business-Modelle tragfähig sind.
GMX ist bereits eine hervorragende Marke im Internet in Deutschland und hat viel Potenzial für einen weiteren Ausbau. Das war entscheidend für mich.
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sagmal.de:
Viele neue Internetfirmen verschwinden nach wenigen Monaten wieder von der Bildfläche. GMX ist nach nur 3 Jahren erfolgreichster e-mail- und Messaging-Dienst Deutschlands. Was machen Ihrer Meinung nach die gescheiterten Firmen der New Economy falsch? Oder anders gefragt, was macht GMX richtig?
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Andreas Biel:
Ein kurzer Ausflug in die Firmengeschichte: Die Idee zu einem providerunabhängigen, kostenlosen E-Mail-Service im Internet entstand bei den damaligen Firmengründern bereits im Jahr 1996, im Frühjahr 1997 ging dann die erste GMX-Generation online. Ende 1998 verzeichneten wir eine halbe Million Mitglieder, danach wuchsen wir sprunghaft. Mittlerweile gibt es über 8,2 Millionen Mitglieder-Accounts bei GMX.
Es sind viele Faktoren, die diesen Weg beeinflusst haben. In Deutschland gehörte GMX mit dieser Art von Internet-Dienstleistung, dem kostenlosen providerunabhängigen elektronischen Versand und Empfang von Nachrichten im Internet, zu den First Movern. Das Entscheidende war sicher, die Idee eines geschlossenen Nutzerkreises damit zu verbinden - ein eindeutiger USP von GMX, der echtes One-to-One Marketing ermöglicht. Wir sprechen mit unserer Dienstleistung eine Zielguppe an, die für die werbetreibende Industrie interessant ist. Darüber hinaus war und ist die Pflege der Community ein fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Vor diesem Hintergrund wurden viele Angebote geschaffen, die den Nutzer an den Dienst binden.
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sagmal.de:
Ihre Seite ist laut IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der
Verbreitung von Werbeträgern) die meistbesuchte deutsche Website mit über 400 Millionen PageImpressions. Ihr nächstes Ziel ist die Führungsposition als e-mail und Messagingdienst in Europa. Und was kommt dann? Ist eine weltweit führende Position auf Vorstandsebene bereits ein ernstes Thema oder noch Utopie?
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Andreas Biel:
Zunächst einmal gilt es, die Marktposition im deutschsprachigen Raum noch weiter auszubauen. Wir sind in Europa mit Domains in Frankreich, Großbritannien, Italien, Liechtenstein und der Türkei online. Der kostenlose Service GMX FreeMail steht bereits in insgesamt neun Sprachen zur Verfügung. Die Priorität liegt jedoch vorerst in Deutschland und Europa.
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sagmal.de:
Klären Sie uns auf. Was macht der Chef von GMX den ganzen Tag ausser E-Mails schreiben? :o))
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Andreas Biel:
Zu meinen Hauptaufgaben gehört die strategische Planung für die Marketing- und Vertriebsbereiche des Unternehmens. Um zusätzliche Erlösquellen zu identifizieren und die Vermarktung des Produkts voranzutreiben, ist es notwendig, die Gegebenheiten des Marktes zu erkennen, zu analysieren und in Massnahmen umzusetzen. Wir wenden uns mit unseren Dienstleistungen nicht nur an den Endkunden, sondern auch an Geschäftskunden sowie an die werbende Industrie.
Der Zusammenarbeit mit Partnern, die in unser Online-Angebot eingebunden werden, gehen immer intensive Verhandlungen voraus, die natürlich auch mit vielen Geschäftsreisen verbunden sind. Auch wenn GMX ein webbasiertes Unternehmen ist, suche ich in der firmeninternen Kommunikation lieber das persönliche Gespräch, es sind letztlich Menschen die GMX erfolgreich machen.
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sagmal.de:
Über 8 Millionen User nutzen GMX. Warum? Was macht GMX so beliebt?
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Andreas Biel:
Mit GMX FreeMail bieten wir den Usern auf einer benutzerfreundlichen Oberfläche eine einfache und leicht zu merkende E-Mail-Adresse, die lebenslang gültig und vor allem Provider-unabhängig ist. Unser kostenloser E-Mail-Dienst umfasst alle die Zusatzfunktionen, die die breite Masse unserer Mitglieder für schnelle und komfortable Kommunikation im Internet benötigt. Die Kommunikationstools werden ergänzt durch Zusatzservices aus dem E-Commerce- und Content-Bereich.
Wesentlicher Bestandteil unserer Firmenpolitik ist es, persönliche Mitgliederdaten absolut vertraulich zu behandeln und Dritten nicht zugänglich zu machen. Der Nutzer weiss, dass er bei GMX weniger Werbung sieht und dass er nicht unaufgefordert Werbe-E-Mails bekommt.
Wir kommunizieren mit unseren Mitgliedern offen im Dialog. Dies ist ein wirksames Instrument, um die Dienstleitungen von GMX kundenorientiert ausbauen und verbessern zu können.
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sagmal.de:
Ihre Zielgruppe ist, trotz der grossen Zahl an Privatnutzern, der Geschäftskunde. Nimmt man da die privaten Nutzer überhaupt richtig ernst, oder dienen diese nur der Bekanntmachung des Namens
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Andreas Biel:
Der Geschäftskunde ist nur eine von zwei Zielgruppen, die wir ansprechen. Unser Kerngeschäft sind E-Mail- und Messaging-Dienstleistungen für den Endkunden. Zusätzliche Services wie E-Commerce-Angebote sind deshalb auf die Interessen unserer Nutzer ausgerichtet. Auch bei der Produktentwicklung greifen wir auf das Feedback zurück, das die GMX-Mitglieder der Supportabteilung oder in unserer Kommunikationsplattform GiMiX geben.
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sagmal.de:
Spam Mails sind eines der leidigen Themen im Web. Wie geht GMX mit dem Thema um?
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Andreas Biel:
Mit der Antispam-Hotlist haben wir bei GMX ein Werkzeug, um Mitglieder vor Werbemails aus großen Domains und vor Massenmails (Mailbomben) zu schützen. Darüber hinaus bieten wir jedem Mitglied die Möglichkeit, einen individuellen Schutz vor unerwünschten Mails bestimmter Absender oder ganzer Domains zu aktivieren.
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sagmal.de:
Ist der Normaluser zu blauäugig, was die Sicherheit bei Mails angeht. Siehe I-love-you, Trojaner und ähnliches.
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Andreas Biel:
Im Hinblick auf die steigende Zahl von Internet-Neueinsteigern ist Aufklärung über Sicherheit im Internet nach wie vor wichtig. Die einschlägigen Internet-Einsteigermagazine leisten dafür einen nützlichen Beitrag. Aber auch wir als Dienstleister im Internet sind in der Pflicht. Eine gute Online-Hilfe für die Nutzung des Dienstes muss auf Sicherheitsfragen besonders genau eingehen. Es ist Teil des Sicherheitskonzepts von GMX, auf Angriffe auf die Privatsphäre von Mitgliedern, wie sie bei einem technischen Dienst insbesondere im Internet immer wieder vorkommen können, schnell zu reagieren. Wir setzen neueste Technik ein, um das sicherzustellen.
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sagmal.de:
Wie wird sich das Web grundsätzlich weiterentwickeln? Was erwarten Sie an Neuerungen?
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Andreas Biel:
Die Zukunft liegt bei personalisierten Angeboten und Dienstleistungen, die auf verschiedene Nutzerschaften zugeschnitten sind. Qualität und Serviceorientierung werden weiter im Vordergrund stehen. Technische Konvergenz wird das Internet letzlich zum Massenmedium machen, aber bis dahin ist es aus heutiger Sicht noch ein ganzes Stück Weg.
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sagmal.de:
Glauben Sie an die Zukunft der WAP Technologie?
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Andreas Biel:
Ja, aber erst mal für eine begrenzte Nutzerschaft. Ein WAP-Zugang hat für GMX noch nicht die höchste Priorität, wenngleich wir bereits Lüsungen im Testeinsatz haben. Die WAP-Technologie steht derzeit noch vor dem Problem der mangelhaften Performance und hoher Kosten. Nicht zuletzt deshalb wird das von der absoluten Mehrzahl unserer Mitglieder noch nicht verlangt. Wir stehen mit unseren Nutzern in engem Kontakt und registrieren ständig deren Bedarf. Bei SMS war zum Beispiel sehr schnell erkennbar, dass dieser Service gewünscht wurde - bei WAP zeichnet sich dies noch nicht ab.
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sagmal.de:
Welche Webseiten bevorzugen Sie privat, wenn Ihnen Zeit dazu bleibt?
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Andreas Biel:
www.smartmoney.com = Aktuelle Börseninformationen aus USA
www.tchibo.de = Wunderbar nützliche Dinge Sonntags in Ruhe einkaufen
www.mallorca.de = Immer wissen wie es auf "der Insel" gerade ist
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sagmal.de:
Haben Sie bei unseren Fragen eine Frage vermisst?
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Andreas Biel:
Seit wann haben Sie einen GMX-Account?
Und die Antwort würde lauten: Natürlich schon ewig...
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sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?
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Andreas Biel:
Es gibt Situationen, da gilt: Sag's lieber per GMX.
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Das Interview wurde am 6.2.2001 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de. Wir danken Andreas Biel für die Beantwortung unserer Fragen. Die bei diesem Interview verwendeten Bilder unterliegen dem Copyright und wurden nur für
dieses Interview von den jeweiligen Homepages entnommen. |
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