*** Es geht nicht darum, sich im "Glücksarchiv" ein fertiges Glücksrezept abzuholen, sondern für sich selbst Verantwortung zu übernehmen.
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Karl
Kreichgauer, Dipl.-Psychologe, 1961 geboren, lebt zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter.
Ein glückliches Leben, das möchte wohl jeder Mensch führen.
Doch was heißt das eigentlich "Glück"?
Seit Jahrhunderten denkt darüber jedeR einzelne nach.
Viele Gedanken und Texte zum Thema Glück hat Karl
Kreichgauer in seinem Glücksarchiv gesammelt.
Auch Anregungen sind dort zu finden, eine Anleitung zum Glücklichsein gibt es dort jedoch nicht, die muss sich immer noch jedeR selbst schreiben...
www.gluecksarchiv.de
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sagmal.de:
Charly, du bist der Mann, der hinter dem "Glücksarchiv" steckt, kannst
du unseren LeserInnen kurz dich und dein Internetprojekt vorstellen?
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Karl
Kreichgauer:
Ich bin Diplom-Psychologe, arbeite vier Tage die Woche, verbringe
meine Freizeit mit der Familie, mache Musik und treibe Sport. Ich
koche, esse und trinke gerne, am liebsten mit Freunden und Verwandten.
Mein Internetprojekt hat den Namen "Glücksarchiv" und enthält "alles
zum Thema Glücklich leben: Grundlagen, Forschungsergebnisse und Tipps
zu einzelnen Lebensbereichen, Fragebögen, Checklisten,
Buchempfehlungen, Links und mehr". Dazu kommt ein Forum, in dem jeder
seine Beiträge beisteuern kann.
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sagmal.de:
Was bedeutet Glück für dich persönlich?
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Karl
Kreichgauer:
Ich suche (und finde) mein Glück in den kleinen Dingen. Glück ist für
mich
- ein Spaziergang im Regen und danach eine Tasse heiße Schokolade
- das Gefühl nach einer gelungenen Präsentation oder einem gelungenen
Meeting beim Arbeiten
- ein selbst gekochtes Essen zusammen mit meiner Familie und Freunden
- eine warm-kalte Dusche nach der Sauna
- ...
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sagmal.de:
Wie bist du auf die Idee gekommen, eine Internetseite über das Glück
zu machen?
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Karl Kreichgauer:
Vor ungefähr einem Jahr bin ich auf das Thema "Glück" gestoßen. Meine
Recherchen im Internet waren wenig erfolgreich, Literatur zum Thema
gab es schon eher. Was mir auffiel war, dass "Glück" oft nur aus einem
bestimmten Blickwinkel betrachtet wurde, also von Psychologen oder von
Philosophen oder von Medizinern. Dazu kam noch die im Deutschen
bestehende Verwirrung zwischen "Glück haben" (z.B. im Lotto) und
"Glück empfinden" (Glücklich sein). Mein Anliegen ist, zum Thema
"Glück empfinden" die verschiedenen Sichtweisen und
Forschungsergebnisse zusammenzubringen und auch persönliche
Erkenntnisse zu integrieren.
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sagmal.de:
Wer arbeitet an der Seite und wie lange schon?
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Karl Kreichgauer:
Ich mache die Seite alleine. Als ich das Glücksarchiv vor einem Jahr
plante, wollte ich es eigentlich als Gemeinschaftsprojekt machen und
zusammen von Null anfangen. Dann dachte ich, es wäre vielleicht
einfacher, schon einen Rahmen vorzugeben, damit andere Mitmacher sich
besser vorstellen könnten, um was es beim Glücksarchiv geht, ich habe
also angefangen. Mit meinen ersten Aufrufen zur Mitarbeit hatte ich
allerdings keinen Erfolg. Inzwischen ist mir die Seite so sehr ans
Herz gewachsen und ich habe noch so viele Ideen, dass ich momentan
keine Partner mehr suche.
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sagmal.de:
Auf der Seite findet man eine Zitatensammlung zum Thema Glück, welches
ist dein Lieblingszitat?
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Karl Kreichgauer:
Ich entscheide mich für eines von Erich Fromm: "Unsere Konsum- und
Marktwirtschaft beruht auf der Idee, dass man Glück kaufen kann, wie
man alles kaufen kann. Und wenn man kein Geld bezahlen muss für etwas,
dann kann es einen auch nicht glücklich machen. Dass Glück aber etwas
ganz anderes ist, was nur aus der eigenen Anstrengung, aus dem Innern
kommt und überhaupt kein Geld kostet, dass Glück das "Billigste" ist,
was es auf der Welt gibt, das ist den Menschen noch nicht aufgegangen."
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sagmal.de:
Man findet auch ein Sammlung von Lebensregeln auf der Seite. Was haben
Regeln mit Glück zu tun?
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Karl Kreichgauer:
Persönliche "Regeln" helfen, nicht dauernd Entscheidungen treffen zu
müssen, sie erleichtern also das Leben. Auf der anderen Seite bergen
sie die Gefahr, zu unflexibel oder eingefahren zu sein, man muss also
die richtige Balance finden. Die ersten Lebensregeln, die mir
aufgefallen sind, waren aus dem Song "Sunscreen" von Baz Luhrmann. Im
Text tauchen viele Themen auf, die mit Glück zu tun haben, eigentlich
geht es im Song nett verpackt darum, glücklich zu sein. Im Laufe der
Zeit kamen im Glücksarchiv Lebensregeln weiterer Autoren dazu. Jeder
sollte aber, wenn er das für sich nützlich findet, seine eigenen
Lebensregeln schreiben und nicht einfach nach den Regeln anderer leben.
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sagmal.de:
Kann das Glücksarchiv helfen, glücklich zu sein?
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Karl Kreichgauer:
Ich hoffe, ein paar Tipps oder Anregungen sind dabei :-)
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sagmal.de:
Im Glücksarchiv ist mir gleich zu Beginn eine Warnung aufgefallen:
"Die Absicht der folgenden Seiten ist es zu informieren und zu
unterhalten. Du bist selbst verantwortlich, wie Du mit den
Informationen umgehst. Sei kritisch!" Warum hältst du diese Warnung
für notwendig?
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Karl Kreichgauer:
Ich habe den Eindruck, immer mehr Menschen suchen nach Orientierung,
oft sogar nach Gurus, die ihnen sagen, wo es langgeht. Stattdessen
sollten wir in uns selbst hineinhören und zu unserer Individualität
finden. Es geht nicht darum, sich im "Glücksarchiv" ein fertiges
Glücksrezept abzuholen, sondern für sich selbst Verantwortung zu
übernehmen.
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sagmal.de:
Welche Funktion hat das Internet für dich?
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Karl Kreichgauer:
Das Internet ermöglicht momentan Information, Kommunikation und
eBusiness. Den Bereich "Kommunikation" finde ich dabei besonders
interessant. Damit meine ich nicht nur eMails: Es gibt
Diskussionsforen, WebLogs, private Websites, Gästebücher,
Kommentarmöglichkeiten zu Informationen und und und. Noch nie war es
so einfach, mit vielen anderen in Kontakt zu treten, seine Meinung
oder auch sein Wissen zu veröffentlichen. Jeder kann aus der passiven
Rolle des Informationskonsumenten wechseln in die aktive Rolle des
Teilnehmers.
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sagmal.de:
Wie nutzt du es?
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Karl Kreichgauer:
Ich nutze alle Funktionen - ich lese Information, z.B. die
Wochenzeitung "Die Zeit", ich kommuniziere, z.B. über meine Website,
ich nehme teil am eBusiness, z.B. bei Amazon oder eBay.
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sagmal.de:
Gibt es eine Seite, die dir besonders am Herzen liegt?
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Karl Kreichgauer:
Von vielen interessanten Seiten fasziniert mich zur Zeit am meisten
die Wikipedia eine Online-Enzyklopädie, bei
der jeder mitmachen kann. Die Idee ist klasse, die Beiträge sind
größtenteils professionell (und wenn nicht, liegt es auch an mir, das
zu ändern), und das Gesamtergebnis kann sich ebenfalls sehen lassen.
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sagmal.de:
Hast du bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
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Karl Kreichgauer:
Es gibt so viele Fragen, die man stellen könnte...
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sagmal.de:
Noch ein Schlusssatz?
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Karl Kreichgauer:
Vielleicht noch ein anderes Zitat: "Es ist schwer, das Glück in uns zu
finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden." (Nicolas de
Chamfort)
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Das Interview wurde am 21.8.2003 per Mail geführt. Die Fragen stellte Anke Stursberg, freie Mitarbeiterin von sagmal.de. Wir danken Karl Kreichgauer für die Beantwortung unserer Fragen. Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen |
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