Dietmar Schlötel,
geb. 26.01.1953,
trat nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre
1980 in die damals noch sehr kleine
Micrologica GmbH ein, die heute als Micrologica AG
am Neuen Markt notiert und ein wenig in
Schwierigkeiten geraten ist. Dort lernte er die
Programmierung "von der Pike an".
1989 verließ er das Unternehmen als Prokurist
und ging zur heutigen Nordat Network GmbH und
arbeitet seitdem dort als IT-Berater vor allem
für Banken und Pharma-Großhandels-Unternehmen.
Auf Grund seiner Ausbildung ist er eher
Web-Programmierer als Web-Designer. 1999 startete
er die Dienstleistung Feedback-Tausch im WWW.
Dirk Metzmacher,
geb. 06.01.1976,
lebt von Kursen und Seminaren zum Thema HTML
und Webdesign und versucht seine junge
Firma am Leben zu erhalten. Die Lehre zum
Mediengestalter Bild und Ton brachte ihn zum
erstenmal mit dem Thema Webdesign in Berührung.
Von da an lernte er autodidaktisch alles zum Thema
HTML, Javascript und Webdesign, um das Erlernte
in verschiedenen Praktika unter Beweis zu stellen.
Seit einem Jahr kämpft er um Kunden für sein
Unternehmen IDL&S ( www.idls.de ), das
sich auf kleine bis mittelständische Unternehmen
spezialisiert hat.,
*** Dietmar: Ich kenne
inzwischen viele Privat-Initiativen, denen so manche Business-Site
nicht das Wasser reichen kann. Und das sind oft sogar Webmaster,
die noch zur Schule gehen.
***
Dirk:
Ich denke, dass das Internet so alltäglich wird, wie
es Fernsehen und Radio schon heute sind. Man kann sich heute nicht
vorstellen, das jemand staunend vor dem Fernseher steht und sich
fragt : Was ist denn das ?
***
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sagmal.de:
Dietmar, Dirk, eure Seite Feedback-tausch, was genau muss man sich darunter vorstellen? |
 DIETMAR:
Wie eigentlich jeder Webmaster von privaten oder
auch kleineren kommerziellen Seiten schon feststellen
musste, ist die Bereitschaft von Surfern, Rückmeldungen
auf ein Angebot im Web zu geben, ziemlich gering.
Gästebücher werden in der Regel eher dazu genutzt,
Eigenreklame zu machen, als dazu, dem Webmaster
einen ehrlichen Eindruck zu seiner Site zu übermitteln.
Der Feedback-Tausch will diese Lücke schließen, indem
er eine Börse für solche Rückmeldungen anbietet. |
DIRK:
Er bietet eine Möglichkeit des Usability-Testing für
jeden und das kostenlos ! Wenn ein Anbieter eines
Internetangebotes nicht weiß, wie seine Besucher auf
die Homepage reagieren und an welcher Stelle, sei es
in der Navigation oder durch unendliche Ladezeiten,
Probleme auftauchen, kann der Feedback-Tausch helfen,
indem er von anderen Nutzern eine gesteuerte Kritik
bekommt. Diese Kritik oder dieses Feedback beinhaltet
Daten des Users (u.a. Auflösung, Internetanschluss,
Browsertyp), einen Part mit Notenvergabe (u.a. zur
Ladezeit und Navigation) und einen Kommentar mit einer
Länge von mindestens 300 Zeichen ! Die Kritik wird
dem Webmaster per Email zugesandt. |
sagmal.de:
Wer von euch kam auf die Idee so eine Seite zu machen? |
DIRK: Dietmar hatte die Idee! Die Frage sollte bei mir vielmehr
so lauten : Wie bist du zum Feedback-Tausch gekommen ?
Ich war einer der vielen User des Projekts und habe meine
eigene Homepage testen lassen. Ich war so begeistert von
dem Feedback und von Dietmars Idee, daß ich ihn gefragt
habe, ob ich seine Seite neu designen darf. Er hatte die
ganze Sache gut programmiert, aber das Design war doch
etwas dürftig (entschuldige Dietmar) und wurde dem Service
nicht gerecht.
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DIETMAR:
Die Idee hatte ich im September 1999 bei der Lektüre des
Newsletter der Akademie.de. Damals schrieb Sven Lennartz
(Dr. Web) wöchentlich eine Kolumne für den Newsletter,
in der er auf interessante Angebote im Web hinwies.
Und interessant fand er eine US-Site, die Rezensionen von
Sites vermittelte, in einem Verfahren per Newsletter-Eintrag
- ähnlich der Verfahrensweise von Linktausch.de. Ich fand
diese Idee auch sehr gut, allerdings war das ganze halt
in Englisch und das Verfahren fand ich auch zu kompliziert.
Also habe ich mich hingesetzt und binnen einer knappen
Woche ein Set von Perl-Skripten erstellt, bei dem das
Verfahren automatisiert ist. Das war die Basis der
heutigen Version des Feedback-Tausch, die heute mit Perl
und PHP unter mySQL läuft.
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sagmal.de:
Wer kann bei euch alles mitmachen?
Jeder der eine Homepage hat? |
DIETMAR:
Ja. Bei uns kann wirklich jeder Webmaster mitmachen. Wir
haben als Teilnehmer 11jährige Schüler mit ihrer ersten
Homepage genauso wie gestandene Web-Designer, die den
Feedback-Tausch als Qualitäts-Sicherungsstufe für ihre
neuesten Projekte nutzen. Das genau ist auch für mich ein
Reiz des Systems, bei dem sich wirklich Anfänger,
Fortgeschrittene und Experten gegenseitig befruchten.
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DIRK:
Es kann jeder mitmachen der eine Homepage hat, was auch
die Grundvoraussetzung ist. Man macht ja mit, um Feedback
zu bekommen. Der "Preis" für die gewünschte Kritik ist es,
soviel Feedback zu geben, wie man auch haben möchte.
Ausgenommen sind natürlich Beiträge mit rechtlich
bedenklichen oder pornografischen Inhalt, die von uns
sofort gelöscht werden.
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sagmal.de:
Und wie ist das mit gewerblichen Websites?
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DIETMAR:
Auch die sind selbstverständlich bei uns willkommen.
Kommerzielle Websites können bei uns etwas erhalten,
für das sie normalerweise viel Geld ausgeben müssten.
Mit ein bisschen Zeit, in der sie andere Teilnehmer
bewerten und beraten, sparen sie sich teure Umfragen
und Untersuchungen über die Akzeptanz ihres Angebots.
Ich würde mir da sogar noch mehr wünschen, denn ich
glaube, hier finden solche Sites mehr Nähe zu den Ansichten
ihrer Gäste als über irgendwelche traditionelle
Feedback-Möglichkeiten wie Response-Formulare oder
Gästebücher, die ich bei kommerziellen Sites eh für
fehl am Platze halte.
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DIRK:
Allerdings müssen sie damit rechnen,
von den Feedback-Tausch Usern schärfer beurteilt zu
werden als private, "unprofessionelle" Sites.
Von kommerziellen Anbietern sollte man einen gewissen
Standard an Qualität erwarten können.
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sagmal.de:
Gibts noch mehr Projekte von euch?
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DIRK:
Das Javascript-Archiv
Das Archiv bietet über 100 Javascripts, die alle vom Browser
unabhängig arbeiten können. Jede Woche wird ein neues
Script hinzugefügt. Mit der Hilfe unserer Besucher soll
das Archiv erweitert werden ! Was für ein Javascript wird
benötigt, von welcher Art sollte es in Zukunft mehr geben ?
Außerdem gibt es einen Spezial-Bereich mit Gimmicks für
jeden Homepagebesitzer.
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DIETMAR:
Homepage Design für Einsteiger.
Wer den Feedback-Tausch kennt, wird sich auch beim
Tutorial gleich wohlfühlen, denn diesem Projekt haben Dirk
und ich inzwischen wie auch dem JS-Archiv das gleiche
Design-Konzept verpasst. Dieses Tutorial war 1997 mein
erstes öffentliches WWW-Projekt, nachdem ich bemerkt hatte,
dass wirklich gute Tutorials wie vor allem SELFHTML
für den blutigen Anfänger bereits eine Stufe zu hoch ansetzten.
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sagmal.de:
Wie kamt Ihr ins Web?
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DIETMAR:
Bedingt durch meinen Beruf habe ich schon sehr lange
private PC's. Daher bin ich schon seit Ende der 80er
Jahre online. Zunächst in Mailbox-Netzen wie Zerberus
und Maus-Netz, später auch in BTX. Seit Mitte der
90er Jahre fasziniert mich das Internet, zunächst
passiv, dann auch aktiv. Meine ersten HTML-Seiten
waren die Einrichtung einer Intranet Site für die
Abteilung des Kunden, für die ich damals tätig war.
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DIRK:
Mein Vater hat vor ein paar Jahren seinen Amiga 4000
per 28k Modem an das Internet angeschlossen. Von da
an begann für mich das Internetzeitalter. Zu Beginn
hatten ja nur die reinen "Computerfreaks" wie mein Vater
im Privatbereich einen Zugang zum Internet. Zu dieser
Zeit waren die Computer in den Haushalten noch nicht
so verbreitet. Heute hat ja fast jeder dritte Haushalt
einen PC. Meine ersten Schritte waren, glaube ich, ganz
üblich für einen Neuling. Am Anfang probiert man die
Möglichkeiten aus und entdeckt Chaträume, man sucht
die neusten Treiber oder man findet lustige
kleine Gif-Animationen. So sah dann auch meine erste
Homepage aus. Von rechts kam ein kleiner Hund angelaufen
und mußte aufpassen das er nicht von dem sich drehenden
eMail-Zeichen umgehauen wurde.
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sagmal.de:
Was hat sich eurer Meinung nach geändert?
Was wurde besser was schlechter?
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DIETMAR:
Ich möchte da gar keine Wertung abgeben, ob besser oder schlechter.
Da gibt es aus meiner Sicht unterschiedliche Trends. Generell
kann man sagen, dass der Unterschied zwischen kommerziellen Projekten
und privaten Angeboten immer weiter verwischt. Ich kenne
inzwischen viele Privat-Initiativen, denen so manche Business-Site
nicht das Wasser reichen kann. Und das sind oft sogar Webmaster,
die noch zur Schule gehen.
Ein weiterer Trend ist der Technologie-Wahn, besonders bei sehr großen
Sites, der auf den Normal-User ohne High-Tech-Ausstattung keinerlei
Rücksicht zu nehmen scheint. Angebote wie z.B. Sport1.de oder RTL.de
sind ohne schnelle Internet-Verbindung und moderne Browser-Plugins
wie z.B. Flash kaum noch zu nutzen. |
DIRK:
Verblüffend finde ich, dass praktisch jeder meiner Freunde oder
Bekannten eine eigene eMail-Adresse hat.
(Sogar meine Mutter hat jetzt eine.) Viele haben auch eine
eMail-Adresse, ohne selbst einen Computer zu besitzen. Freunde
und Internetcafes helfen da aus. Du hast gefragt, was besser wurde
und was schlechter. Das kann man so nicht sagen, da es heute genau
wie vor ein paar Jahren gute wie schlechte Homepages gibt.
Was sich auch geändert hat ist, das es heute von allem ein Dutzend
Anbieter gibt. Früher gab es ein paar Suchmaschinen und einen
Buchhändler online. Von allem gibt es heute unzählbare. Aber ob
das negativ ist ? Man muss halt für sich das beste heraus suchen.
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sagmal.de:
Wo seid Ihr so unterwegs, wenn Ihr am Surfen seid?
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DIRK:
Wenn es um HTML geht, Dr.Web und Selfhtml. Die beiden Seiten
sind Standard in dem Bereich. Die neusten Meldungen aus der Branche
finde ich auf www.internetworld.de. Um ein schönes Design zu finden
oder interessante Webprojekte, benutze ich meistens Linklisten
wie www.linkdup.com.
Interessant finde ich auch Seiten wie www.starwars-union.de, die
um den Kult eine Community aufgebaut haben, welche allein von Fans
getragen wird. Ansonsten hält man die Augen offen und findet manchmal
so Perlen wie sagmal.de oder go4xml.com, die ich persönlich ganz
interessant finde.
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DIETMAR:
Wenn ich nach den administrativen Aufgaben beim Feedback-Tausch
- glücklicherweise nicht zu zeitaufwändig - weitersurfe,
suche ich zunächst das Forum von Masterportal24.com auf. Da bin ich
Moderator für den Bereich Feedback und Web-Quality (wen wunderts ?)
und versuche auch dort Anfängern auf dem Weg zu einer guten Site
zu helfen.
Ansonsten lasse ich mich in der Regel treiben, gerne auch auf den Seiten
der Feedback-Tausch-Teilnehmer. Da gibt es richtige Knaller.
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sagmal.de:
Habt Ihr bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
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DIETMAR:
Ich hatte eine mit "warum" beginnende Frage erwartet. Die hätte ich ganz
kurz beantwortet: Weil es mir einfach Spaß macht, mitzuhelfen,
bessere Sites im WWW zu bekommen.
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DIRK:
Ja, du hast nicht nach der Zukunft des Internet gefragt (eine meiner
Lieblingsfragen). Ich denke, dass das Internet so alltäglich wird, wie
es Fernsehen und Radio schon heute sind. Man kann sich heute nicht
vorstellen, das jemand staunend vor dem Fernseher steht und sich
fragt : Was ist denn das ? So geht es aber vielen noch mit dem Internet.
Im Vergleich zu anderen Medien, wird es aber immer schneller und
unbeständiger bleiben.
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sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?
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DIRK:
Den überlasse ich Dietmar.
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DIETMAR: Ich möchte einfach mit dem Satz schließen, der unter jeder Feedback-Tausch-Mail
steht und sich auch an die Webmaster unter den Lesern dieses Interviews
richtet:
Und immer wieder mal Feedback tauschen...
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Das Interview wurde am 1.5.2001 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de. Wir danken Dietmar und Dirk für die Beantwortung unserer Fragen. Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen |
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