Erste Schritte... Kurzinterviews mit den Machern von neuen, interessanten Seiten im Web.

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 Erste Schritte

Das Web bietet täglich Überaschungen beim Surfen, auch wenn man ein alter Hase ist. Neue, unbekannte Seiten mit innovativen Ideen werden jeden Tag eröffnet. Diese Rubrik soll einen kleinen Überblick geben, wie vielfältig und interessant neue Seiten sein können und wer ihre "Macher" sind.

 Eigenwerbung


 Otto Steinführer...www.epredigt.de

Otto SteinführerOtto Steinführer,
Pfarrer im Ruhestand,
1940 in Burg Stargard in Mecklenburg geboren. Am Lutherischen Missionshaus in Leipzig Theologie studiert.
Als Gemeindepfarrer in Mecklenburg und Sachsen tätig.
Seit 1999 versendet Otto Steinführer die epredigt als Newsletter.
Zur Zeit sind über 1000 angemeldete Leser aus 30 Länder von allen Erdteilen. Sie kommen aus unterschiedlichen Kirchen verschiedener Glaubensrichtungen.

Pfr.i.R. Otto Steinführer ist Betreiber von www.epredigt.de

Sagmal.de:
Otto, 63 Jahre alt, Pfarrer im Ruhestand und eine eigene Website im Internet, wie passt das alles zusammen? Wie kamst du darauf, solch einen Weg einzuschlagen?

Otto Steinführer:
Ich halte Gottes Botschaft der Bibel für die Welt und das Leben der Menschen wichtig. Deshalb sage ich sie weiter, soweit es mir gesundheitlich möglich ist, auch im Ruhestand. Ich sehe im Internet eine Fülle von Wissen und Angeboten präsent. Da denke ich, dass Gottes Angebot an die Menschen nicht fehlen sollte. Den Anstoß für das Versenden der ePredigt und für eine eigene Webseite hat einer meiner 4 Söhne gegeben. Er war damals dabei, eine eigene Webseite zu gestalten. Da ich viele Vertretungspredigten zu halten hatte, kam er auf die Idee, diese Predigten per Newsletter auch anderen Christen zukommen zu lassen.

Sagmal.de:
Du verschickst regelmäßig deine sogenannten ePredigten über das Web. Für wen ist diese ePredigt gedacht und wie wählst du die jeweiligen Themen aus?

Otto Steinführer:
Die ePredigt ist eine aktuelle Gemeindepredigt. Ursprünglich habe ich sie nur per Newsletter versandt, und später daneben die jeweils letzte Predigt auf der Webseite www.epredigt.de veröffentlicht. Sie ist vor allem für Christen gedacht, die nicht die Möglichkeiten haben, an ihrem Gemeindegottesdienst teilzunehmen. Darüber hinaus wird die ePredigt auch von vielen anderen gelesen und weiter gegeben. Die Themen ergeben sich aus den von der Landeskirche vorgeschlagenen Bibelstellen für jeden Gottesdienst, in Beziehung zu persönlichen Erlebnissen und zu aktuellen Ereignissen im Land und in der Welt.

Sagmal.de:
Gibt es Reaktionen von der evangelischen Kirche, oder von Kollegen?

Otto Steinführer:
Von der Landeskirche gibt es keine Reaktionen. Die Kollegen in der Umgebung akzeptieren überwiegend meine Arbeit. Für sich selber sehen sie in ihrem umfangreichen Dienst kaum eine Notwendigkeit und Möglichkeit für einen solchen Dienst im Internet. Eine ganze Anzahl von Priestern, Pfarrern und Predigern aus aller Welt befinden sich unter den ePredigt-Lesern. Dabei wird es einigen so gehen wie mir. Ich habe es im aktiven Dienst bedauert, dass ich nur selten die Predigt eines Anderen hören konnte.

Sagmal.de:
Käme Jesus heute auf die Erde, wie würde er das Internet nutzen?

Otto Steinführer:
Aus der Bibel weiß ich, dass Jesus mit Gottes Botschaft predigend und handelnd unterwegs war. ER hat sich immer persönlich denen zugewandt, die IHM begegnet sind - dem Einzelnen und der Menge. Ich könnte mir vorstellen, dass Jesus selbstverständlich auch das Internet nutzen würde. Dabei würden die User, die IHM begegnen, sicher Überraschungen erleben, die ihr Leben verändern. Ich denke, dass Jesus durch SEINE Gemeinde auch im Internet einiges bewegen wird.

Sagmal.de:
Ist die Kirche im Internet ausreichend vertreten, oder wünschst du dir mehr Präsenz im diesem neuen Medium?

Otto Steinführer:
Noch halte ich die Präsens der Kirche im Internet für nicht optimal. Aber ich denke, dass sich das ändern wird. Neben der Sachinformation muss der Ansprechcharakter der Kirche deutlich zum Ausdruck kommen. Kirchliche Webseiten können keine "Ersatz"-Kirchenblätter sein. Der User muss spüren, dass ihm hier eine Botschaft begegnet, die für die Gestaltung seines Lebens und für seine Zukunft hilfreich ist, und zu Entscheidungen ruft. Ich hoffe, dass sich fürs Internet mehr und mehr Menschen finden, die Gottes Botschaft auch Nichtchristen lebensrelevant nahe bringen.

Sagmal.de:
Was ist für dich das Positive, was das Negative am Internet?

www.epredigt.deOtto Steinführer:
Das Internet öffnet mir weltweit Räume des Wissens und der Begegnung. Ich sehe das als eine Chance, weil meine eigenen Erlebnisräume zunehmend gesundheitsbedingt kleiner werden. Für das Weitergeben einer mir wichtigen Botschaft bietet gerade das Internet große Möglichkeiten. Ich weiß, dass das Internet auch Schattenseiten hat, wie vieles, mit dem wir im Leben umgehen. Dazu gehören u.a. Rückzug aus Gemeinschaften, Abgleiten in Abhängigkeiten, unkontrollierte Verschiebung von Zeitnutzung, Der Umgang mit dem Internet muss noch viel stärker im Bewusstsein der Menschen hineinkommen, damit sie sich zurecht finden, es für sich positiv nutzen zu können und die Gefahren erkennen. Für meine ePredigt fehlt mir im Internet ein persönliches Gegenüber, so wie es in der Gemeinde üblich ist. Hilfreich sind mir die erbetenen Angaben bei der Anmeldung. Mit Alter, Beruf und Wohnort bekommen die Einzelnen in der Menge durch meine Lebenserfahrung und Begegnungen in der Gemeinde ein Stück "Gesicht".

Sagmal.de:
Findet man dich auch privat im Web? Welche Seiten suchst du auf?

Otto Steinführer:
Privat bin ich nur ab und zu im Internet. Zumeist schaue ich auf Seiten über Kirche und Garten, aber auch auf Webseiten über Reisen.

Sagmal.de:
Du hast das letzte Wort:

Otto Steinführer:
Ich war überrascht über die Intervievanfragen, aber das Internet hat mir schon einige positive Überraschungen gebracht. Ich hoffe, dass Sie alle in Ihrer Arbeit manche positive Überraschungen haben.
Vielen Dank für die Interviewführung.

Manchmal wehn uns Träume zu und Ideen aus einem fernen Land. Selbst wer einen Schlüssel find für jenes Land, dem öffnet es sich nur Zeit für Zeit. Doch Hoffnung wächst aus einem Wort, gesprochen vor dem Werden unserer Zeit.

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Das Interview wurde am 27.5.2003 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de.
Wir danken Otto Steinführer für die Beantwortung unserer Fragen.
Die in diesem Interview verwendeten Grafiken unterliegen dem Copyright und wurden nur für dieses Interview von den entsprechenden Webseiten entnommen


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