Felix Frohn-Bernau, 31, studierte Rechtswissenschaften in Köln und München, wo er
sein Studium nach 8 Semestern mit Prädikat abschloss. 1998 erlangte er den
Titel des Abogado sowie die Zulassung als Rechtsanwalt in Madrid. Dort war
er in einer der größten Kanzleien Spaniens im Bereich M&A sowie
internationales Bankrecht tätig. Zuletzt war Felix Frohn-Bernau Rechtsanwalt
im Bereich Wettbewerbs- und internationales Handelsrecht in einer der fünf
größten Kanzleien Deutschlands am Standort Berlin. Felix Frohn-Bernau ist
einer der Initiatoren des Internet-Verbands European Net Economy Forum
(e-nef), Mitglied des Internetausschuss der FDP sowie Gründungsmitglied des
Förderkreises Neue Medien in Berlin/Brandenburg. Er spricht Deutsch,
Englisch, Spanisch und Französisch. Felix ist Gründer und Vorstand von dooyoo.de
*** Die Gründer der New Economy sollten von den Managern der Old Economy lernen, dass Enthusiasmus, Geschwindigkeit und Flexibilität nicht alles sind. Der Erfolg eines Unternehmens basiert immer auch auf effizienten Strukturen und klar verteilten Kompetenzen.
|
 |
sagmal.de:
Felix, die Idee von dooyoo, Produkte und Dienstleistungen vom Verbraucher
bewerten zu lassen, um zukünftigen Käufern eine Entscheidungshilfe zu geben,
klingt so simpel. Warum ist da vorher niemand darauf gekommen?
|
Felix Frohn-Bernau:
"Vor zwei Jahren hat in Deutschland noch kaum jemand darüber nachgedacht,
welche Art von Serviceleistungen man anbieten kann, die auf den
Möglichkeiten des Mediums Internet basieren. Erst ab Mitte des letzten
Jahres war klar, dass ein großer Bedarf an solchen Services besteht und dass
es zugleich Geldgeber gibt, die bereit sind, in den Aufbau solcher Services
zu investieren. In diesem Klima haben wir unser Modell einer
Entscheidungshilfe für Verbraucher entwickelt."
|
sagmal.de:
Ist das ein ganz einfaches Rezept? Man nimmt ein paar junge, dynamische
Visionäre und einen Geldgeber und hat einen erfolgreichen Startup? Oder
fehlt da noch was?
|
Felix Frohn-Bernau:
"Mit einer Vision und einem Kapitalgeber ist es noch lange nicht getan. Der
härteste Prüfstein für eine Vision ist die Realität. Wenn es plötzlich kein
Zurück mehr gibt, der Visionär in seinem frisch angemieteten Büro sitzt,
qualifizierte Mitarbeiter finden und sich mit unerwarteten technischen
Problemen herumschlagen muss, zeigt sich schnell, dass unternehmerische
Vorstellungskraft nicht ausreicht, um ein erfolgreiches Business
hochzuziehen. Dann sind Standhaftigkeit und Enthusiasmus gefragt, um sich
den täglich neuen Herausforderungen zu stellen, die mit einer Firmengründung
verbunden sind."
|
sagmal.de:
Hast du selbst auch schon einmal die Dienste von dooyoo in Anspruch
genommen? Wenn ja, bei welchen Produkten?
|
Felix Frohn-Bernau:
"Na klar. Ich habe beispielsweise kürzlich die Autovermietung gewechselt, da
die User an unserer bisherigen kein gutes Haar gelassen haben."
|
sagmal.de:
Der Name dooyoo weckt Assoziationen mit einer grossen Suchmaschine. Gewollt
oder reiner Zufall?
|
Felix Frohn-Bernau:
"Wir waren auf der Suche nach einem Fantasie-Namen, der sich offen, modern
und einprägsam anhört und der zugleich eine Art Aufforderung zum Mitmachen
darstellt. So sind wir auf dooyoo gekommen."
|
sagmal.de:
Ihr habt euch auf Großbritannien, Spanien, Frankreich und Italien
ausgedehnt. Wie geht es weiter? Der Schritt über den Teich?
|
Felix Frohn-Bernau:
"Sicherlich hat dooyoo langfristig das Ziel, auch außereuropäische Märkte zu
besetzen. Neben den USA sind auch Asien und Lateinamerika für uns
interessant. Doch es geht uns nicht um eine Expansion um der reinen Größe
willen. Zunächst wollen wir alles daran setzen, unseren Service in den
Ländern, in denen wir bereits vertreten sind, technisch zu perfektionieren
und inhaltlich immer stärker auf die tatsächlichen Bedürfnisse jedes
einzelnen Nutzers abszustimmen. Nur so können wir unsere Mitglieder
dauerhaft an uns binden. Alle weiteren Schritte erfolgen zur gegebenen
Zeit."
|
sagmal.de:
Du engagierst dich stark bei e-nef, (european net community forum) bist
selbst Gründungsmitglied. Kannst du uns etwas über die Ziele von e-nef
verraten?
|
Felix Frohn-Bernau:
"Unser zentrales Anliegen ist es, die Wettbewerbsfähigkeit deutscher
Unternehmen der New Economy sicher zu stellen, und zwar nicht nur auf
EU-Ebene, sondern auch im Vergleich mit den USA. In diesem Zusammenhang
stehen neben den arbeitsmarktpolitischen Themen steuerrechtliche,
urheberrechtliche und arbeitsrechtliche Fragen auf unserer Agenda. Wir
halten unter anderem eine radikale Senkung der Einkommenssteuer für
erforderlich."
|
sagmal.de:
Was muss sich in Deutschland im Bereich Wettbewerbsfähigkeit der New Economy
verbessern, um auf Dauer mit den Amerikanern mithalten zu können?
|
Felix Frohn-Bernau:
"Die Streichung des völlig veralteten Rabattgesetzes war hier ein Schritt in
die richtige Richtung. Das letzte, was wir brauchen können, sind weitere
staatliche Eingriffe in die Gestaltungsfreiheit der jungen Unternehmen."
|
sagmal.de:
Was konkret kann die Politik tun, um Start-ups und Old-Economy zusammen zu
bringen?
|
Felix Frohn-Bernau:
"Ich sehe hier keinen politischen Handlungsbedarf. Es ist doch längst so,
dass sich Old und New Economy kontinuierlich befruchten, sowohl was
personelle Fluktuation und Kapitalbewegungen, als auch technische
Erneuerungen betrifft."
|
sagmal.de:
Was können die beiden Economys voneinander lernen?
|
Felix Frohn-Bernau:
"Die Gründer der New Economy sollten von den Managern der Old Economy
lernen, dass Enthusiasmus, Geschwindigkeit und Flexibilität nicht alles
sind. Der Erfolg eines Unternehmens basiert immer auch auf effizienten
Strukturen und klar verteilten Kompetenzen. Hier behalten viele Modelle der
Old Economy ihre uneingeschränkte Gültigkeit. Den Managern der Old Ecomony
würde es gut tun, sich von der Begeisterung, dem Pragmatismus und dem
unbedingten Glauben an die eigene Idee, wie sie in der New Economy
vorherrschen, anstecken zu lassen."
|
sagmal.de:
Viele Politiker wären ja froh, wenn sie ihren Videorecorder selbst
programmieren könnten. Gibt es Politiker, denen du wirkliche Hilfe bei den
von euch angesprochenen Problemen zutraust?
|
Felix Frohn-Bernau:
"Nun, man muss ja kein ausgebuffter Java-Programmier sein, um das hohe
Potenzial des Internet und der New Economy abschätzen zu können. Es ist
sicherlich als Erfolg zu werten, dass die Politik die allgemeine Relevanz
der New Economy erkannt hat."
|
sagmal.de:
Die FDP hat dich in ihren Arbeitskreis Internet einberufen. Ein erster
Anfang? Oder bist du eher der Vorzeigestartup? Nach dem Motto: Seht her, wir
tun was im Internet!
|
Felix Frohn-Bernau:
"Hinter diesem Arbeitskreis Internet steckt nicht der Versuch, sich
öffentlichkeitswirksam zu profilieren, sondern ein ernsthaftes Interesse an
den Belangen der New Economy. Deshalb bringe ich meine Erfahrungen aus der
täglichen Praxis gerne in diesen Arbeitskreis ein."
|
sagmal.de:
Hast du bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
|
Felix Frohn-Bernau:
"Vielleicht die Frage, wie es weitergeht mit dooyoo. Wir haben mit unserem
Re-Design einen wichtigen Schritt hin zum vollständigen Informationsanbieter
rund ums Einkaufen getan. Zudem werden wir in den nächsten Monaten unsere
Präsenz im mobilen Internet weiter ausbauen."
|
sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz?
|
Felix Frohn-Bernau:
Nein
|
Das Interview wurde am 2.1.2001 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de. Wir danken Felix Frohn-Bernau für die Beantwortung unserer Fragen. Die verwendeten Grafiken wurden nur für dieses Interview von der Dooyoo-Homepage entnommen und unterliegen dem Copyright |
Wollen sie diesen Beitrag kommentieren?
Bisherige Kommentare |
Sagmal.de ist ein Angebot von Compuexe deSign Webdesign
|