Markus Mettler
Mit 0 Jahren geboren 1966.
Mit 5 Jahren Steine verkauft an den Boss einer Konservenfabrik.
Mit 9 Jahren Spacefood aus den USA importiert (genügend Gewinn, um mich sattzuessen).
Mit 12 Jahren Gemüse und Bier aus Griechenland importiert (erste Werbetexte, viel Spass, keine Kunden).
Mit 19 Matur in Trogen (Appenzell).
Mit 19.5 am Broadway in N.Y in einem kleinen Büro Café geholt und Post verteilt.
Mit 20 an der Uni in Genf Betriebswirtschaft angefangen.
Mit 21 an der Uni in Genf Betriebswirtschaft erfolgreich abgebrochen und mit Kollegen die Dactis gegründet.
Mit 30 bei der Entwicklung des ersten BrainStores mitgemacht.
Und zur Zeit immer noch bei BrainStore.com. Weil es so interessant ist.
*** Jugendliche sind nicht zwingend kreativer. Sie haben aber den Vorteil, dass sie noch kein "Gepäck" mit sich rumschleppen, das sie beim Kreativsein behindert. Jugendliche denken nicht darüber nach, ob etwas möglich, realisierbar, zu teuer ist. Die Ideen sprudeln einfach.
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sagmal.de:
Markus, man macht ja nicht einfach so eine Firma auf, die Ideen verkauft.
Wie kommt man auf die Idee mit den Ideen und vor allem, wie setzt man sowas
um?
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Markus Mettler:
Bei der Gründung der Firma 1989 war unsere Grundidee, zwischen Jugendlichen,
die Ideen haben, und Firmen, die Ideen brauchen, Brücken zu schlagen. Wir
brachen die beiden Gruppen an einen Tisch. Und so starteten wir das
Ideenbusiness ganz langsam und bauten es laufend aus, bis wir bei unserer
heutigen Struktur der Ideenfabrik angelangt waren.
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sagmal.de:
Welche Ausbildung braucht man, um bei Brainstore Ideen zu verkaufen?
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Markus Mettler:
Den Beruf des Ideenfabrikanten gibt es ja noch nicht. Daher setzt sich unser
Team aus ganz unterschiedlichen Disziplinen zusammen. Wichtig ist die Freude
an Methodik, unermüdliche Schaffenskraft, logisches Denken und vor allem,
dass alle "Brains" völlige Individuen sind Wir haben Betriebswirtschafter,
Hoteliers, Konditorinnen, Theaterpädagogen, Psychologen, Marktforscherinnen,
Journalisten, Spinner, Querdenker und Grafiker im Team und noch viele mehr.
Die 35 Personen die bei uns arbeiten weden ergänzt durch ein internationales
Netzwerk von über 2500 Menschen, vom Jugendlichen über die Studentin bis zur
Industriedesgnerin und dem Schokoladespezialisten, je nach Fragestellung.
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sagmal.de:
Wer kauft eigentlich Ideen?
Nur Grosskonzerne?
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Markus Mettler:
BrainStores Motto ist: Frische Ideen, egal wofür, jetzt. Bei uns kaufen
nicht nur Grosskonzerne und Firmen ein, sondern ebenso kleine Betriebe und
Privatpersonen. Wer in den Laden kommt und schnell eine Lösung braucht, wird
gleich bedient und verlässt unsere Fabrik schon nach kurzer Zeit mit einer
Lösung. Die Methodik ist aber die gleiche wie bei einem grossen Projekt.
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sagmal.de:
Wie kommt Ihr an eure Kunden?
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Markus Mettler:
Wir sprechen jene Firmen an, für die es uns interessiert, Ideen zu
entwickeln oder von denen wir wissen, dass Sie Ideen brauchen. Und rund ein
Viertel der Aufträge wird an uns herangetragen. Natürlich machen wir auch
Werbung.
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sagmal.de:
Musstet Ihr schon einmal einen Auftrag ablehnen, weil euch einfach nichts
eingefallen ist?
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Markus Mettler:
Nein. Die BrainStore-Methodik ist nicht auf Einfälle ausgelegt, sondern auf
einen klaren Prozess, und in diesem entstehen immer Ideen. Was wir anbieten,
ist eine gute Idee, die verblüffend, positiv, themenbezogen und einfach ist.
Dass es die beste oder einfallsreichste Idee ist, die man finden kann,
garantieren wir nicht, weil wir in einer vorgegebenen Zeit produzieren.
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sagmal.de:
Erklär uns doch mal, wie man sich eure Vorgehensweise vorstellen muss.
Da kommt eine Firma, sagen wir eine Aktiengesellschaft, die eine zündende
Idee
braucht.
Wie geht es dann weiter?
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Markus Mettler:
Der erste Schritt ist ein intensives Gespräch mit unserem Kunden. Als
Ideenfabrik müsen wir ganz genau verstehen, was der Kunde sucht, was seine
heutige Ausgangslage ist und wie seine Zielsetzungen lauten. Nachdem wir
dieses Briefing erstellt haben, bekommt der Kunde ein Angebot für unser
Vorgehen und unsere Kosten. Stimmt er dem Auftrag zu, startet die
Ideenproduktion.
Wir arbeiten in drei Etappen. in der VISION werden erste Ansätze für die
Idee gemeinsam mit dem Kunden, Experten und Jugendlichen unter der Anleitung
von BrainStore entwickelt. BrainStore analysiert dann diesen innert rund
einem Tag entstandenen Ideentopf, filtert interessante Schienen raus, fügt
diese zu Kurzkonzepten zusammen und "verpackt" sie so, dass sie dem Kunden
präsentiert werden können (siehe auch "Produktion" unter
www.brainstore.com). Zum Schluss dieser Etappe
führen wir mit dem Kunden den Ideentest durch, um zu einer Entscheidung zu
gelangen, welche Idee weiterverfolgt werden soll.
In der zweiten Phase, der PROJEKTIERUNG, wird die Favoritenidee des Kunden
in ein Detailkonzept weiterentwickelt. Dazu benutzen wir unsere Tools
CreativeTeam, TrendScouting und InputSearch (eine Art Marktforschung).
Recherchen finden statt, Machbarkeitsabklärungen werden getroffen. Wiederum
schliesst eine Visualisierung und ein Ideentest diese Etappe ab.
Wünscht der Kunde, dass wir seine Idee gleich in die Tat umsetzen, bieten
wir die dritte Phase, das PRODUKT, an. Dank unseres weltweiten Netzwerks von
über 2500 Spezialisten können wir jede Idee umsetzen. BrainStore
koordiniert, plant und kontrolliert die Schritte.
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sagmal.de:
Ihr arbeitet sehr viel mit Jugendlichen zusammen.
Sind Jugendliche kreativer als "ältere" Semester?
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Markus Mettler:
Jugendliche sind nicht zwingend kreativer. Sie haben aber den Vorteil, dass
sie noch kein "Gepäck" mit sich rumschleppen, das sie beim Kreativsein
behindert. Jugendliche denken nicht darüber nach, ob etwas möglich,
realisierbar, zu teuer ist. Die Ideen sprudeln einfach. In Kombination mit
dem Kunden und Experten entsteht so an unseren Workshops eine Atmosphäre, in
der es um die Aufgabe geht, und nicht um Prestige, Hierarchien, und in der
nicht jede Idee gleich zerredet wird.
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sagmal.de:
Was war Deiner Meinung nach die ausgefallendste Idee, die Ihr je verkauft
habt? |
Markus Mettler:
Eine sehr ausgefallene Anfrage war die eines Angestellten eines Museums, der
von seinem Chef einfach nicht wahrgenommen und geschätzt wurde. Er wollte
wissen, wie er daran was ändern kann. Auch lustig war die Anfrage eines
Mannes, welcher der Gynälologin seiner Frau nach der Geburt ihres Kindes
etwas schenken wollte und uns sagte: "Ein Handy hat sie schon". Im
Businessbereich sind die spannendsten Anfragen jene, wo wir die Möglichkeit
haben, ein völlig neues Produkt zu entwickeln. Zum Beispiel "Ocléa", ein
Frühstücksgetränk, das dabei hilft, sich schön, wach und glücklich zu
fühlen.
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sagmal.de:
Beim Studium Eurer Seiten fand ich den Begriff "hirnen".
Zitat:In den Frühlingsferien 1996 "hirnten" dann
drei Teenager am Produkt. Zitat Ende.
Was bitte ist "hirnen"?
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Markus Mettler:
Ein Helvetismus für "intensiv nachdenken".
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sagmal.de:
Sieht man "Mr. Brain" Markus Mettler auch ab und zu selbst "hirnen", oder
kümmerst Du dich nur noch um administrative Aufgaben?
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Markus Mettler:
Nein, ich bin sehr stark in die Produktion involviert, allerdings mehr als
Coach. Nach 11 Jahren Ideenentwicklung hat man ein Gespür dafür, was
funktioniert und was nicht. Ich sitze mit den Leuten aus der Produktion
zusammen und wir entscheiden gemeinsam, wie in den Projekten vorgegangen
wird. Die Substanz der Ideen beurteile ich immer, bevor die Idee dem Kunden
gezeigt wird.
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sagmal.de:
Was fällt Dir zum Thema Badewannen ein?
Wenn ich recht informiert bin, so habt Ihr in euren Räumen eine ganze
Sammlung
davon? Wozu?
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Markus Mettler:
Einfach, sie gefallen uns und inspirieren uns. Eine Badewanne hat
Goldfische drin, eine andere hat Räder und ein eingebautes GPS. Die
Badewannen zeigen uns, dass das Absurde manchmal in der Ideenfindung das
Naheliegende ist.
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sagmal.de:
Wo treibt sich ein kreativer Mensch wie du herum, wenn er im Web unterwegs
ist? Ich will mindestens drei Deiner Anlaufstellen wissen!
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Markus Mettler:
www.brainstore.com natürlich.
www.mycity.com, eine geniale, ideenreiche
Seite, die 46 Städte aus aller Welt als Kunstprojekt präsentiert,
www.fastcompany.com.
Die Seite der "new economy"-Bibel Amerikas.
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sagmal.de:
Hast du bei meinen Fragen eine Frage vermisst?
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Markus Mettler:
Nein
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sagmal.de:
Noch einen Schlusssatz
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Markus Mettler:
Nein
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Das Interview wurde am 15.2.2001 per Mail geführt. Die Fragen stellte Robert Herbig, Webmaster von sagmal.de. Wir danken Markus Mettler für die Beantwortung unserer Fragen.
Dank auch an Annette Kelter, die Markus Kettler als Interviewpartner für das obige Interview vorschlug. |
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