Wilson Campero
geboren am 26.10.1976 in Monteagudo Bolivien, lebt seit 1995 in Deutschland und studiert an der FHTW Berlin Wirtschaftsinformatik. Berufserfahrung sammelte er u.a. bei SQS Software Quality System AG in Köln, sowie bei SAP in Walldorf in Bereichen wie Software/Web Qualitätsmanagement.
Wilson ist einer der Gründer von alolatino.de, und Vorstandsmitglied von Ö.Z.A.S e.V. Ökumenisches Zentrum für ausländische Studenten.
Sagmal.de:
Wilson, erzähl mal was zu alolatino führte. Wie kamt Ihr auf die Idee eine Community für Hispanoamerikaner und Deutsche zu machen?
Wilson Campero:
Die Idee, ein Latino-Portal, also alolatino zu gründen, ist uns 2001 gekommen. Damals gab es wenige Möglichkeiten, sich über lateinamerikanische und spanische Veranstaltungen zu informieren. Außerdem ließ die Qualität der Informationsquellen sehr zu wünschen übrig. Entweder mußte man sich in den verschiedenen Medien durch das Kleingedruckte quälen oder man stieß zufällig auf irgend ein Angebot. Unsere Idee war, eine Plattform anzubieten, in der sich alle Angebote der lateinamerikanischen und hispano-amerikanischen Kulturszene überschaubar präsentieren und entwickeln können. Uns hat es sehr gestört, dass die erste Assoziation zu lateinamerikanischer Kultur sich im allgemeinen beschränkt auf Chili, Salsa und Tequila.
Wir gründeten also alolatino mit der Absicht, die kulturelle Vielfalt Lateinamerikas und Spaniens hervorzuheben.
Aus dieser Initiative ist z.B. die Zusammenarbeit mit dem Eiszeit-kino entstanden, das häufig Filme aus Lateinamerika und Spanien bringt.
Das Herzstück der Gruppe besteht aus sechs Personen (Birgit Jobst Designstudentin aus Deutschland, Diego Vasquez Designstudent aus Kolumbien, Mar Rodriguez Internetexpertin aus Spanien, Marta Erquicia Journalistin aus Spanien, Veit v. Beulwitz Architekturstudent aus Deutschland und Wilson Campero Wirtschaftsinformatikstudent aus Bolivien). Unterstützung bekommen wir aber auch von vielen anderen, die mit uns zusammenarbeiten. Wir alle arbeiten ehrenamtlich.
alolatino ist nicht nur im Web präsent, sondern auch im "Offline Modus", damit sind unsere Partys gemeint. Wir wissen die Vorteile vom Web zu nutzen, aber für uns darf es nicht an menschlichen Kontakten fehlen.
In Zusammenarbeit mit DJs, Solisten und Gruppen betreibt alolatino die Bekanntmachung alternativer Musik (Hiphop-, Rock-Latino, etc.) So sind Zwei Reihen von Partys entstanden:
El Quinto
El Machete:
alolatino unterstützt außerdem Vereine und sozialkulturelle Projekte. So haben wir z.B. Gestaltung und Hosting der Website von Yanapakuna e.V. ehrenamtlich übernommen.
Yanapakuna ist ein Verein mit dem Ziel der Bewahrung und Pflege der Traditionen der in Deutschland lebenden Bolivianer.
Sagmal.de:
- Euer Angebot ist derzeit noch auf Berlin beschränkt. Soll sich das ändern?
Wilson Campero:
Zurzeit konzentrieren wir uns nur auf Berlin.
Berlin ist für mich eine sehr offene Stadt gegenüber anderen Kulturen. Außerdem verfügt Berlin über eine große iberoamerikanische Gemeinde, die bereits in die vierte Generation geht.
Kurzfristig wollen wir die Präsens für Berlin verbessern.
Am Anfang sind wir mit großen Zukunftsplänen gestartet, bald haben wir gemerkt, daß ehrenamtliche Arbeit Grenzen hat. So sind einige Leute vom Anfang nicht mehr dabei, auch wegen verschiedener Vorstellungen über die Arbeit von alolatino, neue sind dazugekommen.
Sagmal.de: Was erwartet die Besucher auf alolatino.de?
Wilson Campero:
Die Besucher erwartet auf alolatino Information und Unterhaltung rund um die lateinamerikanische und spanische Kulturszene: Ausstellungen, Studium, Lesungen, Musik, Tanz, Theater, Kino, sowie wichtige Adressen.
Alolatino ist zweisprachig im Netz vertreten, auf Spanisch und Deutsch. Wir wenden uns nicht ausschließlich an die Latino-Community, sondern an alle begeisterten Latino-Freunde. Darunter sind viele Deutsche und auch Leute aus vielen anderen Ländern.
Sagmal.de: Wer kann wie bei Alolatino mitarbeiten? Ich habe gelesen, Ihr sucht Scouts?
Wilson Campero:
Bei alolatino kann jeder mitarbeiten.
Wer Interesse hat, mitzumachen, einfach ein E-Mail an info@alolatino.de schicken.
Sagmal.de: Wie wird es weitergehen, sind Veränderungen geplant?
Wilson Campero:
Zurzeit recherchieren und arbeiten wir an einigen Artikeln, die als Wegweiser und Tipps für internationale Studierende dienen sollen. Wir haben bereits Kontakte mit dem Studentenwerk aufgenommen, um zu schauen wie man die Situation der Studierenden verbessern kann. Viele von alolatino sind selber Studenten und wissen, wie schwer es ist sich an Massen-Universitäten durchzukämpfen.
Außerdem arbeiten wir zurzeit mit DaCaCo an einer neuen Portal-Lösung auf Open-Source Basis, was unser Angebot mit interaktiven Funktionen wie Chat und Forum erweitern wird.
Sagmal.de: Du hast das letzte Wort.
Wilson Campero:
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die alolatino unterstützen.
Und ich wünsche Dir für Dein Projekt weiterhin viel Erfolg.
|